Lade Daten...
08.08.2012
Schrift:
-
+

Nach Protestaktion

Weißrussland schließt Botschaft in Schweden

Präsident Lukaschenko: Der schwedische Botschafter war ihm zu demokratisch
REUTERS

Präsident Lukaschenko: Der schwedische Botschafter war ihm zu demokratisch

Die Beziehungen zwischen Weißrussland und Schweden sind auf dem Tiefpunkt: Erst wies Minsk den schwedischen Botschafter aus, jetzt zieht das Regime seine Botschaftsmitarbeiter aus Stockholm ab - und gibt den Diplomaten der Gegenseite bis Ende des Monats Zeit, das Land zu verlassen.

Stockholm/Minsk - Die autoritäre Ex-Sowjetrepublik Weißrussland schließt wegen schwerer Verstimmungen mit Schweden ihre Botschaft in Stockholm. Im Gegenzug müsse auch Schweden bis 30. August alle seine Diplomaten aus Minsk zurückrufen, teilte das weißrussische Außenministerium der Nachrichtenagentur Belta zufolge mit.

Präsident Alexander Lukaschenko "wirft jetzt alle schwedischen Diplomaten aus Weißrussland raus", schrieb Schwedens Außenminister Carl Bildt via Twitter. "Seine Angst vor den Menschenrechten erreicht neue Höhen", fügte er hinzu. Innerhalb der EU setzt sich Schweden in besonderem Maße für eine demokratische Entwicklung von Weißrussland ein.

Erst in der vergangenen Woche hatte Mink bereits den schwedischen Botschafter Stefan Eriksson des Landes verwiesen, weil er Kontakte zur Opposition unterhielt. Die Ausweisung durch die Regierung von Staatschef Lukaschenko sei ein "schwerer Verstoß gegen die Normen der Beziehungen unter Staaten - das Lukaschenko-Regime hat damit sein wahres Gesicht gezeigt", sagte danach Schwedens Außenminister Bildt. Das Regime in Minsk sei das "mit Abstand repressivste in ganz Europa." Schweden beschloss, zwei in Stockholm stationierten weißrussischen Diplomaten die Aufenthaltserlaubnis zu entziehen.

Hintergrund für die Eskalation ist der Abwurf Hunderter Teddybären mit Protestlosungen aus einem Kleinflugzeug über Weißrussland Mitte Juli. An der vom benachbarten Litauen aus gestarteten Aktion war auch eine schwedische Werbeagentur beteiligt.

Weißrussland macht für diese Aktion und die Verletzung seines Luftraums Schweden sowie die Minsker Opposition verantwortlich. Der international isolierte Lukaschenko hatte deswegen bereits Luftwaffenchef Dmitri Pachmelkin und General Igor Raschkowski von den Grenztruppen entlassen.

Die 27 EU-Botschafter wollen angesichts der diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern am Freitag zu einer Sondersitzung in Brüssel zusammenkommen, wie aus EU-Kreisen verlautete. Dabei solle über "angemessene Maßnahmen" gegen Weißrussland beraten werden.

heb/dpa/AFP

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
1. Warum hat er ihn denn...
Claes Elfszoon 08.08.2012
...entlassen, weil er den Beschuss von Teddybären veschlafen hat? Das Selbstbewußtsein solcher Knallchargen wie Lukaschenko kann jedenfalls aum noch tiefer gelegt werden.
Zitat von sysopDie Beziehungen zwischen Weißrussland und Schweden sind auf dem Tiefpunkt: Erst wies Minsk den schwedischen Botschafter aus, jetzt zieht das Regime seine Botschaftsmitarbeiter aus Stockholm ab - und gibt den Diplomaten der Gegenseite bis Ende des Monats Zeit, das Land zu verlassen. Weißrussland schließt Botschaft in Schweden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,848875,00.html)
...entlassen, weil er den Beschuss von Teddybären veschlafen hat? Das Selbstbewußtsein solcher Knallchargen wie Lukaschenko kann jedenfalls aum noch tiefer gelegt werden.
2. EU-Außenpolitik
NochNeMeinung 08.08.2012
Und wieder ein Beispiel für die nicht vorhandene gemeinsame EU-Außenpolitik. Wie kann es sein, dass auf das diplomatisch inakzeptable Verhalten dieser Diktatur gegenüber Schweden keine entsprechende Reaktion der anderen EU-Partner [...]
Und wieder ein Beispiel für die nicht vorhandene gemeinsame EU-Außenpolitik. Wie kann es sein, dass auf das diplomatisch inakzeptable Verhalten dieser Diktatur gegenüber Schweden keine entsprechende Reaktion der anderen EU-Partner erfolgt? Da braucht man sich über die sonstige Politik dieses Vereins auch nicht mehr zu wundern.
3. Na dann hoffen wir doch mal alle
iridium 08.08.2012
Na dann hoffen wir doch mal alle, dass diese Knallcharge nicht mal hochgeht, was man nicht nur in Vilnius oder Warschau, sondern auch in Berlin sehr vernehmlich hören könnte. Damit das nicht passiert, verdoppeln wir den [...]
Zitat von Claes Elfszoon...entlassen, weil er den Beschuss von Teddybären veschlafen hat? Das Selbstbewußtsein solcher Knallchargen wie Lukaschenko kann jedenfalls aum noch tiefer gelegt werden.
Na dann hoffen wir doch mal alle, dass diese Knallcharge nicht mal hochgeht, was man nicht nur in Vilnius oder Warschau, sondern auch in Berlin sehr vernehmlich hören könnte. Damit das nicht passiert, verdoppeln wir den Import von Erdölprodukten aus Rohöl, das diese Knallcharge von einer noch größeren (sinnbildlich, dabei nur 1,55 großen) Knallcharge fast geschenkt bekommt und erhöhen sein Selbstbewusstsein tagtäglich.

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter RSS
alles zum Thema Weißrussland
RSS
Top

© SPIEGEL ONLINE 2013 Alle Rechte vorbehalten