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09.06.2012
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Aktivist in Bahrain

Festgenommen wegen eines Tweets

Repression in Bahrain: Tränengas und Blendgranaten
Fotos
DPA

Bei Protesten gegen die Festnahme des Menschenrechtlers Nabeel Rajab hat die Polizei in Bahrain Tränengas und Blendgranaten auf Demonstranten abgefeuert. Die Repressionen in dem Inselstaat nehmen absurde Züge an: Ein Grund für Rajabs Verhaftung ist offenbar eine Mitteilung via Twitter.

Manama - Es sind die heftigsten Ausschreitungen seit Wochen. In den westlichen Vororten der bahrainischen Hauptstadt Manama sind am Freitag Zehntausende Menschen gegen die erneute Festnahme des es prominenten Menschenrechtsaktivisten Nabeel Rajab auf die Straße gegangen. Die Protestkundgebung fand ein abruptes Ende, als die Polizei mit Tränengas und Blendgranaten gegen die Demonstranten vorging.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) zufolge war Rajab am 6. Juni festgenommen worden. In einer Pressemitteilung schreibt AI, die Organisation betrachte ihn als einen "prisoner of conscience" ("politischen Häftling"). Er werde am 24. Juni vor Gericht gestellt. Unter anderem müsse er dort erscheinen, so AI, weil er im Nachrichtenportal Twitter eine "nationale Institution beleidigt" hätte.

Laut al-Dschasira habe ein Bahrainischer Fotojournalist und Augenzeuge berichtet, dass die Einsatzkräfte Medienvertreter davon abgehalten hätten, den Protestmarsch weiter zu begleiten. Menschenrechtsgruppen kritisierten demzufolge, dass die Polizei immer häufiger zu Tränengas griffe und willkürliche Festnahmen vornehme, immer wieder gibt es Berichte über Folter in der Haft.

Staatsfeind mit elf Jahren

Die Repressionen in dem Inselstaat nehmen offenbar immer absurdere Züge an. Auch ein Bericht der Nachrichtenagentur AP sorgt in vielen Medien weltweit für Aufsehen. Demzufolge soll ein elfjähriger Junge vor Gericht gestellt werden, weil er an regierungsfeindlichen Protesten teilgenommen habe. Das teilte laut AP der Anwalt des Kindes, Mohsen al-Alawi, am Freitag in Manama mit. Dem Sechstklässler würden die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung vorgeworfen und andere Vorwürfe im Zusammenhang mit den Protesten der schiitischen Mehrheit gegen die sunnitisch dominierte Führung gemacht.

Der Junge sei im vergangenen Monat verhaftet worden, meldet etwa al-Dschasira mit Bezug auf AP. Seine Schulprüfungen habe er Gittern absolviert, heißt es. Er sei einer jüngsten Verdächtigen, die von den Behörden bei ihrem Vorgehen gegen die Protestbewegung festgenommen worden seien.

Seit Februar 2011 gehen in Bahrain fast täglich Menschen gegen die Regierung auf die Straße. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit fordert von dem sunnitischen Königshaus mehr politische Rechte. Laut AP kamen bei den Protesten bislang mindestens 50 Menschen ums Leben.

bos/AP

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