16.11.2012
FBI-Agent in Affäre Petraeus
Oben-ohne-Bild mit Einschuss
Tampa - Es ist eines der bizarreren Details in der an ungewöhnlichen Einzelheiten wahrlich nicht armen Affäre um den geschassten CIA-Chef David Petraeus, dessen Biografin Paula Broadwell und den US-General John Allen. Warum schickte ein FBI-Agent ein Oben-ohne-Bild von sich an Jill Kelley, die den Skandal mit ihrem Tipp an die Ermittler ins Rollen brachte? Und was genau ist auf dem Bild eigentlich zu sehen?
Nun scheint zumindest letztere Frage beantwortet. Die "Seattle Times" zeigt auf ihrer Internetseite das brisante Foto. Die Aufnahme zeigt FBI-Mann Frederick W. Humphries mit nacktem Oberkörper. Seine Arme hat der Ermittler um zwei lebensgroße Puppen geschlungen, denen Arme und Unterleib fehlen. An Körper und Kopf der Puppen sind zahlreiche Einschüsse zu erkennen.
Entstanden ist das Bild laut "Seattle Times" bereits im Jahr 2010 auf dem MacDill-Air-Luftwaffenstützpunkt in Florida. Die Einschüsse stammen von einem Waffentraining mit einem Sondereinsatzkommando der Polizei. Nach Informationen der Zeitung schickte Humphries das Bild per Mail an zahlreiche Bekannte. In der Nachricht soll sich die Zeile "Welcher von denen ist Fred?" befunden haben. Tatsächlich ähneln die Puppen dem FBI-Agenten stark.
Seit Bekanntwerden der Affäre war gerätselt worden, warum der Ermittler ein möglicherweise intimes Foto an Jill Kelley geschickt haben sollte. Beide kannten sich aus gehobenen Militärkreisen, in denen Kelley vor allem für ihre Auftritte auf Partys und Galas bekannt war. Nach Angaben von Humphries handelte es sich bei der Mail um einen Scherz. Spekulationen über einen möglichen sexuellen Inhalt der Nachricht entbehrten jeder Grundlage.
Kelley und FBI-Mann Humphries kannten sich seit Jahren - weshalb sich die 37-Jährige dem Fahnder anvertraute. Sie hatte im Sommer 2012 mysteriöse Droh-Nachrichten erhalten. Die Absenderin der belästigenden E-Mails: Paula Broadwell, Biografin von Petraeus und dessen Geliebte.
Humphries, den Kollegen als "Bulldogge" und "leidenschaftlich bis besessen" beschreiben, stufte die Angelegenheit zunächst als simplen Fall von Cyberstalking ein und leitete sie an die entsprechende Abteilung beim FBI weiter. Diese enttarnte Broadwell als Absenderin der E-Mails - und deckte ihre Affäre mit Petraeus auf.
jok

