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14.12.2012
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Erfolge der Rebellen

Vier Wege in Syriens Zukunft

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Foto: REUTERS

Im Kampf gegen Diktator Assad machen Syriens Rebellen Fortschritte. Die Nato hofft bereits auf einen baldigen Kollaps des Regimes in Damaskus. Doch kommt der wirklich? Wie geht es im Bürgerkriegsland weiter? Vier Szenarien sind möglich.

Steht das Regime von Syriens Präsident Baschar al-Assad schon bald vor dem Zusammenbruch? Im ganzen Land haben die Rebellen in den vergangenen Monaten ihren Einfluss ausgeweitet, der Druck auf die Regierung steigt von Tag zu Tag, und Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hält den Zerfall des Regimes nur für eine Frage der Zeit.

Sogar Russland scheint sich auf den Sturz Assads vorzubereiten - auch wenn Moskau die Aufsehen erregenden Äußerungen von Vizeaußenminister Michail Bogdanow am Freitag relativierte, dass ein Sieg der Aufständischen nicht auszuschließen sei. "Russland hat seine Position zu Syrien nicht verändert und wird sie nicht verändern", schob Ministeriumssprecher Alexander Lukaschewitsch hinterher.

Doch das Blatt hat sich offenbar zu Gunsten der Rebellen gewandelt. Denn Assad gehen die Unterstützer aus. Es fehlt an willigen Fußsoldaten. Schätzungsweise über 10.000 syrische Soldaten und Milizionäre sind inzwischen gestorben. Syrer in Wehrdienst-Alter fliehen in Massen. Das Regime muss auf immer weitere Altersgruppen unter den Alawiten zurückgreifen - der Minderheitskonfession, der auch Assad angehört.

Selbst die Lufthoheit der Assad-Kampfjets gibt es nicht mehr uneingeschränkt, seit die Rebellen in einem syrischen Militärstützpunkt bei Aleppo Abwehrraketen erbeuteten. Das Regime zieht derzeit in Damaskus Mauern hoch, um sich in Sympathisanten-Stadtteilen einzubunkern.

Syriens Wirtschaft ist größtenteils zusammengebrochen unter den Sanktionen und den Folgen des Krieges. Erst in diesen Tagen hat das Handelsministerium die Ausfuhr von Fleisch und Gemüse verboten. Einen an Normalität grenzenden Alltag gibt es nur noch in wenigen Teilen des Landes. In Homs oder Damaskus gehen die Menschen nur dann zur Arbeit, wenn gerade die Waffen schweigen. Staatsangestellte beziehen dort noch immer ihr Gehalt, in Aleppo im Norden nicht mehr.

Wie geht es in Zukunft in Syrien weiter? Folgende Szenarien kommen in Frage:

Wie es mit Syrien weitergeht, ist also nur sehr bedingt vorherzusagen . Das Regime hat schon manches überlebt, was anderen Diktatoren das Genick gebrochen hätte - die Flucht von über drei Dutzend Generälen oder den Tod fast der gesamten Riege der führenden Sicherheitsberater im Juli 2012. Es kann noch immer auf wichtige Unterstützer in der Region zählen - allen voran Iran, die libanesische Hisbollah und Russland. Dass es jedoch jemals wieder ganz Syrien beherrschen könnte, gilt als ausgeschlossen.

Aktuell ist das wahrscheinlichste Szenario ein jahrelanger Bürgerkrieg mit oder ohne Assad. Überraschungen, die alles verändern könnten, wie erfolgreiche Verhandlungen mit hochrangigen Regimevertretern für einen schnellen Abgang Assads, sind jedoch nicht auszuschließen.

