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24.07.2012
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Griechenlands Dauerkrise

Samaras rechnet mit Euro-Politikern ab

Griechischer Premier Samaras im Parlament: "Unverantwortliche Äußerungen"
AFP

Griechischer Premier Samaras im Parlament: "Unverantwortliche Äußerungen"

"Sie tun alles, damit wir scheitern": Mit ungewohnt scharfen Worten hat Griechenlands Premier Samaras europäische Politiker angegriffen, die über ein Euro-Aus Athens spekulieren - zum Beispiel Vizekanzler Philipp Rösler.

Athen - Die Spekulationen über einen Euro-Austritt Griechenlands haben Ministerpräsident Antonis Samaras zutiefst verärgert. Ungewöhnlich scharf kritisierte er am Dienstag die Äußerungen einiger europäischer Politiker: "Ich sage es offiziell: Es handelt sich um Untergraber unserer nationalen Bemühungen", sagte er bei seiner Rede vor einem Parlamentsausschuss. "Wir tun, was wir können, damit das Land wieder auf eigenen Beinen stehen kann, und sie tun alles, was in ihrer Macht steht, damit wir scheitern", sagte Samaras.

Diese Kritik zielte nach Einschätzungen von Beobachtern vor allem auf die Bemerkungen des deutschen Vizekanzlers und Wirtschaftsministers Philipp Rösler (FDP). Er hatte gesagt, ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei kein Schreckensszenario mehr. Samaras sagte dazu weiter, er wisse nicht, ob sie es "bewusst oder aus Dummheit" tun. "Ich weiß nur, dass sie unverantwortlich sind", erklärte der Regierungschef. "Sie werden es nicht schaffen."

Der FDP-Vorsitzende erntete auch in griechischen Medien scharfe Kritik. Ein Kommentar im griechischen Rundfunk zu Rösler lautete: "Der Mann scheint sich nicht für Europa und auch nicht für Deutschland zu interessieren. Er kümmert sich nur um sein politisches Überleben in seiner ins Wanken geratenen Partei."

Samaras' Rede im Parlament wurde im griechischen Fernsehen übertragen. Der griechische Premier betonte erneut, dass Griechenland dringend Investitionen und Wachstum brauche. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sein Land die Auflagen schultern wird. Dazu brauche Griechenland aber mehr Zeit und Investitionen, betonte der Regierungschef. Er verwies auf den Wirtschaftseinbruch, der bereits 2011 bei sieben Prozent lag, zudem betrage die Arbeitslosenrate knapp 24 Prozent. Dies zeige, dass andere Maßnahmen nötig seien. Die Auflagen der Geldgeber werde Athen jedoch alle erfüllen, versicherte er.

Troika startet Kontrollen - auch Barroso reist nach Athen

Die Troika hat in Athen ihre entscheidenden Prüfungen der Reform- und Sparfortschritte des pleitebedrohten Landes aufgenommen. Wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr, sollen die Kontrollen zunächst bis etwa zum 6. August dauern. Am Freitag wollen sich die Kontrolleure des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission mit Ministerpräsident Samaras treffen, teilte dessen Büro mit. Eine endgültige Bewertung wird nicht vor Ende August erwartet. Dann will die Troika erneut nach Athen reisen.

Der Abschlussbericht der Troika wird darüber entscheiden, ob das Land bis September eine weitere Milliardentranche aus dem Rettungspaket erhält, ohne die es seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann. In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen über ein Ende der Finanzhilfen des IWF und auch der EU gegeben.

Inmitten der Diskussion reist EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in das krisengeschüttelte Land. "Barroso wird am Donnerstag nach Griechenland reisen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Bei seinem ersten Besuch in dem Land seit mehr als drei Jahren will Barroso demnach mit dem griechischen Regierungschef Samaras "die wirtschaftliche Situation in Europa und die wirtschaftliche Situation in Griechenland" besprechen.

