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30.11.2012
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Aufstand in Syrien

Uno rechnet mit dramatisch zunehmender Flüchtlingswelle

DPA

Flüchtlingskinder in Jordanien: Schon 465.000 Syrer haben ihre Heimat verlassen

Der Syrienkrieg entwickelt sich laut Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon immer brutaler. Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen. Bis Anfang kommenden Jahres erwartet die Uno 700.000 Flüchtlinge.

Damaskus - Uno-Generalsekretärs Ban Ki Moon hat vor einer weiteren Eskalation der Lage im syrischen Bürgerkrieg hingewiesen. Der Kampf werde immer gewaltreicher und brutaler. Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen, warnte Ban am Freitag in New York. Bis Anfang 2013 werde die Zahl der Flüchtlinge auf 700.000 steigen.

Der Uno-Sondervermittler Lakhdar Brahimi warnte vor einem Zerfall des Landes. Syrien drohe zu einem "gescheiterten Staat" zu werden, mahnte er vor der Uno-Vollversammlung. Er bat die Weltgemeinschaft um mehr Geld für humanitäre Hilfe. Der internationale Nothilfeplan sei bislang nur zur Hälfte finanziert, der regionale sogar nur zu einem Drittel.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rief zu humanitärer Hilfe speziell für die syrische Unruheprovinz Homs auf. Rund 250 000 Einwohner seien allein dort bereits auf der Flucht. Viele lebten in unbeheizten Notunterkünften, die Hälfte der Krankenhäuser sei geschlossen. "In den bevorstehenden Wintermonaten wird sich die Lage der Flüchtlinge verschlimmern", sagte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters. Insgesamt seien 465.000 Syrer vor der Gewalt in ihrer Heimat in Nachbarländer geflohen. Die Organisation will noch vor Weihnachten sechs Tonnen Medikamente nach Syrien schicken.

Schwere Kämpfe um den Flughafen

Die Kämpfe zwischen syrischen Rebellen und Regierungstruppen gingen auch am Freitag erbittert weiter. Im Zentrum stand der strategisch wichtige Flughafen der Hauptstadt Damaskus. Zwei Flughafenbeschäftigte seien getötet worden, als ihr Bus von Granaten getroffen worden sei, meldeten sowohl Oppositionelle als auch das Staatsfernsehen.

Die Aufständischen rückten nach eigenen Angaben bis auf wenige Kilometer an den Flughafen heran und brachten dabei auch Luftabwehrwaffen der Assad-Truppen in ihre Gewalt. Sie hätten zudem mehrere Armeefahrzeuge zerstört, teilte die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Das Staatsfernsehen meldete hingegen, das Militär habe die Straße zum Flughafen absichern können. Dieser liegt knapp 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Das Regime hatte seine Truppen in dem Gebiet über Nacht verstärkt.

Die Angriffe sind nach Einschätzung von Beobachtern ein Zeichen dafür, dass die Rebellen immer besser bewaffnet und organisiert sind. Die Aufständischen haben zuletzt Erfolge über die Truppen von Präsident Baschar al-Assad erzielt. Auf dem Land wurden verschiedene Militärbasen eingenommen, die Angriffe auf Damaskus verstärkt.

Egypt Air stellt Flüge ein

Die Kämpfe wirken sich auch auf den Luftverkehr aus. Die ägyptische Fluggesellschaft Egypt Air stellte ihre Flüge nach Damaskus und Aleppo aus Sicherheitsgründen ein. Tags zuvor hatte bereits die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai entschieden, Syrien nicht mehr anzufliegen.

Auch in der Innenstadt von Damaskus kam es zu Kämpfen: Ein Bewohner berichtete, schwarzer Rauch steige über dem Süden der Stadt auf, ständig sei Gefechtsfeuer zu hören. Ein Diplomat in Damaskus sagte, die Eskalation der Kämpfe in der Hauptstadt sei offenbar Teil einer Offensive der Regierungstruppen. Die Führung versuche, die Kontrolle über die Innenstadt zu festigen, während die Aufständischen die Gebiete im Süden und Osten unter Kontrolle haben. "Es scheint, dass eine entscheidende Phase in der Damaskus-Offensive begonnen hat", sagte er. Unter Oppositionellen kursieren Gerüchte über eine bevorstehende Großoffensive der Streitkräfte. Als Indiz dafür nannten sie den Internetausfall.

