24.07.2012
Westafrika
Ghanas Staatspräsident Mills gestorben
John Atta Mills (mit US-Präsident Obama in Accra im Jahr 2009): Tod im Alter von 68 Jahren
Accra - Der Präsident Ghanas, John Evans Atta Mills, ist tot. Der 68-Jährige sei überraschend in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Accra gestorben, berichteten Radio- und Fernsehsender des westafrikanischen Landes am Dienstag.
Er sei erst wenige Stunden zuvor in die Klinik gebracht worden, hieß es in einer Erklärung des Generalstabschefs John Henry Martey. "Mit schwerem Herzen geben wir den plötzlichen und vorzeitigen Tod des Präsidenten der Republik Ghana bekannt", heißt es in dem Schreiben. Mills hatte erst am Sonntag Geburtstag. Wenige Stunden nach seinem Tod wurde sein Ex-Vizepräsident John Dramani Mahama zum Nachfolger erklärt. Er soll bis zu den Wahlen im Dezember die Amtsgeschäfte fortführen.
Mills war seit Januar 2009 Staatsoberhaupt des westafrikanischen Landes und wollte bei den kommenden Wahlen im Dezember erneut kandidieren.
Über die Todesursache gibt es noch keine Informationen. Der studierte Jurist und Universitätsprofessor litt allerdings seit längerem an einer Krebserkrankung. Von 1997 bis 2001 war er Vizepräsident unter dem damaligen Staatschef Jerry John Rawlings gewesen. Bevor er im Dezember 2008 bei den Wahlen äußerst knapp siegte, war er zweimal als Präsidentschaftskandidat bei Wahlen unterlegen.
Obama lobte Mills
Ghana gilt als eine der wenigen funktionierenden Demokratien in Afrika. Friedliche Machtwechsel im vergangenen Jahrzehnt und ein Wirtschaftsboom in den letzten Jahren machten es zu einem Vorzeigestaat auf dem Kontinent. Der einzige Besuch von US-Präsident Barack Obama in Afrika südlich der Sahelzone galt deshalb auch Ghana mit seinen 25 Millionen Einwohnern. "Ghana ist ein Vorbild für Afrika in der demokratischen Praxis", hatte Obama noch im März bei einem Besuch Mills' in Washington gesagt.
Vizepräsident John Dramani Mahama sollte noch am Dienstagabend als neues Staatsoberhaupt vereidigt werden. Gemäß der Verfassung wird Mahama bis zum Ende der Amtszeit von Mills im Dezember an der Spitze des Staates bleiben.
fab/dpa/Reuters