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29.11.2012
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Gespräch im Weißen Haus

Obama und Romney treffen sich zum Lunch

Zum ersten Mal seit der Wahl sind US-Präsident Obama und sein Ex-Herausforderer Romney wieder aufeinandergetroffen: beim Mittagessen im Weißen Haus. Die Speisen seien "sehr lecker" gewesen - mehr wurde nicht verraten.

Washington - US-Präsident Barack Obama und der gescheiterte republikanische Kandidat Mitt Romney haben sich zum ersten Mal seit dem hart ausgefochtenen Wahlkampf gegenübergestanden - oder besser: gegenübergesessen. Obama empfing Romney am Donnerstag zu einem Mittagessen unter vier Augen im Weißen Haus. Der Republikaner fuhr in einem schwarzen Geländewagen vor und eilte in die Residenz des Präsidenten.

Der Lunch in Obamas privatem Esszimmer neben dem Oval Office fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten brauste Romney wieder davon, ohne mit Reportern zu sprechen. Regierungssprecher Jay Carney betonte, dass die Begegnung privat sei und verriet zunächst nur, dass die Speisen auf dem Tisch sicher "sehr lecker" seien.

Obama hatte die Präsidentschaftswahl am 6. November überraschend klar gewonnen, nachdem Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten. Der Präsident sicherte sich in den Bundesstaaten 332 Wahlmännerstimmen, Romney kam nur auf 206 Wahlmänner. Auch beim landesweiten Stimmenanteil lag Obama mit 51 Prozent vorne, Romney erhielt dagegen 48 Prozent.

Der Republikaner hatte nach seiner Niederlage mit verbitterten Äußerungen für Unverständnis auch in der eigenen Partei gesorgt. In einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf hatte Romney US-Medien zufolge erklärt, Obama habe die Wahl nur mit "Geschenken" für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen.

Der Präsident hatte in seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl seinem Kontrahenten eine Zusammenarbeit angeboten. "Es gibt bestimmte Aspekte in der politischen Bilanz von Gouverneur Romney, die sehr hilfreich sein könnten", sagte Obama. "Er hat einige Ideen im Wahlkampf vorgestellt, mit denen ich tatsächlich übereinstimme."

Keine Bewegung im Haushaltsstreit

Der Präsident steht in seiner zweiten Amtszeit vor der Herausforderung, die tiefen Gräben zwischen seiner Demokratischen Partei und den Republikanern zu überwinden. Der Dauerstreit zwischen beiden Lagern lähmt die Politik in Washington.

So treten Obama und die Republikaner auch bei ihren Gesprächen über einen Haushaltskompromiss auf der Stelle. In den vergangenen zwei Wochen seien keinerlei "substantielle Fortschritte" gemacht worden, sagte der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, am Donnerstag in Washington. Die Demokratische Partei müsse erst noch zeigen, dass sie es mit "echten" Ausgabenkürzungen "ernst" meine.

Boehner hatte sich zuvor mit Finanzminister Timothy Geithner getroffen, den Obama an die Spitze seines Verhandlungsteams berufen hatte. Der Republikaner sagte, die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen seien "offen und direkt" gewesen. Geithner habe aber keinen "spezifischen Plan" für die Reduzierung der Staatsausgaben vorgelegt. Der Finanzminister kam auch mit dem obersten Republikaner im Senat, Mitch McConnell, zusammen. McConnell warf dem Weißen Haus anschließend vor, sich von einem Kompromiss zu entfernen.

Obama hatte am Mittwoch eine Einigung im Haushaltsstreit bis Weihnachten gefordert. Zum Jahreswechsel drohen den USA drastische Ausgabenkürzungen und höhere Steuern. Ökonomen warnen, dass die ohnehin schwächelnde US-Wirtschaft über diese "Fiskalklippe" in eine Rezession stürzen könnte. Hauptstreitpunkt im Ringen um einen Haushaltskompromiss sind neben den Ausgabenkürzungen die von Obama geforderten stärkeren Lasten für Reiche. Die Republikaner, die das Repräsentantenhaus kontrollieren, lehnen Steuererhöhungen ab.

phw/AFP/dpa

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insgesamt 1 Beitrag
1. War es eine Voführung ?
goldkind7 30.11.2012
Man könnte beinahe annehmen, dass Obama zeigen wollte: Hier hättest du sein können, wenn es anders gelaufen wäre. Aber für derartige Triumpggeheule gibt er sich wohl nicht her. Obama muss unbedingt "gut Wetter" [...]
Man könnte beinahe annehmen, dass Obama zeigen wollte: Hier hättest du sein können, wenn es anders gelaufen wäre. Aber für derartige Triumpggeheule gibt er sich wohl nicht her. Obama muss unbedingt "gut Wetter" macvhen, will er einigermaßen glimpflich aus der verfahrenen Haushalssituation heraus kommen. Da können nicht genug Wege geebnet werden.

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