04.08.2012
Iran
Regime meldet Test neuer Kurzstreckenraketen
Start einer Fateh-110: Die Straße von Hormus kann mit der Rakete getroffen werden
Teheran - Es ist mehr als Säbelrasseln. Im Konflikt um Irans Atomprogramm hat das Regime erneut seine militärische Macht demonstriert und nach eigenen Angaben verbesserte Kurzstreckenraketen erfolgreich gestestet. Die neue Reichweite der Rakete Fateh-110 liege bei 300 Kilometern, zitierte die Nachrichtenagentur Isna den iranischen Verteidigungsminister Ahmad Wahidi am Samstag. Teheran werde seine Flugkörper nur im Verteidigungsfall einsetzen, sagte Wahidi weiter. Seinem Land gehe es um Abschreckung.
Israel kann von der Rakete nicht erreicht werden - wohl aber die Straße von Hormus. Der Iran hat angesichts verschärfter Sanktionen des Westens mit einer Blockade dieser Meerenge gedroht. Durch das Nadelöhr befördern Tanker bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls - unter anderem nach Europa, Fernost und in die USA. Die USA haben ihre militärische Präsenz in der Golf-Region verstärkt. Vor wenigen Wochen hatte Iran Mittelstreckenraketen getestet.
Wahidi sagte, der Test habe bewiesen, dass die Fateh-110 dank des Lenksystems Ziele ohne Abweichung getroffen habe. Alle neu gebauten Raketen des Verteidigungsministeriums würden künftig mit dem System ausgestattet. Wahidi fügte hinzu, die Rakete werde nur zur Verteidigung "gegen Aggressoren und diejenigen eingesetzt, die die Interessen des Landes und die territoriale Integrität bedrohen".
Vorgängerversionen der Rakete wurden seit 2001 getestet hatten eine Reichweite von 150 bis 250 Kilometern. In den Rüstungsbeständen des Iran sind die Raketen die einzigen Waffen, die wirkungsvoll Ziele jenseits der eigenen Landesgrenzen treffen könnten. Die iranische Luftwaffe oder Marine wären dazu nach Einschätzung von Experten nicht in der Lage.
Genaue Zahlen über den iranischen Raketenbestand liegen nicht vor. Westliche Experten gehen davon aus, dass der Iran über mehrere Dutzend Raketen verfügt, die in der Lage wären, Ziele in Israel oder US-Einrichtungen in der Region zu treffen. Der Westen verdächtigt Teheran, heimlich am Bau der Atombombe zu arbeiten. Israel und die USA schließen Angriffe gegen iranische Atomanlagen nicht aus, sollten die diplomatischen Bemühungen zum Stopp des iranischen Atomprogramms scheitern.
Zuletzt hatten die USA ihre Militärpräsenz in der Region um die Straße von Hormus deutlich ausgeweitet. Die Vereinigten Staaten haben mehrere Minenräumboote und Kampfflugzeuge in Stellung gebracht.
lei/dpa/AFP/Reuters