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04.07.2012
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"Vanity Fair"-Bericht

Romney legt Millionen in Steueroasen an

Millionär Romney: 250 Millionen Dollar geschätztes Vermögen
AFP

Millionär Romney: 250 Millionen Dollar geschätztes Vermögen

Seine Wirtschaftserfahrung sieht er als Argument im Rennen um die US-Präsidentschaft - doch nun könnte Mitt Romney im Wahlkampf über sein Vermögen stolpern: Laut einem Bericht soll der Multimillionär Millionen in Steueroasen angelegt haben.

Washington - Den Ruf als "Millionär mit Mini-Steuern" hat Mitt Romney längst weg. Nun gerät der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner erneut wegen seines Reichtums in die Schlagzeilen. Einen großen Teil seines Vermögens erzielt er demnach mit einem unübersichtlichen Netz von Investitionen im Ausland, darunter in Steueroasen wie den Cayman Islands, berichtet das US-Magazin "Vanity Fair". Allein auf den Caymans sei Romney nach wie vor mit einem geschätzten Wert von 30 Millionen Dollar an mindestens zwölf von 138 Fonds seiner 1984 gegründeten Investmentfirma Bain Capital beteiligt, heißt es in dem Bericht.

Mit Hilfe seiner Investmentfirma hat Romney demnach ein auf 250 Millionen Dollar geschätztes Vermögen angehäuft. Seinen Erfolg als Geschäftsmann führt er im Wahlkampf als Argument dafür an, dass er besser geeignet sei als Amtsinhaber Barack Obama, die Wirtschaft des Landes aus der Krise zu steuern. Gleichzeitig versichert er stets, dass er seine Investitionen in Steuerparadiesen nicht dazu nutzt, weniger Steuern in den USA zu zahlen. Doch da er keinen Nachweis für sein dortiges Vermögen erbringen muss, stellen viele seine Beteuerungen in Frage.

Konto in der Schweiz

Laut "Vanity Fair" besaß Romney zudem ein Bankkonto in der Schweiz, wo laut seiner Steuererklärung aus dem Jahr 2010 rund drei Millionen Dollar lagen, sowie weitere Anteile in Steueroasen wie den Bermudas. Allein auf 55 Seiten seiner Steuererklärung geht es demnach um seine Transaktionen im Ausland.

In seiner Steuererklärung von 2010 gibt Romney sein Einkommen mit 21,7 Millionen Dollar an. Da er einen Großteil davon mit Investitionen erzielte, die wesentlich niedriger veranschlagt werden, zahlte er nur etwas mehr als drei Millionen Dollar an Steuern und damit prozentual wesentlich weniger als die meisten US-Bürger. Hätte er das Geld wie ein Gehalt versteuern müssen, hätte sein Steuersatz bei 35 Prozent gelegen, so belief er sich auf gerade mal auf 13,9 Prozent. "Romney versteht einfach nicht, dass diese ganze Angelegenheit fragwürdig ist", sagte der Washingtoner Anwalt und Experte für Steueroasen, Jack Blum, dem Magazin.

Der Sprecher von Obamas Wahlkampfteam, Ben LaBolt, forderte Romney auf, seine gesamten Steuererklärungen vor 2010 offenzulegen, um die Gründe für seine Offshore-Investitionen transparent zu machen. "Die Frage stellt sich, warum tut er das? Wollte er die Zahlung seines gerechten Anteils an Steuern in den USA vermeiden? Wollte er gegen den Dollar spekulieren?", fragte LaBolt in einer E-Mail an "Vanity Fair". In einer Erklärung an das Magazin ging Romneys Wahlkampfsprecherin Andrea Saul nicht auf den Inhalt des Artikels ein, sondern warf Obamas Team eine Schmutzkampagne gegen den Herausforderer vor.

