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05.12.2012
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Siedlungsbau im Westjordanland

EU bestellt israelischen Botschafter ein

Die Europäische Union verlangt eine Erklärung Israels zu dem neuen Bauprojekt im Westjordanland: Der Botschafter des Landes in Brüssel wurde einbestellt. Man wolle ihm zudem das "tiefe Besorgnis" der EU verdeutlichen.

Tel Aviv - Mehr als 3000 Wohnungen will Israel im Westjordanland und in Ost-Jerusalem bauen - und wird dafür international heftig kritisiert. Nun hat sich auch die Europäische Union eingemischt. Am Mittwoch wurde der israelische Botschafter des Landes in Brüssel einbestellt und um eine Erklärung gebeten. Man werde ihn zudem die "tiefe Besorgnis" der EU wegen der jüngsten Entwicklungen zum Ausdruck bringen, erklärte eine Sprecherin.

Bereits am Montag hatten Frankreich und Großbritannien die jeweiligen Botschafter Israels vorgeladen. Ein Sprecher der israelischen Botschaft in Paris sagte, Botschafter Yossi Gal sei vom französischen Außenministerium einbestellt worden. Das Ministerium bestätigte den Vorgang.

Das britische Außenministerium teilte mit, der israelische Botschafter in London, Daniel Taub, sei zu einem Gespräch mit dem für den Nahen Osten zuständigen Außenstaatssekretär Alistair Burt gebeten worden. Zuvor hatten Regierungsverantwortliche bereits eine "starke Reaktion" auf Israels Pläne angekündigt. Zudem hatten beide Länder laut über den Abzug der eigenen Vertreter in Israel nachgedacht.

Am Mittwochabend wird der israelische Premier Benjamin Netanjahu in Berlin erwartet. Er wird sich dort mit Kanzlerin Angela Merkel zu Regierungskonsultationen treffen. Dabei soll es auch um die neuen Baupläne der Regierung gehen. Die Bundesregierung hatte zuletzt zu ein "offenes Gespräch unter Freunden" angekündigt - ein unmissverständlicher Hinweis darauf, dass man Klartext reden will.

Der Hintergrund der diplomatischen Überwerfungen: Nach der Aufwertung der Palästinenser bei den Vereinten Nationen hatte Israel den Bau weiterer Wohnungen für jüdische Siedler angekündigt. Die Pläne sind besonders heikel, weil die Palästinenser befürchten, dadurch von Ost-Jerusalem abgeschnitten zu werden, das sie zu ihrer Hauptstadt bei einer angestrebten Zwei-Staaten-Lösung machen wollen.

jok/AFP/Reuters

Forum

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insgesamt 4 Beiträge
1. Die Pläne sind besonders heikel
Waldpinguie 05.12.2012
wohl mehr schon seit langem bekannt. Ich wage zu vermuten, die israelische Regierung plant etwas ganz anderes. Ein Verzicht, auf einen weiteren Siedlungsbau, könnte Israel in eine sehr vorteilhafte Position bringen...
wohl mehr schon seit langem bekannt. Ich wage zu vermuten, die israelische Regierung plant etwas ganz anderes. Ein Verzicht, auf einen weiteren Siedlungsbau, könnte Israel in eine sehr vorteilhafte Position bringen...
2. Wer wirklich Frieden will
schnitti23 05.12.2012
Wer wirklich Frieden will, der baut nicht im besetzten Gebiet immer neue Siedlungen! Das macht man nur, wenn man den Friedensprozess um jeden Preis sabotieren will, sich nach außen aber verhandlungsbereit zeigt. Ein verlogenes [...]
Wer wirklich Frieden will, der baut nicht im besetzten Gebiet immer neue Siedlungen! Das macht man nur, wenn man den Friedensprozess um jeden Preis sabotieren will, sich nach außen aber verhandlungsbereit zeigt. Ein verlogenes Spiel!
3. Vorschlag
nomadas 06.12.2012
Wir sehen den jüngsten Siedlungsbau mal ganz anders. Die UN erkennt Palästina an, Beobachterstatus und Israel baut neue Siedlungen für...na? Ja, für die ersten palästinensischen Familien, die bisher am meisten gelitten haben. Das [...]
Wir sehen den jüngsten Siedlungsbau mal ganz anders. Die UN erkennt Palästina an, Beobachterstatus und Israel baut neue Siedlungen für...na? Ja, für die ersten palästinensischen Familien, die bisher am meisten gelitten haben. Das Ranking stammt vom Mossad, ist also lupenrein. - Das wäre ein Ding!? Wau, das ist der Beginn der Zweistaatenlösung. Die warlords lösen den Horror-Gaza auf und siedeln die armen Schlucker um, ins Westjordanland! Die Hamas ist platt, implodiert, keiner will sie mehr. Mensch Bibi, du alter Haudegen, jetzt gehst du noch in die Weltgeschichte ein, als Nahost-Friedensstifter- pax bibi -
4. Bitte Korrekt
+LY 06.12.2012
das betrifft auch den Artikel von heute, Netanjahu in Berlin bei Merkel, dieser mit Absicht nicht im Forum, können Sie bitte, bei dieser schwierigen Gemengelage, korrekt ausführen und unterscheiden zwischen den Handlungen [...]
Zitat von sysopDie Europäische Union verlangt eine Erklärung Israels zu dem neuen Bauprojekt im Westjordanland: Der Botschafter des Landes in Brüssel wurde einbestellt. Man wolle ihm zudem das "tiefe Besorgnis" der EU verdeutlichen. Siedlungsbau im Westjordanland: EU bestellt Israels Botschafter ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/siedlungsbau-im-westjordanland-eu-bestellt-israels-botschafter-ein-a-871187.html)
das betrifft auch den Artikel von heute, Netanjahu in Berlin bei Merkel, dieser mit Absicht nicht im Forum, können Sie bitte, bei dieser schwierigen Gemengelage, korrekt ausführen und unterscheiden zwischen den Handlungen der Israelischen Regierung und den Handlungen, Stimmungen, Willen des Israelischen Volkes und des in Israel wohnenden palästinensischen Volkes, in aller Differenzierung! Ich kann und will Ihre Verkürzungen nicht ertragen!

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