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04.12.2012
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Konflikt mit Syrien

Nato verlegt "Patriot"-Raketen in die Türkei

DPA / Bundeswehr

Abschuss eines "Patriot"-Lenkflugkörpers der Bundeswehr (Archivbild): Hilfe für die Türkei

Die Nato unterstützt die Türkei beim Schutz gegen mögliche Angriffe aus Syrien. Die Allianz schickt "Patriot"-Raketen. Das haben die Außenminister des Militärbündnisses jetzt beschlossen.

Brüssel - Schon in Kürze sollen "Patriot"-Raketen der Nato an die türkisch-syrische Grenze verlegt werden. Das haben die Außenminister des Militärbündnisses jetzt in Brüssel entschieden. Am Dienstagabend gab die Nato offiziell grünes Licht für die Stationierung von Raketenabwehrsystemen. Das Bündnis reagierte damit auf eine Bitte der Türkei, die sich nach eigener Darstellung gegen mögliche Angriffe aus Syrien schützen will.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen stellte am Dienstag klar, dass die Abwehrbatterien in der Türkei nur zur Bekämpfung von anfliegenden Raketen eingesetzt werden sollen. Es gehe um eine reine Verteidigungsmission, nicht um die Einrichtung einer Flugverbotszone über Syrien, sagte Rasmussen der türkischen Zeitung "Hürriyet". Die "Patriot"-Systeme für den Einsatz in der Türkei würden so ausgelegt, dass sie nur Raketen bekämpfen könnten, aber keine Kampfflugzeuge, sagte Rasmussen laut "Hürriyet". Der Einsatz sei als Abschreckung gedacht.

Zuletzt hatte ein Team aus Experten in der Region nach geeigneten Standorten für die Raketenbatterien gesucht. Die Systeme sollen von einem Nato-Luftwaffenkommando in Ramstein in Rheinland-Pfalz gelenkt werden.

Nur Deutschland, die Niederlande und die USA verfügen über das modernste "Patriot"-System. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat bereits erklärt, dass Deutschland zur Entsendung der Raketen bereit sei. Der Bundestag soll noch in diesem Monat über den damit verbundenen Einsatz deutscher Soldaten entscheiden.

Die Türkei hatte die Stationierung Ende November als Schutzmaßnahme gegen mögliche Angriffe aus Syrien beantragt. Ankara verlangt aber auch seit Monaten die Einrichtung einer Flugverbotszone über dem Norden des Nachbarlandes Syrien. Dazu wäre nach Auffassung der Nato jedoch ein Mandat der Vereinten Nationen nötig.

Wegen des syrischen Bürgerkrieges waren auch auf türkischer Seite der rund 900 Kilometer langen Grenze Granaten eingeschlagen, die allerdings auch die "Patriots" nicht abfangen könnten. Auf den erneuten Beschuss aus Syrien reagierte die Türkei am Montag mit der Entsendung von Kampfflugzeugen an die gemeinsame Grenze.

Eine Staffel von "Patriot"-Abfangraketen besteht aus acht Spezialfahrzeugen. Auf jedem dieser Fahrzeuge werden acht Raketen zum Abschuss bereitgehalten. Für den Betrieb einer "Patriot"-Batterie werden etwa 85 Soldaten benötigt.

hen/Reuters/dpa

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insgesamt 143 Beiträge
1. diese meldung passt zu der anderen, der chemiewaffenbesorgnis ...
blitzunddonner 04.12.2012
... der usa. wer das nicht sieht ...
... der usa. wer das nicht sieht ...
2. Staatsterrorimus
kuehtaya 04.12.2012
USA und Deutschland als Dackel an der Leine hinten dran betreiben Staatsterrorimus und verhelfen den Muslimbrüdern und Salafisten in Syrien an die Macht. Ich kann nicht fassen das ich in einem solchen Staat lebe.
Zitat von sysopDie Nato unterstützt die Türkei beim Schutz gegen mögliche Angriffe aus Syrien. Die Allianz schickt "Patriot"-Raketen. Das haben die Außenminister des Militärbündnisses jetzt beschlossen. Konflikt mit Syrien: Nato verlegt "Patriot"-Raketen in die Türkei - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/konflikt-mit-syrien-nato-verlegt-patriot-raketen-in-die-tuerkei-a-870801.html)
USA und Deutschland als Dackel an der Leine hinten dran betreiben Staatsterrorimus und verhelfen den Muslimbrüdern und Salafisten in Syrien an die Macht. Ich kann nicht fassen das ich in einem solchen Staat lebe.
3. Schon wieder Ramstein!
kahabe 04.12.2012
Wird es Herrn Erdogan überhaupt interessieren, das unser Grundgesetz die Vorbereitung eines Angriffskreiges von deutschem Boden aus verbietet. Er braucht sich nicht zu sorgen. Ramstein ist amerikanischer Boden. Auch wenn nicht [...]
Wird es Herrn Erdogan überhaupt interessieren, das unser Grundgesetz die Vorbereitung eines Angriffskreiges von deutschem Boden aus verbietet. Er braucht sich nicht zu sorgen. Ramstein ist amerikanischer Boden. Auch wenn nicht mehr verteidigt wird.
4. Asyl für Assad ?
mainstreet 04.12.2012
Die Herstellung von Chemiewaffen werden Assad sehr schnell ins Asyl führen welches er wahrscheinlich in Russland bekommt. Aber so oder so wird sich die Demokratie in Syrien jetzt sehr schnell durchsetzen,,,
Die Herstellung von Chemiewaffen werden Assad sehr schnell ins Asyl führen welches er wahrscheinlich in Russland bekommt. Aber so oder so wird sich die Demokratie in Syrien jetzt sehr schnell durchsetzen,,,
5. Präsenz zeigen
roskipper 04.12.2012
Das ist gut so. Endlich mal den Russen und Chinesen zeigen wo's im Nahen Osten lang geht.
Das ist gut so. Endlich mal den Russen und Chinesen zeigen wo's im Nahen Osten lang geht.

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