Das Internet und auch die Telefonverbindungen sind seit Donnerstag landesweit unterbrochen. Die Regierung macht für den Ausfall "Terroristen" verantwortlich. Informationsminister Omran al-Subi dementierte Spekulationen, wonach das Assad-Regime selbst das Internet abgeschaltet habe.

ler/dpa/AFP/dapd

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insgesamt 5 Beiträge
1.
Ernst August 30.11.2012
Zitat aus dem Artikel. Die Angriffe sind nach Einschätzung von Beobachtern ein Zeichen dafür, dass die Rebellen immer besser bewaffnet und organisiert sind. -- Ja, die Herren Beobachter haben recht - sie sollten [...]
Zitat von sysopDPADer Syrienkrieg entwickelt sich laut Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon immer brutaler. Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen. Bis Anfang kommenden Jahres erwartet die Uno 700.000 Flüchtlinge. http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-aus-syrien-uno-rechnet-mit-drastisch-steigender-zahl-a-870364.html
Zitat aus dem Artikel. Die Angriffe sind nach Einschätzung von Beobachtern ein Zeichen dafür, dass die Rebellen immer besser bewaffnet und organisiert sind. -- Ja, die Herren Beobachter haben recht - sie sollten mal genau hinschauen was die "Rebellen" damit treiben. Vorsicht, das ist selbst für im Laufe der Jahre Abgehärtete mit das härtetete VIdeo das es bisher gab. Syrian Army cleans up the Terror in Daraya, Syria. - YouTube (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=8zelWowWV3M) Die die ich meine sollten jetzt nicht ihre üblichen Sprüche ablassen denn sie haben schon zu ui vielen ihrer Tatorte zu viel gesagt. Schaut einfach hin und sucht keine Ausrden denn das waren die Rebellen wie die Anwohner sagen (nein es steht Niemand hinter ihnen und zwingt sie. Ja, die Reporterin ist ebenfalls abgehärtet denn es gibt genug solcher Massakervideos über die Rebellen die sie gesehenkommentiert hat aber sie will zeigen welche Verbrecher da über Syrien hergefallen sind). Also einfach mal anschauen den Mund halten und sich entscheiden wo man steht denn das ist wichtig wenn man mal gefragt wird ob man es gewusst hat.
2. Flüchtlingswelle
hansjot23 30.11.2012
Ich fürchte, der Spiegel bewegt sich langsam aber sicher in Richtung des Niveaus der Mehrzahl der Kommentatoren. "Uno-Generalsekretärs Ban Ki Moon hat vor einer weiteren Eskalation der Lage im syrischen Bürgerkrieg [...]
Ich fürchte, der Spiegel bewegt sich langsam aber sicher in Richtung des Niveaus der Mehrzahl der Kommentatoren. "Uno-Generalsekretärs Ban Ki Moon hat vor einer weiteren Eskalation der Lage im syrischen Bürgerkrieg hingewiesen." Aha, er hat vor einer Eskalation hingewiesen... "Der Kampf werde immer gewaltreicher und brutaler." Aha, bisher waren sie gewaltarm und sanft. "Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen, warnte Ban am Freitag in New York." Aha, er warnt. Wovor? "Uno" schreibt sich übrigens UNO... Zur Sache: Der Generalsekrätär sollte die Mitgliedsstaaten vor allen Dingen auffordern, humanitär, diplomatisch und kulturell zu wirken, statt Waffen bereitzustellen. In der UN-Charta steht gleich am Anfang als Aufgabe, „… den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen.“ (Wiki) Nur würde er das nicht erreichen, denn wir leben nicht in einer Traumwelt, und die UNO ist sowieso quasi handlungsunfähig. Und von den Machern im Petersdom, im Weissen Haus, in Moskau, in Berlin, im AA (oh weh) weiss man ja im Grossen und Ganzen, was man erwarten kann. Vorrangig ist jetzt zunächst, den Flüchtlingen zu helfen. Das geht nicht ohne Hilfsbereitschaft und Geld, wovon wenig da ist, aber es geht sicher ohne PAC-3-Raketen, von denen zu viele da sind...
3. Nein
Waldpinguie 30.11.2012
[QUOTE - Syrian Army cleans up the Terror in Daraya, Syria. - Also einfach mal anschauen den Mund halten und sich entscheiden wo man steht [/QUOTE]
