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02.12.2012
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Selbstmordattentat in Afghanistan

Mehrere Tote und Verletzte bei Taliban-Angriff

Erst zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe, dann gab es ein stundenlanges Feuergefecht: In Afghanistan haben Taliban einen schweren Angriff auf einen Stützpunkt der Internationalen Schutztruppe verübt. Mindestens zwölf Menschen starben, weitere wurden verletzt.

Dschalalabad - Bei einem Taliban-Angriff auf einen Stützpunkt der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) sind am Sonntag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Militärbasis in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sei beschossen worden, Selbstmordattentäter hätten Bomben gezündet, sagte ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums. Ein Taliban-Sprecher bestätigte die Anschläge.

Der Vize-Polizeichef der Provinz, Abdul Jamil Shamal, schilderte SPIEGEL ONLINE den morgendlichen Angriff im Osten Afghanistans: Einer der Angreifer habe am Haupttor der Basis an einem Militärflugplatz einen mit Sprengstoff beladenen Wagen zur Explosion gebracht. "Acht weitere Angreifer kamen aus einem anderen Wagen und stürmten das Tor des Flugfelds", so Shamal. Zwei Bombenangreifer seien von afghanischen Sicherheitskräften erschossen worden. "Weitere konnten fast vier Stunden lang Widerstand leisten." Dann seien auch sie erschossen worden.

Zu den Toten gab es zunächst leicht unterschiedliche Angaben. Laut Polizei wurden nahe des Eingangs des Militärflugplatzes zwölf Leichen geborgen, die Uniformen der afghanischen Sicherheitskräfte trugen. Es war allerdings zunächst unklar, ob es sich dabei um solche handelte oder um verkleidete Aufständische.

Ein Polizeisprecher konkretisierte die Angaben später und sagte, alle neun Aufständische, die die Basis mit Sprengstoff, Handfeuerwaffen und Panzerfäusten angegriffen hatten, seien getötet worden. Außerdem seien drei afghanische Wächter des Stützpunktes umgekommen. 14 afghanische sowie weitere internationale Soldaten wurden demnach verletzt.

"Die Operation begann um 6 Uhr Ortszeit", sagte Taliban-Sprecher Zabiullah Mojahid SPIEGEL ONLINE. Einer der Angreifer habe ein mit Sprengstoff beladenes Auto am Eingang gezündet, um den anderen den Weg in die Basis freizumachen.

Ein Isaf-Sprecher sagte, entgegen der Behauptung der Taliban sei es keinem Angreifer gelungen, in den Stützpunkt einzudringen. Die Isaf habe unter anderem Hubschrauber eingesetzt, um die Angreifer zurückzudrängen.

Bei einem Autobombenattentat auf denselben Standpunkt, der fast nur von Nato und US-Militär genutzt wird, waren im Februar neun Menschen getötet worden. Die Nato will ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bis Ende 2014 beenden und bis dahin die Sicherheitsverantwortung komplett an die Afghanen übergeben.

siu/Reuters/AFP/Mitarbeit Shoib Najafizada

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insgesamt 51 Beiträge
1. So sehen Sieger aus
Lemmi42 02.12.2012
es ist nur die Frage wer es ist,aber die NATO wohl eher nicht.
es ist nur die Frage wer es ist,aber die NATO wohl eher nicht.
2. Raus aus Afghanistan !
Bernhard.R 02.12.2012
Jedes freiheitsliebende Volk betrachtet es als seine Pflicht, fremde Besatzer hinauszuwerfen. Die Afghanen haben das schon mehrfach getan. Die Engländer haben das 1842 zu spüren bekommen, übrigens auch in Dschalalabad, mit [...]
Jedes freiheitsliebende Volk betrachtet es als seine Pflicht, fremde Besatzer hinauszuwerfen. Die Afghanen haben das schon mehrfach getan. Die Engländer haben das 1842 zu spüren bekommen, übrigens auch in Dschalalabad, mit 13.000 Toten. Die Russen 1989 mit 15.000 Toten. Die lernunfähigen Nato-Krieger und Politker werden es noch einmal erfahren. Der Freiheitswille dieses Volkes ist nicht zu brechen. Mögen auch der oberste Wahlfälscher und einige Kollaborateure die USA und ihre Vasallen unterstützen. Wie in Vietnam wird am Ende das Volk siegreich sein.
3.
c++ 02.12.2012
Die Afghanen haben bisher noch jede Besatzungsmacht rausgeworfen. Je eher wir unsere Truppen dort rausholen, desto besser. Gegen die afghanischen Aktivisten haben die Bundeswehr und die Nato dort weder eine Chance noch eine [...]
Die Afghanen haben bisher noch jede Besatzungsmacht rausgeworfen. Je eher wir unsere Truppen dort rausholen, desto besser. Gegen die afghanischen Aktivisten haben die Bundeswehr und die Nato dort weder eine Chance noch eine Legitimation.
4. Theodor Fontane ...
ekiwitt 02.12.2012
dichtete anno 1858 in seinem "Trauerspiel von Afghanistan": ... Die hören sollen, sie hören nicht mehr, Vernichtet ist das ganze Heer, Mit dreizehntausend der Zug begann, Einer kam heim aus Afghanistan. [...]
dichtete anno 1858 in seinem "Trauerspiel von Afghanistan": ... Die hören sollen, sie hören nicht mehr, Vernichtet ist das ganze Heer, Mit dreizehntausend der Zug begann, Einer kam heim aus Afghanistan. http://de.wikisource.org/wiki/Das_Trauerspiel_von_Afghanistan_(Fontane) Eckhardt Kiwitt, Freising
5. na ja
keppler 02.12.2012
mit "Volk" wäre ich vorsichtig.
Zitat von Bernhard.RJedes freiheitsliebende Volk betrachtet es als seine Pflicht, fremde Besatzer hinauszuwerfen. Die Afghanen haben das schon mehrfach getan. Die Engländer haben das 1842 zu spüren bekommen, übrigens auch in Dschalalabad, mit 13.000 Toten. Die Russen 1989 mit 15.000 Toten. Die lernunfähigen Nato-Krieger und Politker werden es noch einmal erfahren. Der Freiheitswille dieses Volkes ist nicht zu brechen. Mögen auch der oberste Wahlfälscher und einige Kollaborateure die USA und ihre Vasallen unterstützen. Wie in Vietnam wird am Ende das Volk siegreich sein.
mit "Volk" wäre ich vorsichtig.

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