04.08.2012
Ernteverluste in Nordkorea
Uno schickt Mais für Flutopfer
Überschwemmungen in Nordkorea (Ende Juli): Trinkwasser verunreinigt
Pjöngjang - Die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser hat höchste Priorität. Das Welternährungsprogramm der Uno sendet eine erste Hilfslieferung an die Opfer der Flutkatastrophe in Nordkorea. Wie die Organisation auf ihrer Internetseite mitteilte, sollen den betroffenen Menschen zunächst für einen Zeitraum von zwei Wochen Tagesrationen in Höhe von je 400 Gramm Mais geschickt werden.
Gesandte einer Uno-Mission hätten in dieser Woche die Überschwemmungsgebiete besucht und vor allem Zerstörungen der Mais-, Reis- und Sojabohnenfelder festgestellt, erklärte das Programm. Wie hoch die Ernteverluste genau seien, könne erst bei den geplanten Erkundungsmissionen im Herbst geklärt werden.
Sofortige Nahrungsmittelhilfen seien vor allem in Städten der Provinzen Süd-Pyongan und Kangwon nötig. Zudem benötigten rund 50.000 Familien dringend sauberes Trinkwasser oder Reinigungstabletten, um die Ausbreitung von Seuchen und Durchfallerkrankungen zu verhindern.
Nordkoreas Behörden zufolge starben bei den Überschwemmungen in den vergangenen Wochen mindestens 170 Menschen, 400 Personen werden vermisst. Das Land ist infolge verbreiteter Abholzung von Wäldern besonders anfällig für Fluten.
Die Überschwemmungen verschärften die ohnehin schwierige Nahrungsversorgung in dem autoritär regierten und international isolierten Land. Schon vor den Fluten waren nach Uno-Schätzungen rund drei Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Nordkorea kämpft seit einer verheerenden Hungersnot mit Hunderttausenden Toten in den neunziger Jahren mit Versorgungsengpässen.
Die Welthungerhilfe hat zu Spenden für die betroffenen Menschen in Nordkorea aufgerufen. Die Flutopfer bräuchten Unterstützung, alleine könnten sie die Situation nicht bewältigen. 62.000 Nordkoreaner seien durch den Verlust ihrer Häuser obdachlos geworden. Die Organisation und das Auswärtige Amt stellen den Angaben zufolge 200.000 Euro bereit.
wit/AFP/AP
