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08.11.2012
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Zwischenfall am Golf

Iranische Kampfflugzeuge feuern auf US-Drohne

USAF

Neue Spannungen zwischen Amerika und Iran: Nach Angaben des Pentagon haben iranische Kampfjets in der vergangenen Woche eine US-Drohne über dem Persischen Golf beschossen. Das Fluggerät überstand den Angriff ohne Schäden. US-Militärs warnten Iran vor weiteren Attacken.

Washington/Teheran - Der Angriff blieb erfolglos, wird aber das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen der US-Regierung und dem Regime in Teheran belasten: Nach Informationen des TV-Senders "CNN" haben zwei iranische Kampfflugzeuge mehrere Geschosse auf eine amerikanische Drohne abgefeuert.

Das Pentagon bestätigte am Donnerstagabend den Vorfall, der sich bereits in der vergangenen Woche, am 1. November, ereignete. Das unbemannte US-Aufklärungsflugzeug vom Typ "Predator" wurde demnach morgens im internationalen Luftraum über der Golfregion von den iranischen Flugzeugen attackiert. Die Drohne sei aber unbeschädigt zur Basisstation zurückgekehrt.

Der ferngesteuerte Aufklärer habe einen routinemäßigen Überwachungsflug in etwa 30 Kilometer Entfernung von der iranischen Küste absolviert, als die beiden Kampfjets vom Typ "Su-25" die Drohne bedrängt hätten - "eine Premiere", sagte Pentagonsprecher George Little. Weitere Details zu dem Angriff lagen zunächst nicht vor.

Das US-Verteidigungsministerium habe Präsident Barack Obama und Pentagonchef Leon Panetta umgehend über den Vorfall informiert, berichtete Little. Er stellte klar: Man habe Teheran mitgeteilt, dass die Einsätze der Drohnen in der Golfregion fortgesetzt würden. Es gebe eine "breite Palette von Optionen aus diplomatischen und militärischen Optionen, um Truppen und Einsatzgeräte zu schützen" - und "wenn es nötig ist, werden wir das tun", kündigte der Pentagonsprecher an. Little sagte, dass die US-Drohnen nie im iranischen, sondern immer im internationalen Luftraum operierten.

Vor einem halben Jahr hatte es bereits Berichte gegeben, dass Iran eine US-Drohne vom Typ RQ-170 in die Hände gefallen sei. Sie sei nach einem Aufklärungsflug in Afghanistan im iranischen Luftraum abgestürzt. Iranische Militärs hatten behauptet, die Luftabwehr habe die Drohne abgeschossen. Washington bezweifelte das damals.

Die Auseinandersetzungen belasten das ohnehin angespannte Verhältnis zur Regierung in Teheran. Die USA und andere westliche Mächte verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel der friedlichen Kernkraftnutzung an einer Atombombe zu arbeiten. Atomgespräche mit Iran liegen derzeit auf Eis.

Barack Obama hat zuletzt signalisiert, dass direkte Verhandlungen mit Teheran über das Atomprogramm nicht ausgeschlossen seien. Auch von der iranischen Regierung kamen Andeutungen, dass man sich bilaterale Gespräche vorstellen könnte. Es wäre ein großer Schritt, stehen beide Länder doch seit der iranischen Revolution von 1979 nicht mehr im diplomatischen Kontakt. Obama setzt im Konflikt mit Teheran auf Diplomatie. Sein Ziel wird es sein, den Zeitpunkt zu verzögern, an dem Iran die Fähigkeit erlangt, schnell eine Atombombe zu bauen. Vorfälle wie der Angriff auf die Drohne könnten den Konflikt jedoch verschärfen.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte am Donnerstag mit Äußerungen zur US-Wahl für Aufsehen gesorgt. Die Abstimmung sei eine gigantische Geldverschwendung, wetterte er bei einem Demokratie-Forum auf Bali. Die Wahl, die eigentlich "eine Demonstration des Volkswillens sein sollte, ist zu einem Schlachtfeld für Kapitalisten geworden und zu einem Vorwand für riesige Ausgaben", sagte Ahmadinedschad.

