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24.06.2012
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Ali al-Mahmudi

Tunesien liefert Gaddafis letzten Regierungschef aus

Baghdadi Al-Mahmudi (Archiv): Auslieferung nach Libyen
DPA

Baghdadi Al-Mahmudi (Archiv): Auslieferung nach Libyen

Er wurde im September festgenommen und nun zurück in die Heimat gebracht: Tunesien hat Baghdadi Ali al-Mahmudi nach Libyen ausgeliefert. Dort soll dem ehemaligen libyschen Premierminister der Prozess gemacht werden.

Tunis - Tunesien hat den letzten Regierungschef des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi an die neuen Machthaber in seiner Heimat ausgeliefert. Baghdadi Ali al-Mahmudi sei in einem Gefängnis des Justizministeriums untergebracht worden und werde wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen das libysche Volk vor Gericht gestellt, sagte der amtierende libysche Regierungschef Abdel Rahim al-Kib.

Al-Mahmudi war von März 2006 bis zum Kollaps des Gaddafi-Regimes im August 2011 Ministerpräsident Libyens. Im September war er auf der Flucht in Tunesien unter dem Vorwurf der illegalen Einreise festgenommen worden. Er befand sich auf der Flucht nach Algerien.

Im Januar sprachen sich 15 tunesische und internationale Menschenrechtsorganisationen in einer gemeinsamen Erklärung gegen eine Auslieferung al-Mahmudis aus. Sie fürchteten, er könnte in seinem Heimatland gefoltert oder getötet werden.

Auch innerhalb Tunesiens könnten aufgrund der Auslieferung neue Spannungen entstehen. Präsident Moncef Marzouki, ein früherer Menschenrechtsaktivist, hatte sich gegen die Auslieferung gestellt. Marzouki sei nicht darüber informiert worden, dass sie am Sonntag stattfinden sollte, sagte sein Sprecher Adnan Mancer. "Wenn das wahr ist, wird es zu einer Krise unter den politischen Behörden führen und könnte enorme Konsequenzen haben."

Ein Vertreter des tunesischen Justizministeriums betonte hingegen, Ministerpräsident Hamadi Jebali habe nur ein richterliches Urteil umgesetzt, als er die Auslieferung anordnete. Ein Gericht in Tunis hatte im November 2011 grünes Licht für eine Auslieferung al-Mahmudis gegeben.

Der Anwalt des Gaddafi-Getreuen, Mabruk Kurschid, bezeichnete die Auslieferung als illegal. Präsident Marzouki habe seine Unterschrift bis zuletzt nicht gegeben, sagte Kurschid. Außerdem habe sein Mandant keine Gelegenheit erhalten, gegen die Entscheidung vor das höchste tunesische Gericht zu ziehen. "Das ist eine Rechtsverletzung", so Kurschid. Er als Anwalt habe von der Abschiebung erst nach ihrem Vollzug erfahren.