[QUOTE - Syrian Army cleans up the Terror in Daraya, Syria. - Also einfach mal anschauen den Mund halten und sich entscheiden wo man steht [/QUOTE]
4.
lifeguard 30.11.2012
sie glauben also, mit einem fast 3 monate alten video beweisen zu können, gute armee kämpft gegen böse rebellen. und das mit einer reporterin, die sich in einer ungesicherten kriegszone bewegt. ihre einseitigkeit ist [...]
Zitat von Ernst AugustZitat aus dem Artikel. Die Angriffe sind nach Einschätzung von Beobachtern ein Zeichen dafür, dass die Rebellen immer besser bewaffnet und organisiert sind. -- Ja, die Herren Beobachter haben recht - sie sollten mal genau hinschauen was die "Rebellen" damit treiben. Vorsicht, das ist selbst für im Laufe der Jahre Abgehärtete mit das härtetete VIdeo das es bisher gab. Syrian Army cleans up the Terror in Daraya, Syria. - YouTube (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=8zelWowWV3M) Die die ich meine sollten jetzt nicht ihre üblichen Sprüche ablassen denn sie haben schon zu ui vielen ihrer Tatorte zu viel gesagt. Schaut einfach hin und sucht keine Ausrden denn das waren die Rebellen wie die Anwohner sagen (nein es steht Niemand hinter ihnen und zwingt sie. Ja, die Reporterin ist ebenfalls abgehärtet denn es gibt genug solcher Massakervideos über die Rebellen die sie gesehenkommentiert hat aber sie will zeigen welche Verbrecher da über Syrien hergefallen sind). Also einfach mal anschauen den Mund halten und sich entscheiden wo man steht denn das ist wichtig wenn man mal gefragt wird ob man es gewusst hat.
sie glauben also, mit einem fast 3 monate alten video beweisen zu können, gute armee kämpft gegen böse rebellen. und das mit einer reporterin, die sich in einer ungesicherten kriegszone bewegt. ihre einseitigkeit ist fast bewundernswert. aber ich will ihnen was sagen: etwas wie gut und böse gibt es in diesem krieg schon lange nicht mehr. beide seiten haben blut an den händen und das nicht zu wenig. gnade gibt es ebenso nicht mehr. regierung wie rebellen machen mit gefangenen der jeweils anderen seite kurzen prozeß. sie sollten sich mal fragen, warum seit tagen das i-net unterbrochen ist.
5. Wer unterstützt die Gewalt ? Werr Liefert Waffen und Geld an die "Aktivisten" ?
topodoro 01.12.2012
Also: Wenn die Türkei, Katar und Saudiarabien die gewalttätigen "Aktivisten" unterstützen, so sollen sie auch für die Flüchtlinge zahlen, die vor der Gewalt fliehen !
Zitat von hansjot23Ich fürchte, der Spiegel bewegt sich langsam aber sicher in Richtung des Niveaus der Mehrzahl der Kommentatoren. "Uno-Generalsekretärs Ban Ki Moon hat vor einer weiteren Eskalation der Lage im syrischen Bürgerkrieg hingewiesen." Aha, er hat vor einer Eskalation hingewiesen... "Der Kampf werde immer gewaltreicher und brutaler." Aha, bisher waren sie gewaltarm und sanft. "Bis zu 40.000 Menschen seien bereits ums Leben gekommen, warnte Ban am Freitag in New York." Aha, er warnt. Wovor? "Uno" schreibt sich übrigens UNO... Zur Sache: Der Generalsekrätär sollte die Mitgliedsstaaten vor allen Dingen auffordern, humanitär, diplomatisch und kulturell zu wirken, statt Waffen bereitzustellen. In der UN-Charta steht gleich am Anfang als Aufgabe, „… den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen.“ (Wiki) Nur würde er das nicht erreichen, denn wir leben nicht in einer Traumwelt, und die UNO ist sowieso quasi handlungsunfähig. Und von den Machern im Petersdom, im Weissen Haus, in Moskau, in Berlin, im AA (oh weh) weiss man ja im Grossen und Ganzen, was man erwarten kann. Vorrangig ist jetzt zunächst, den Flüchtlingen zu helfen. Das geht nicht ohne Hilfsbereitschaft und Geld, wovon wenig da ist, aber es geht sicher ohne PAC-3-Raketen, von denen zu viele da sind...
Also: Wenn die Türkei, Katar und Saudiarabien die gewalttätigen "Aktivisten" unterstützen, so sollen sie auch für die Flüchtlinge zahlen, die vor der Gewalt fliehen !

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