als/dpa/Reuters

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insgesamt 283 Beiträge
1.
peddersen 08.11.2012
...die Frage ist, was haben Drohnen in einem fremden Luftraum zu suchen? Gehts noch? Die gehören alle runtergeholt. Falls es nicht klar ist: dies ist ein anderes Land. Was würden die USA machen, wenn über IHNEN alle Welt [...]
...die Frage ist, was haben Drohnen in einem fremden Luftraum zu suchen? Gehts noch? Die gehören alle runtergeholt. Falls es nicht klar ist: dies ist ein anderes Land. Was würden die USA machen, wenn über IHNEN alle Welt rumgondelt und sie nicht wissen, was draus hervorgeht.
2. Internationaler Luftraum?
lengst34 08.11.2012
Kaum glaublich, denn was sollte eine Drohne dort? Die Drohne dürfte ein Auifklärungsgerät gewesen sein, die die iranischen LÖandstreitkräfte an den iranischen Golfstränden ausspioniren sollte, nehme ich an. Es wurden schon [...]
Kaum glaublich, denn was sollte eine Drohne dort? Die Drohne dürfte ein Auifklärungsgerät gewesen sein, die die iranischen LÖandstreitkräfte an den iranischen Golfstränden ausspioniren sollte, nehme ich an. Es wurden schon desöfteren US-amerikanische Spionageflugzeuge abgeschossen. In Kuba sind ja auch die Spionageflugzeuge direkt über die Rakenabschussanlagen geflogen und über die damalige Sowjetunion wurde ein Spionageflugzeuge abgeschossen. Obama sollte sich nicht hinter diese abgedrängten Drohnen verstecken um einen Krieg zu beginnen. Es glaubt ihm niemand, dass die Drohne nicht näher als 30 km vom iranisachem Strandgebiet geflogen ist. Es müsste so dumm wie Bush junior sein...
3. ist ja schon lustig...
schnulli602 08.11.2012
das ausgerechnet ahmadinedschad sich über demokratische wahlen äußert. ist doch gerade sein land ein musterbeispiel für demokartie ;-)
das ausgerechnet ahmadinedschad sich über demokratische wahlen äußert. ist doch gerade sein land ein musterbeispiel für demokartie ;-)
4.
Zorpheus 08.11.2012
Da die Drohne weiterfliegen konnte waren das wohl Warnschüsse. So eine Predator-Drohne dürfte ja nicht sonderlich schwer abzuschießen sein.
Da die Drohne weiterfliegen konnte waren das wohl Warnschüsse. So eine Predator-Drohne dürfte ja nicht sonderlich schwer abzuschießen sein.
5. was wäre wenn...
MentalWorks 08.11.2012
Wer Wind sät wird Sturm ernten... Was würde wohl die USA machen, wenn Iranische Drohnen ständig vor deren Küste ihre Kreise ziehen.
Zitat von sysopNeue Spannungen zwischen Amerika und Iran: Nach Angaben des Pentagon haben iranische Kampfjets vergangene Woche eine US-Drohne über dem Persischen Golf beschossen. Das Fluggerät überstand den Angriff ohne Schäden. US-Militärs warnten Iran vor weiteren Attacken. Iranische Kampfflugzeuge feuern am Golf auf US-Drohne - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/iranische-kampfflugzeuge-feuern-am-golf-auf-us-drohne-a-866199.html)
Wer Wind sät wird Sturm ernten... Was würde wohl die USA machen, wenn Iranische Drohnen ständig vor deren Küste ihre Kreise ziehen.

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Die wichtigsten Drohnentypen

"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS

Republik Iran

Land
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Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
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Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
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Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
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Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
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Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).

Irans Atomprogramm

Streit
AP

Iran unterzeichnete 1968 den Sperrvertrag für Atomwaffen . Dieser erlaubt die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung .

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags; sie erstellt regelmäßig Berichte über das iranische Atomprogramm .

Der Uno-Sicherheitsrat hat in seiner Resolution 1696 vom 31. Juli 2006 Iran erstmals aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen; Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag.

Als Vermittler tritt seit einigen Jahren auch die "EU-Troika" auf, bestehend aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland.

Anlagen
Arak : geplanter Schwerwasserreaktor
Buschehr : Atomkraftwerk, im Mai 2011 nach mehrfachen Terminverschiebungen in Betrieb genommen - zunächst zu Testzwecken. Im September 2011 ging der Reaktor in Regelbetrieb, allerdings noch nicht auf voller Leistung
Isfahan : Forschungsreaktor
Jasd: Uranminen
Natans : Anlage zur Urananreicherung, angeblich mit 6000 Zentrifugen in Betrieb. Im Herbst 2009 gab Iran bekannt, nahe der Stadt Ghom eine zweite Anlage zur Urananreicherung zu besitzen.
Teheran : Forschungsreaktor
Geschichte
1974: Unter Beteiligung von Siemens beginnt bei Buschehr der Bau eines Kernkraftwerks.
1979: Nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik wird das Atomprogramm nicht weiter betrieben.
1980-1988: Im Irak-Iran-Krieg wird der Atomreaktor in Buschehr mehrfach bombardiert und dabei schwer beschädigt.
Neunziger Jahre: Deals auf dem Schwarzmarkt mit Abdul Qadir Khan , Pakistans "Vater der Atombombe"
1995: Abkommen mit Russland zum Wiederaufbau des Atomreaktors von Buschehr
2002: Iranische Oppositionelle im Exil berichten über ein geheimes Atomprogramm.
2003: Iran unterzeichnet das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag (bislang aber nicht vom Parlament ratifiziert).
2006: Der Uno-Sicherheitsrat verlangt in seiner Resolution 1696 erstmals den Stopp der Urananreicherung .
Juli 2008: Iran droht bei einem Angriff auf seine Atomanlagen mit militärischen Gegenschlägen. Das Regime testet Schahab-3-Raketen, die auch Ziele in Israel erreichen könnten.
November 2008: Iran hat nach eigenen Angaben die Zahl seiner für die Urananreicherung benötigten Zentrifugen auf 5000 erhöht.
Juni 2009: Iran hat laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA weitere tausend Gaszentrifugen im Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert.
Mai 2010: Nach Verhandlungen mit dem brasilianischen Präsidenten Lula und dem türkischen Regierungschef Erdogan erklärt sich Iran bereit, schwach angereichertes Uran im Ausland zu tauschen. Wenig später kündigt Teheran an, an der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent festhalten zu wollen.
Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat, die EU und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Obama spricht von den bisher härtesten Sanktionen überhaupt - doch Beobachter bleiben skeptisch, ob die Strafmaßnahmen Erfolg bringen.
Sanktionen
REUTERS