fdi/ler/AFP

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insgesamt 17 Beiträge
1.
king_pakal 04.07.2012
Ein Hoch auf die amerikanische Vorzeigedemoratie!
Zitat von sysopSeine Wirtschaftserfahrung sieht er als Argument im Rennen um die US-Präsidentschaft - doch nun könnte Mitt Romney im Wahlkampf über sein Vermögen stolpern: Laut einem Bericht soll der Multimillionär Millionen in Steueroasen angelegt haben. Wahl in den USA: Kandidat Romney soll Vermögen in Steueroasen anlegen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,842536,00.html)
Ein Hoch auf die amerikanische Vorzeigedemoratie!
2. genaustens prüfen, die Vorwürfe!
b.oreilly 04.07.2012
da sollte man schon die US-Steuerfahndung ran lassen, möglichst schnell, damit die Sache zeitnahe geklärt werden kann. Alles Offen legen sollte er. Nicht dass das so endet wie bei Dominique Strauss-Kahn. Klar ist im Wahlkampf [...]
da sollte man schon die US-Steuerfahndung ran lassen, möglichst schnell, damit die Sache zeitnahe geklärt werden kann. Alles Offen legen sollte er. Nicht dass das so endet wie bei Dominique Strauss-Kahn. Klar ist im Wahlkampf jedes Mittel recht recht, um den Gegner zu diskreditieren. So lange sollte man aber von einer Unschuldsvermutung ausgehen, auch wenn des den Linken und US-Bashern jetzt schwer fällt.
3. Da der Mr. Romney der Anschauungsgemeinschaft
freidimensional 04.07.2012
"Republikaner" zugehörig ist, kann das Ausnützen derartiger privatwirtschaftlicher Möglichkeiten nicht überraschen. Die wollen ja alles privatisieren und den Staatsapparat auf ein kaum wahrnehmbares Minimum [...]
Zitat von sysopSeine Wirtschaftserfahrung sieht er als Argument im Rennen um die US-Präsidentschaft - doch nun könnte Mitt Romney im Wahlkampf über sein Vermögen stolpern: Laut einem Bericht soll der Multimillionär Millionen in Steueroasen angelegt haben. Wahl in den USA: Kandidat Romney soll Vermögen in Steueroasen anlegen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,842536,00.html)
"Republikaner" zugehörig ist, kann das Ausnützen derartiger privatwirtschaftlicher Möglichkeiten nicht überraschen. Die wollen ja alles privatisieren und den Staatsapparat auf ein kaum wahrnehmbares Minimum herunterdrücken, was sicher seine Gründe hat (Arbeitsmoral von Beamten zB). Wenn allerdings die Egomanie rund ums eigene Vermögen so ausartet, dass man das Prinzip "Hemd ist näher als Jacke" über jedes andere alternative soziale Prinzip stellt, wird es irgendwann auffällig und anrüchig. Und dann fragt sich irgendwann sicher auch mancher konservative Ami, ob es das sein kann, dass einer regiert, der deutlich besser als alle anderen seine persönlichen Vorteile aus dem Kuchen holt und den vom ihm Regierten zuruft: "Ihr müsst halt was leisten, dann könnt ihr euch auch mal was leisten". Aber, im übrigen und ganz allgemein, Politiker sind in erster Linie Cheerleader und Schwätzer und eher selten Vorbilder für das Volk. Das wissen wir allerdings schon länger.
4. Ach, ich auch will ...
budenspecht 04.07.2012
3 Millionen in der Schweiz, was soll auch all der Geiz. 3 Millionen in Lichtenstein, man will ja nicht kleinlich sein. Noch 3 Millionen in Monacco, für Wein, Schnaps und Tabaco.
3 Millionen in der Schweiz, was soll auch all der Geiz. 3 Millionen in Lichtenstein, man will ja nicht kleinlich sein. Noch 3 Millionen in Monacco, für Wein, Schnaps und Tabaco.
5. Was soll das ?
alien007 04.07.2012
Wenn die Reps tatsächlich gewählt werden sollten, fällt mir direkt der alte Spruch von B.B. ein: Nur die dümmsten Kälber, wählen Ihre Metzger selber! Von den Menschen, die seit B.Clinton schon gegen den Aufbau einer [...]
Wenn die Reps tatsächlich gewählt werden sollten, fällt mir direkt der alte Spruch von B.B. ein: Nur die dümmsten Kälber, wählen Ihre Metzger selber! Von den Menschen, die seit B.Clinton schon gegen den Aufbau einer flächendeckenden Gesundheitsvorsorge kämpfen, sind wahrscheinlich auch der allergrößte Teil bestens Kranken versichert! Ganz nach dem Motto. Wenn jeder für sich selber sorgt ist für alle gesorgt.

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