Der Kommissionssprecher trat dem Eindruck entgegen, bei dem Besuch Barrosos in Athen handele es sich um eine Krisenmaßnahme. Das Treffen mit Samaras sei in der Reihe der "regulären" Kontakte des Kommissionschefs mit den EU-Staats- und Regierungschefs zu sehen.

fab/AFP/dpa

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insgesamt 103 Beiträge
1. Häßliches Griechenland
wahlberechtigter 24.07.2012
Wer will schon in einem Land investieren, wenn dort deutsche Urlauber mit Tomaten beworfen werden und Frau Merkel in den Zeitungen mit Hakenkreuz abgebildet wird? Warum wollen die reichen Griechen ihr Land nicht selbst retten? [...]
Wer will schon in einem Land investieren, wenn dort deutsche Urlauber mit Tomaten beworfen werden und Frau Merkel in den Zeitungen mit Hakenkreuz abgebildet wird? Warum wollen die reichen Griechen ihr Land nicht selbst retten? Warum verkauft Griechenland niocht seine Panzer und U-Boote, die nicht gebraucht werden?
2. Das haben griechische Politiker bereits seit langem
town621903 24.07.2012
ein Herr Rösler hat lediglich den Mut, dies offen auszusprechen, auch wenn es zum Teil Profilierungssucht ist. Die griechischen Politiker seit letzten 30 Jahre und in gewisser Weise auch die Griechen selbst, weil sie ihre [...]
ein Herr Rösler hat lediglich den Mut, dies offen auszusprechen, auch wenn es zum Teil Profilierungssucht ist. Die griechischen Politiker seit letzten 30 Jahre und in gewisser Weise auch die Griechen selbst, weil sie ihre Politiker selbst gewählt haben, sind Schuld an den Problemen dieses Landes, niemand sonst.
3. Und tschüss
sprachlos72 24.07.2012
"Wir tun, was wir können, damit das Land wieder auf eigenen Beinen stehen kann... " In all den Jahren hat die griechische Politik nichts getan um die Situation zu verbessern. Während wir deutschen Steuerzahler bis [...]
"Wir tun, was wir können, damit das Land wieder auf eigenen Beinen stehen kann... " In all den Jahren hat die griechische Politik nichts getan um die Situation zu verbessern. Während wir deutschen Steuerzahler bis aufs Blut von unserem Steuersystem bis zum 67-Lebensjahr ausgenommen werden, um dann mit einer "Rente" auf Sozialhilfeniveau abgespeist zu werden geht der Grieche immer noch mit 45 in Rente und die reichen Reeder sind bis zum heutigen Tag gesetzlich vor Steuerzahlungen befreit. Das sind Hütchenspieler und Trickdiebe die uns an der Nase herumführen und Sand in die Augen streuen.
4. Demokratie?
wahlberechtigter 24.07.2012
Immer wird behauptet die Demokratie habe ihren Ursprung in Griechenland. Die modernen Griechen haben jedoch scheinbar nichts mit den antiken Griechen gemeinsam? Wie soll es mit der Demokratie vereinbar sein, wenn der Wahlsieger [...]
Immer wird behauptet die Demokratie habe ihren Ursprung in Griechenland. Die modernen Griechen haben jedoch scheinbar nichts mit den antiken Griechen gemeinsam? Wie soll es mit der Demokratie vereinbar sein, wenn der Wahlsieger zusätzlich 50 Abgeordnetenmandate geschenkt bekommt? Mit Demokratie hat dies nichts zu tun, eher schon mit Mauschelei und Korruption.
5.
Cotti 24.07.2012
Ganz genau! Erst waren diese "Euro"-Raubritter dagegen, dass dein Vorgänger eine Volksbefragung abhalten wollte, weil ein möglicher Austrittswunsch der Griechen zu großen Verlusten der noch nicht geretteten Banken [...]
Zitat von sysop"Sie tun alles, damit wir scheitern": Mit ungewohnt scharfen Worten hat Griechenlands Premier Samaras europäische Politiker angegriffen, die über ein Euro-Aus Athens spekulieren...
Ganz genau! Erst waren diese "Euro"-Raubritter dagegen, dass dein Vorgänger eine Volksbefragung abhalten wollte, weil ein möglicher Austrittswunsch der Griechen zu großen Verlusten der noch nicht geretteten Banken geführt hätte. So kam es zu Neuwahlen, die dich ins Amt spülten. Jetzt aber ist die Aktion "Bankenrettung auf moralische Kosten Griechenlands" abgeschlossen, da beginnt das Trommelfeuer, welches euch demoralisieren soll. Heute ist es noch der politisch völlig unmaßgebliche Sabbel-Philipp - aber der soll nur die Stimmung testen.

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