Uno-Sanktionen: Verbot von Waffen- und Nuklearhandel, Einfrieren von Konten, Reisebeschränkungen, verhängt in Resolution 1737 (23.12.2006), Resolution 1747 (24.03.2007), Resolution 1803 (03.03.2008)

Sanktionen der USA: Vollständiger Handels- und Investitionsboykott, beruhend auf Executive Order 12959 von 1995, neue Sanktionen im Juni 2010

Sanktionen der EU: Einschränkungen für Handel und Investitionen, Einfrieren von Vermögen, Reisebeschränkungen, beruhend auf Verordnung (EG) Nr. 423/2007 des Rates (19.04.2007)

Nahost
dpa

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärt, das israelische "Besatzungsregime" müsse "aus den Annalen der Geschichte verschwinden".
Israelische Politiker, darunter auch Kabinettsmitglieder, sprechen sich für präventive Militärschläge gegen Iran aus.
Personen
Said Dschalili , Atomunterhändler seit Oktober 2007
Yukiya Amano , Generaldirektor der IAEA
Der Verhandlungspoker um die Urananreicherung
Oktober 2009: Vertreter Irans, Deutschlands und der fünf Vetomächte im Sicherheitsrat kommen zu Atom-Gesprächen in Genf zusammen.
November 2009: Die IAEA kritisiert in einer Resolution die jahrelang geheim gehaltene iranische Urananreicherungsanlage bei Ghom. Teheran reagiert mit der Ankündigung, zehn neue Uran-Anlagen zu bauen.
Dezember 2009: Iran testet die Mittelstreckenrakete Sedschil 2. Diese habe größere Zielgenauigkeit als das Vorgängermodell Schahab 3.
2. Februar 2010: Ahmadinedschad zeigt sich bereit, auf einen Vorschlag der IAEA einzugehen, der eine Anreicherung iranischen Urans auf 20 Prozent im Ausland vorsieht. Wenige Tage später rudert er wieder zurück.
7. Februar 2010: Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran von 3,5 auf 20 Prozent gebracht und sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern. Damit könnten Atomwaffen hergestellt werden.
11. Februar 2010: US-Präsident Barack Obama kündigt als Reaktion umfangreiche neue Sanktionen gegen Iran an.
1. April 2010: Nach langem Widerstand gegen neue Sanktionen ist China bereit, sich an den Verhandlungen über den Text einer verschärften Uno-Resolution zu beteiligen.
25. April 2010: Zur Abwehr neuer Sanktionen besucht Irans Außenminister Manutschehr Mottaki Österreich. Gespräche mit dem Chef der IAEA, Yukija Amano, und Österreichs Außenminister Michael Spindelegger bringen jedoch keinen Durchbruch.
17. Mai 2010: Nach Verhandlungen mit Brasilien und der Türkei lenkt Iran ein und will Uran im Ausland anreichern lassen. Doch die internationale Gemeinschaft reagiert skeptisch auf die Ankündigung.
9. Juni 2010: Der Uno-Sicherheitsrat beschließt schärfere Sanktionen gegen Iran. Sie beinhalten weitere Hürden für die iranische Finanzbranche und eine Ausweitung des Waffenembargos. Auch die USA und die EU setzen schärfere Maßnahmen gegen Iran in Kraft.
Januar 2011: Die Atomgespräche zwischen Iran und den westlichen Mächten in Istanbul scheitern. Teheran hatte weiterhin "ein Recht auf Urananreicherung" gefordert.

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