hut/dpa/dapd

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insgesamt 4 Beiträge
1. Auslieferung nach Libyen
pauline-luise 24.06.2012
Ehemalige Gaddafi-Getreue kann man nicht nach Libyen ausliefern: aus zwei Gründen: 1. Sie erwartet kein fairer Prozeß 2. Sie werden als Statsfeinde angesehen. Solange Libyen keinen rechtsstaatlichen Weg beschreitet, darf man [...]
Ehemalige Gaddafi-Getreue kann man nicht nach Libyen ausliefern: aus zwei Gründen: 1. Sie erwartet kein fairer Prozeß 2. Sie werden als Statsfeinde angesehen. Solange Libyen keinen rechtsstaatlichen Weg beschreitet, darf man niemanden ausliefern. Solange der Mord an Muammar al Gaddafi nicht aufgeklärt ist, hat Libyen keine ernstzunehmende seriöse Autorität. Sondern ist ein Staat der Willkür, der Mord deckt. Und weitere Morde begeht. Entweder haben diese Menschen ein Recht auf Asyl - oder die ganze Angegenheit sollte Den Haag überstellt werden: dem Tribunal für Völkerrecht und Menschenrechte. Hier in Libyen könnte Den Haag ein Exempel dafür statuieren, wie man mit den Getreuen des ehemaligen Regimes umgehen muß: gerecht. Und Saif al Islam sitzt auch noch immer in Libyen? Wann siegen endlich die Menschlichkeit und die Gerechtigkeit?
2. Gerecht???
Schnarchy 25.06.2012
Naja, wenn sich Gaddafi und seine Schergen nicht selber so unmenschlich verhalten haetten waehrend ihrer Herrschaft braeuchten Sie sich jetzt nicht solche Sorgen machen wie Sie behandelt werden. Wie heisst's doch so schoen: [...]
Zitat von pauline-luiseEhemalige Gaddafi-Getreue kann man nicht nach Libyen ausliefern: aus zwei Gründen: 1. Sie erwartet kein fairer Prozeß 2. Sie werden als Statsfeinde angesehen. Solange Libyen keinen rechtsstaatlichen Weg beschreitet, darf man niemanden ausliefern. Solange der Mord an Muammar al Gaddafi nicht aufgeklärt ist, hat Libyen keine ernstzunehmende seriöse Autorität. Sondern ist ein Staat der Willkür, der Mord deckt. Und weitere Morde begeht. Entweder haben diese Menschen ein Recht auf Asyl - oder die ganze Angegenheit sollte Den Haag überstellt werden: dem Tribunal für Völkerrecht und Menschenrechte. Hier in Libyen könnte Den Haag ein Exempel dafür statuieren, wie man mit den Getreuen des ehemaligen Regimes umgehen muß: gerecht. Und Saif al Islam sitzt auch noch immer in Libyen? Wann siegen endlich die Menschlichkeit und die Gerechtigkeit?
Naja, wenn sich Gaddafi und seine Schergen nicht selber so unmenschlich verhalten haetten waehrend ihrer Herrschaft braeuchten Sie sich jetzt nicht solche Sorgen machen wie Sie behandelt werden. Wie heisst's doch so schoen: What goes around, comes around.
3. .
camillaha 25.06.2012
Es sind immer die gleichen Worte, die manche Foristen hier fast unisono abgeben. Schergen, unmenschlich, Despot usw. Es wird deshalb alles nicht unbedingt wahrer. Was in Libyen an die Macht gebombt wurde, hat wohl diese [...]
Zitat von SchnarchyNaja, wenn sich Gaddafi und seine Schergen nicht selber so unmenschlich verhalten haetten waehrend ihrer Herrschaft braeuchten Sie sich jetzt nicht solche Sorgen machen wie Sie behandelt werden. Wie heisst's doch so schoen: What goes around, comes around.
Es sind immer die gleichen Worte, die manche Foristen hier fast unisono abgeben. Schergen, unmenschlich, Despot usw. Es wird deshalb alles nicht unbedingt wahrer. Was in Libyen an die Macht gebombt wurde, hat wohl diese Bezeichnungen weitaus eher verdient. Aber das sind ja jetzt unsere Schergen, pardon Aktivisten, Rebellen je nach Bedarf. Mit der Auslieferung wird man nun ein paar Staatsgeheimnisse erfahren und man kann einige Staatsgelder wieder als Gaddafis Gelder ummünzen. So kann man den Euro auch retten.
4.
biobanane 25.06.2012
Ihr Beitrag ist auch nicht gerade von höflicher Ausgegleichenheit geprägt. Die Zukunft das Landes ist immer noch sehr unklar, vielleicht sieht man etwas besser, wenn nun die Wahlen stattfinden. Was das Ganze mit dem Euro zu [...]
Zitat von camillahaEs sind immer die gleichen Worte, die manche Foristen hier fast unisono abgeben. Schergen, unmenschlich, Despot usw. Es wird deshalb alles nicht unbedingt wahrer. Was in Libyen an die Macht gebombt wurde, hat wohl diese Bezeichnungen weitaus eher verdient. Aber das sind ja jetzt unsere Schergen, pardon Aktivisten, Rebellen je nach Bedarf. Mit der Auslieferung wird man nun ein paar Staatsgeheimnisse erfahren und man kann einige Staatsgelder wieder als Gaddafis Gelder ummünzen. So kann man den Euro auch retten.
Ihr Beitrag ist auch nicht gerade von höflicher Ausgegleichenheit geprägt. Die Zukunft das Landes ist immer noch sehr unklar, vielleicht sieht man etwas besser, wenn nun die Wahlen stattfinden. Was das Ganze mit dem Euro zu tun hat, wird wohl ewig ihr Geheimnis bleiben.

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