Forum

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insgesamt 140 Beiträge
1. Whatever. Ich vermag schlicht nicht
HappyPrimateIdiot 14.12.2012
mehr zu glauben, dass es den Syrern nach Assad besser geht als vorher. Den Irakern geht es schlechter, den Libyern geht es schlechter. Wie genau es den Aegyptern geht (genauso ?) und den Tunesiern (bei denen koennte es [...]
Zitat von sysopIm Kampf gegen Diktator Assad machen Syriens Rebellen Fortschritte. Die Nato hofft bereits auf einen baldigen Kollaps des Regimes in Damaskus. Doch kommt der wirklich? Wie geht es im Bürgerkriegsland weiter? Vier Szenarien sind möglich. Syrien: Vier Szenarien für die Zukunft - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-vier-szenarien-fuer-die-zukunft-a-872919.html)
mehr zu glauben, dass es den Syrern nach Assad besser geht als vorher. Den Irakern geht es schlechter, den Libyern geht es schlechter. Wie genau es den Aegyptern geht (genauso ?) und den Tunesiern (bei denen koennte es sogar geklappt haben), weiss ich nicht. Aber in A und T hat es auch keine "Befreiung" durch ferngelenkte Intervention gegeben.
2. wahrscheinlich
sysiphus-neu 14.12.2012
Am wahrscheinlichsten erscheint mir das Szenario "Warlordisierung" in einer Art Groß-Libanon. Damit wäre aber jahrelanger Dauerkrieg der verschiedenen Ethnien um die Großstädte und die Ressourceb vorprogrammiert. [...]
Am wahrscheinlichsten erscheint mir das Szenario "Warlordisierung" in einer Art Groß-Libanon. Damit wäre aber jahrelanger Dauerkrieg der verschiedenen Ethnien um die Großstädte und die Ressourceb vorprogrammiert. Zumindest der sunnitische Provinzteil dürfte dann zu Waziristan 2.0 mutieren. Das Szenario "Sieg der Rebellen" ist sehr unwahrscheinlich, mangels militärischer Potenz und Unterstützung durch eine Bevölkerungsmehrheit. Das Szenario "Verhandlungen" wurde bislang stets von den Rebellen ausgeschlossen, "Intervention" von der NATO ausgeschlossen. Irgendwann werden die USA, Russland und China einen geopolitischen Deal machen und eine Lösung herbeiführen.
3. Daraya aktuell
strobile 14.12.2012
http://apxwn.blogspot.de/2012/12/daraya-aktuell.html#more in Daraya hatten sich nach Einschätzung der syrischen Armee um die 20.000 bewaffnete Kämpfer zu einem geplanten Sturm auf Damaskus verschanzt, der von der syrischen [...]
http://apxwn.blogspot.de/2012/12/daraya-aktuell.html#more in Daraya hatten sich nach Einschätzung der syrischen Armee um die 20.000 bewaffnete Kämpfer zu einem geplanten Sturm auf Damaskus verschanzt, der von der syrischen Regierung zuvorkommend vereitelt wurde - u.a. durch die dreitägige Abschaltung des Mobilfunknetzes, wodurch die Banden gezwungen waren, Satelittentelefone zu benutzen und damit zu orten waren. Seitdem werden sie systematisch aufgerieben.
4.
sagichned 14.12.2012
Mit der gleichen Taktik ist man schon im Sommer gescheitert. Da gab es ja auch gefakte und gekaufte Überläufermeldungen stundenweise. Jetzt wird über irgendawelche Erfolge geschwurbelt. Anscheinend glaubt man beim Wiederholen [...]
Mit der gleichen Taktik ist man schon im Sommer gescheitert. Da gab es ja auch gefakte und gekaufte Überläufermeldungen stundenweise. Jetzt wird über irgendawelche Erfolge geschwurbelt. Anscheinend glaubt man beim Wiederholen immer des gleichen Unsinns irgendwann mal Erfolg zu haben.
5. Chaos
Der Doc 14.12.2012
Am wahrscheinlichsten ist ein Chaos. Davon würden vor allem der Iran, China und Russland profitieren - egal ob Assad bleibt oder nicht. So könnten Kleinwaffen aus diesen Staaten unter der kämpfenden Bevölkerung verteilt werden. [...]
Am wahrscheinlichsten ist ein Chaos. Davon würden vor allem der Iran, China und Russland profitieren - egal ob Assad bleibt oder nicht. So könnten Kleinwaffen aus diesen Staaten unter der kämpfenden Bevölkerung verteilt werden. Zudem entstünde ein weiterer chaotischer und destabilisierter Staat, diesmal sogar an der Grenze zu Israel. Ein Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West um die Vorherrschaft in der erdölreichen Region. Für den Iran ist es eine Win-Win-Situation.

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