Lade Daten...
14.12.2012
Schrift:
-
+

Satellitenträger

Südkorea untersucht Trümmer von Kims Rakete

Foto: REUTERS

Nordkorea bejubelt seinen Erfolg: Hunderttausende Menschen feiern den erfolgreichen Raketentest des kommunistischen Regimes. Erzfeind Südkorea fischte inzwischen Trümmerteile aus dem Meer. Sie sollen Aufschluss über den tatsächlichen Stand der Technik geben.

Seoul - Südkorea hat Teile der nordkoreanischen Rakete aus dem Meer geborgen, die am Mittwoch gezündet wurde. Es will nun die Trümmer untersuchen, um den Fortschritt der nordkoreanischen Technik zu beurteilen. Die erste Stufe des Flugkörpers landete westlich der koreanischen Halbinsel. Die südkoreanische Marine barg sie bereits kurz nach dem Start der Rakete. Die zweite Stufe ging östlich der Philippinen nieder.

Laut der Nachrichtenagentur Yonhap hieß es aus dem Verteidigungsministerium, dass die geborgenen Teile nun zur zweiten Kommandoflotte nach Pyeongtaek gebracht würden. Es sei nützliches Material, wurde ein Sprecher des Ministeriums zitiert. Offenbar handelt es sich um einen Treibstofftank, der den Namen des Raketentyps "Unha-3" trägt. An der Untersuchung sind zivile und militärische Experten aus Südkorea sowie US-Spezialisten beteiligt.

Fotostrecke

Raketentest: Nordkorea feiert Kim

Es war der erste erfolgreiche Versuch des nordkoreanischen Regimes, mittels einer dreistufigen Rakete einen Satelliten in den Orbit zu bringen. Das Land kündigte am Freitag weitere Starts an. Laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA bat Kim Jong Un darum. Sie zitierte ihn mit den Worten, Nordkorea habe zu Hause und weltweit seinen unerschütterlichen Standpunkt gezeigt, das legitime Recht darauf zu haben, den Weltraum friedlich zu nutzen.

Menschenmassen in den Straßen

Am Freitag feierten Hunderttausende Soldaten und Zivilisten im Zentrum von Pjöngjang den Raketentest. Die Menge auf dem Kim-Il-Sung-Platz bejubelte Reden von ranghohen Militärs sowie Regierungs- und Parteivertretern, die den Erfolg des Tests feierten, wie das Staatsfernsehen zeigte. Der Raketentest sei ein Verdienst der "endlosen Loyalität, des Muts und der Weisheit" von Machthaber Kim Jong Un, sagte der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Jang Chol.

Trotz aller internationaler Warnungen hatte Nordkorea am Mittwoch von der Westküste zum zweiten Mal in diesem Jahr eine dreistufige Rakete des Typs Unha-3 gestartet. Das Land sprach vom Raumtransport eines Satelliten zu Forschungszwecken. Die USA, Südkorea und andere Staaten sehen darin einen verschleierten Test zur Entwicklung von Interkontinentalraketen für Atomsprengköpfe. Eine Unha-3-Rakete war im April kurz nach dem Abheben explodiert.

Die Funktion des Satelliten sei noch unklar, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul, Kim Min Seok. Auch könne normalerweise erst nach zwei Wochen gesagt werden, ob der Satellit fehlerfrei arbeite. Aber "im Moment arbeitet er normal". Die Umlaufzeit auf einer elliptischen Bahn betrage 95,4 Minuten. Dagegen berichtete der US-Sender NBC auf seiner Website, das von der Unha-3 ausgesetzte Objekt scheine "außer Kontrolle zu geraten".

ler/dpa/AFP

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 112 Beiträge
1. verräterische Bilder
meinmein 14.12.2012
Können die noch nicht mal das Hauptquartier heizen? Oder warum sitzt der Chef da (Bild 8) im Mantel mit Pelzkragen? Und er ist so dumm, dass er sich mit Zigarette ablichten läßt und damit als labiler Suchtkranker geoutet wird.
Können die noch nicht mal das Hauptquartier heizen? Oder warum sitzt der Chef da (Bild 8) im Mantel mit Pelzkragen? Und er ist so dumm, dass er sich mit Zigarette ablichten läßt und damit als labiler Suchtkranker geoutet wird.
2. Ist
cour-age 14.12.2012
ist doch klar, dass die Nordkoreaner da eine alte sowjetische oder chinesische Rakete restauriert, übermalt und abgeschossen haben.
Zitat von sysopNordkorea bejubelt seinen Erfolg: Hunderttausende Menschen feiern den erfolgreichen Raketentest des kommunistischen Regimes. Erzfeind Südkorea fischte inzwischen Trümmerteile aus dem Meer. Sie sollen Aufschluss über den tatsächlichen Stand der Technik geben. Südkorea birgt Trümmer nach Raketentest in Südkorea - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedkorea-birgt-truemmer-nach-raketentest-in-suedkorea-a-872864.html)
ist doch klar, dass die Nordkoreaner da eine alte sowjetische oder chinesische Rakete restauriert, übermalt und abgeschossen haben.
3. Uhhhhh Böse
felisconcolor 14.12.2012
man zeigt uns im fortschrittlichen Europa ein Bild (8) von einem rauchenden Staatoberhaupt und das auch noch in einem Gebäude. Völlig politisch und sonst wie unkorrekt. Das zeugt nicht gerade von einem Fortschritt eines [...]
Zitat von sysopNordkorea bejubelt seinen Erfolg: Hunderttausende Menschen feiern den erfolgreichen Raketentest des kommunistischen Regimes. Erzfeind Südkorea fischte inzwischen Trümmerteile aus dem Meer. Sie sollen Aufschluss über den tatsächlichen Stand der Technik geben. Südkorea birgt Trümmer nach Raketentest in Südkorea - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedkorea-birgt-truemmer-nach-raketentest-in-suedkorea-a-872864.html)
man zeigt uns im fortschrittlichen Europa ein Bild (8) von einem rauchenden Staatoberhaupt und das auch noch in einem Gebäude. Völlig politisch und sonst wie unkorrekt. Das zeugt nicht gerade von einem Fortschritt eines real existierenden Sozialismus. Und dann will man uns erzählen dieses Volk hätte einen Satelliten in eine Umlaufbahn geschossen? In wahrhaft fortschrittlichen Staaten wird doch nur hinter verschlossenen Türen geraucht. Und das wird der real existierenden freiheitlichen Demokratie auch noch gelingen dieses auszumerzen
4. Ich finde es schon traurig...
privado 14.12.2012
...dass ein ganzes Land von einem dicken Kind mit komischer Frisur befehligt wird. Für die Menschen dort, denen es meist dreckig geht, ist die befohlene Freude und der erzwungene Jubel sicher ein Hohn.
...dass ein ganzes Land von einem dicken Kind mit komischer Frisur befehligt wird. Für die Menschen dort, denen es meist dreckig geht, ist die befohlene Freude und der erzwungene Jubel sicher ein Hohn.
5. Na dann...
frank.w 14.12.2012
...hoffen wir mal das Kim nicht Spon ließt und sich seine Raketenteile wiederholen will...
...hoffen wir mal das Kim nicht Spon ließt und sich seine Raketenteile wiederholen will...

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

VIDEO

VIDEO

Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter RSS
alles zum Thema Nordkorea
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten