Lade Daten...
15.12.2012
Schrift:
-
+

Blutbad in Connecticut

Obama gegen den Waffenwahn

Von und
Foto: AP

"Wir müssen handeln": Barack Obama hat Klartext gesprochen nach dem Attentat von Connecticut, soweit es in diesem tragischen Moment möglich war. Jetzt liegt es am US-Präsidenten, gegen Amerikas Waffenwahn vorzugehen. Kann er das schaffen?

"Das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, darf nicht beeinträchtigt werden." Zweiter Zusatzartikel zur US-Verfassung

Dieses Bild wird bleiben: der weinende Präsident. Vier Minuten lang redet Barack Obama über die Tragödie von Connecticut. Über die zwanzig "wunderschönen kleinen Kinder", die erschossen wurden in der Grundschule in Sandy Hook. Über die sechs toten Erwachsenen, darunter die Schuldirektorin. Obama schluchzt nicht. Er wischt sich nur stumm mit dem Zeigefinger die Tränen weg. Einmal, zweimal, immer wieder.

Der mächtigste Mann der Welt starrt auf seinen Redezettel. Er starrt, wartet, bis er sich gefangen hat: "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht", sagt er. Starren, Warten, Wischen. "Wir müssen zusammenkommen und bedeutsam handeln, um Tragödien wie diese zu verhindern. Ohne Rücksicht auf Parteipolitik."

Der ganz alltägliche Waffenwahn

Das ist der entscheidende Satz an diesem Abend: Nicht nur trauern, sondern handeln. Zugleich ist es aber auch ein ganz und gar altbekannter Satz: Der Präsident Obama hat ihn so oder so ähnlich schon viele Male gesagt. Zuletzt nach dem Kino-Amoklauf von Colorado, im Juli. Da waren es zwölf Tote. Kurz darauf wurden in einem Sikh-Tempel sechs Menschen erschossen. Und dann sind da noch all jene ungezählten Tragödien, die ein paar Tage aufflackern und dann wieder verpuffen. Neulich etwa, als ein Footballspieler seine Freundin und sich selbst erschoss.

Fotostrecke

Schießerei in Connecticut: Bluttat an der Sandy-Hook-Grundschule
Jahr für Jahr sterben gut 30.000 Amerikaner bei Schießereien. Zu Hause, auf der Straße. Oder in der Schule. Das Magazin "Mother Jones" hat ermittelt, dass es in den USA seit 1982 mindestens 61 Schusswaffen-Massaker in 30 Bundesstaaten gegeben hat. Fast die Hälfte der elf schwersten Taten ereigneten sich demnach seit 2007. Damit liegt Amerika weltweit auf Platz eins im Ranking der schwersten Schießereien, elf von 20 Taten in den letzten fünf Jahrzehnten passierten in den USA.

Während sich immer mehr Massaker ereignen, ist die Gesamtzahl der US-Waffenträger seit Jahrzehnten rückläufig. "Der Besitz von Feuerwaffen ist auf oder nahe dem Allzeittief", schrieb der Politwissenschaftler Patrick Egan nach dem Amoklauf von Colorado. Sonderlich tief ist dieses Allzeittief aus europäischer Perspektive freilich nicht: Mehr als 200 Millionen Schusswaffen liegen in den US-Privathaushalten. Das ist der ganz alltägliche Waffenwahn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Der zweite Zusatzartikel der Verfassung aus dem 18. Jahrhundert hat den Amerikanern eines der liberalsten Waffengesetze der Welt beschert.

Und nun, nach Connecticut: tatsächlich handeln?

Barack Obama hat es während der letzten vier Jahre nicht vermocht, den einst von Vorvorgänger Bill Clinton durchgesetzten Bann gegen halbautomatische Sturmgewehre zu reaktivieren. Im Jahr 2004 lief das auf zehn Jahre befristete Gesetz aus. George W. Bush störte das nicht. Obama schon. Sagt er jedenfalls.

Aber bisher geschah: nichts.

Als vor zwei Jahren bei einem Attentat in Arizona sechs Menschen sterben und die damalige Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt wurde, gelang es dem Kongress nicht einmal, den Verkauf von 100-Schuss-Munitionsmagazinen einzuschränken. Aktuell sind sogenannte zivile Versionen der legendären russischen Kalaschnikow begehrt wie nie bei Amerikas Waffenfreunden. "Das nationale Gefühl der Empörung schwindet schnell", schreibt der Kolumnist Dan Froomkin in der "Huffington Post". Dies sei die Lektion der vergangenen Waffentragödien.

Steine für alle?

Werden aber die toten Kinder von Connecticut jetzt eine Debatte in Gang bringen, die dieses Land so dringend nötig hat? Noch nie hat ein Präsident geweint, wie Obama es an diesem Freitagnachmittag getan hat. War das ein erstes Zeichen für ein Ende des Waffenwahns?

Am Nachmittag demonstrierten etwa 150 Leute vor dem Weißen Haus, bildeten eine Mahnwache. Sie fordern ein schärferes Waffenrecht. "Wenn ein Vorschulkind ein anderes Kind mit einem Stein schlägt, dann heißt die Lösung nicht: Steine für alle", hieß es auf einem Plakat. 150 Demonstranten - das ist nicht viel an einem solchen Tag.

Die National Rifle Association (NRA), Amerikas mächtigste Waffenlobby, hat eigenen Angaben zufolge mehr als vier Millionen Mitglieder. Vor denen zittern die Abgeordneten im Kongress, Demokraten wie Republikaner. Waffen töten nicht, das ist das Paradeargument der NRA: Es seien ja die Menschen, die abdrücken. Mehr noch: Nur Waffen würden weitere Massaker verhindern. Die verquere Logik: Tragödien wie die von Connecticut sprächen für noch freieren Waffenbesitz, zwecks Selbstverteidigung gegen Amokläufer.

Adam Lanza, der Attentäter von Connecticut, schoss wohl etwa 100 Schüsse ab, aus Pistolen der Marken Glock und Sig Sauer, bevor er offenbar Selbstmord verübte; in seinem Auto, so heißt es, soll sich ein halbautomatisches Sturmgewehr befunden haben. Es sind laut CNN die Waffen seiner Mutter. Jener Frau, die Lanza ebenfalls erschoss. Das Argument der Waffenlobby ist schon jetzt erwartbar: Der Täter ist ein Krimineller, er hat sich der Waffen bemächtigt und mit ihnen getötet. Nancy Lanza, die Mutter und rechtmäßige Eigentümerin, hätte das nicht getan. Aber dennoch: Wofür braucht sie, die Lehrerin, ein Sturmgewehr und zwei Pistolen?

Das Problem ist, das kaum ein Politiker dies in Frage stellen mag. Es widerstrebt dem amerikanischen Verständnis von Freiheit. Andererseits: "Wenn überall in den Vereinigten Staaten die Straßen einstürzten und Dutzende Autofahrer getötet würden", bemerkt Ezra Klein in der "Washington Post", "dann würden wir das sicher zum Anlass nehmen, darüber zu reden, was wir tun könnten, um das Einstürzen von Straßen zu verhindern." In der Waffenfrage funktioniert das bisher kurioserweise nicht.

In Umfragen bleiben die Amerikaner gespalten. Sie sind zwar mehrheitlich für bessere Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern und gegen halbautomatische Waffen. Doch das Recht auf freien Waffenbesitz wollen sie sich keinesfalls nehmen lassen. So trifft man sich an den Wochenenden auf dem Schießstand, neuester Trend ist das Ballern auf Zombiefiguren, die Kunstblut versprühen. Auf Waffenmessen wird alles geboten: Vom kleinen Revolver bis zum Maschinengewehr aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwar schreibt das laxe US-Waffenrecht den Blick in die FBI-Datenbank vor, aber die meisten Verkäufer versichern glaubhaft, dass sie damit bei kaum je einem Käufer Probleme hatten.

Der Ex-Astronaut Mark Kelly ist einer der ersten, die jetzt eine Abkehr von der üblichen Routine fordern. Kelly ist der Ehemann von Gabrielle Giffords: "Wir müssen an unsere Regierenden appellieren, Stellung zu nehmen und das Richtige zu tun", sagt er: "Diesmal muss unsere Reaktion aus mehr bestehen als Bedauern, Trauer und Kondolenz." Es sei Zeit für eine "tiefschürfende Diskussion um unsere Waffengesetze".

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, einer der profiliertesten Waffengegner der Nation, schlägt ebenfalls Alarm, per bitterer Anklage nach oben: "Wir haben keine Führungskraft gesehen, weder vom Weißen Haus noch vom Kongress - das muss heute enden." Es handele sich schließlich um "eine nationale Tragödie, die eine nationale Antwort erfordert". Der emotionale Obama hat am Anfang seines Statements im Weißen Haus gesagt: Jedes Mal, wenn er eine solche Schreckensnachricht höre, dann reagiere er nicht als Präsident, sondern als Vater.

Es ist an der Zeit, dass er in den kommenden Wochen in dieser Sache als Präsident agiert.

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 929 Beiträge
1. optional
goofy100 15.12.2012
Ungefähr 18.000 Menschen werden jedes Jahr in den USA durch besoffene Autofahrer getötet. Das ist umgerechnet alle 30 Minuten einer. Was tut man nun dagegen? Man nimmt all jenen die Autos weg, die sich an die Gesetze halten und [...]
Ungefähr 18.000 Menschen werden jedes Jahr in den USA durch besoffene Autofahrer getötet. Das ist umgerechnet alle 30 Minuten einer. Was tut man nun dagegen? Man nimmt all jenen die Autos weg, die sich an die Gesetze halten und nie betrunken fahren. Das ist die verquere Logik all derer, die nun wieder nach schärferen Waffengesetzen rufen. Denn diese treffen nur die Waffenbesitzer, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Kriminelle dagegen kommen immer an Waffen, in Deutschland, in Mexico (wo noch schärfere Waffengesetze als in Deutschland herrschen, und wo wir ja wissen, dass dort nie jemand erschossen wird...) und in den USA.
2.
rosalux 15.12.2012
Imme wieder lustig zu sehen, wie die Deutschen (die ja ansonsten gerne ihre Sturmgewehre in die Welt exportieren) aus der Ferne den "Waffenwahn" in Amerika eindämmen wollen. Und vor allem weil man ja durch den hiesigen [...]
Imme wieder lustig zu sehen, wie die Deutschen (die ja ansonsten gerne ihre Sturmgewehre in die Welt exportieren) aus der Ferne den "Waffenwahn" in Amerika eindämmen wollen. Und vor allem weil man ja durch den hiesigen Konsum von Coca Cola und McDonalds schon genügend weiss um den Amerikanern die Welt erklären können. Nicht das es keinen erheblichen(!) Verbesserungsbedarf in den einzelnen Bundesstaaten bezüglich des Waffenrechts gäbe, besonders was Erwerb und Aufbewahrung betrifft. Aber wie würden die Deutschen reagieren, wenn die Amerikaner ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen und die Anhebung des Mindestalters für den Führerschein fordern würden, wegen der vielen Toten im deutschen Strassenverkehr? Oder die Norweger wegen der tödlichen und sozialen Folgen von Alkohol den Deutschen das Biertrinken verbieten wollen? Man würde diese wohl auslachen, und von ausserhalb lässt man sich aus schon aus Prinzip nichts sagen...
3.
outsider-realist 15.12.2012
Relativierungen sind kein Lösungsansatz für dieses Problem und erst recht nicht so unzutreffende.
Zitat von goofy100Ungefähr 18.000 Menschen werden jedes Jahr in den USA durch besoffene Autofahrer getötet. Das ist umgerechnet alle 30 Minuten einer. Was tut man nun dagegen? Man nimmt all jenen die Autos weg, die sich an die Gesetze halten und nie betrunken fahren. Das ist die verquere Logik all derer, die nun wieder nach schärferen Waffengesetzen rufen. Denn diese treffen nur die Waffenbesitzer, die sich nie etwas zu schulden kommen lassen. Kriminelle dagegen kommen immer an Waffen, in Deutschland, in Mexico (wo noch schärfere Waffengesetze als in Deutschland herrschen, und wo wir ja wissen, dass dort nie jemand erschossen wird...) und in den USA.
Relativierungen sind kein Lösungsansatz für dieses Problem und erst recht nicht so unzutreffende.
4.
RealityCheck 15.12.2012
Hier ist in etwa die Argumentation der pro-Waffen-in-Privatbesitz-Vertreter in den USA: Erstens ist das ein von der Verfassung garantiertes Recht und wird als unantastbar angesehen. Es diente zum Schutz der Bürger vor [...]
Hier ist in etwa die Argumentation der pro-Waffen-in-Privatbesitz-Vertreter in den USA: Erstens ist das ein von der Verfassung garantiertes Recht und wird als unantastbar angesehen. Es diente zum Schutz der Bürger vor ausländischen Angreifern (mit den damaligen Waffen) und ebenso zu ihrer Verteidigung vor illegalen diktatorischen Bestrebungen der eigenen Regierung und heute vor Gewaltverbrechern. Es wird auch nicht vergessen, dass der erste Schritt aller neuetablierten Diktaturen immer die Konfiszierung aller Waffen in Privatbesitz ist. Solche Bestrebungen werden daher in den USA mit grossem Misstrauen gesehen. Dann wird argumentiert, dass bei einer Entwaffnung der rechtschaffenen Bürger nur noch die Verbrecher über Waffen verfügten. Es ist zwar die Zahl der von Verbrechern mit Waffen verübten Straftaten bekannt (etwa 500.000 im Jahre 2005, darunter 11.000 mit Todesfolge - National Institute of Justice: Criminal Justice Research, Development and Evaluation (http://www.nij.gov)), aber nicht die Zahl der durch Waffenbesitz in der Hand von Bürgern verhinderten Verbrechen. Dem steht die Zahl der in Amokläufen wie dem in Connecticut getöteten Menschen gegenüber. Dann wird gesagt, dass vor 50 oder 100 Jahren proportional zur Einwohnerzahl die Verteilung von Waffen in privater Hand ebenso hoch war wie heute, aber solche Amokläufe wie der von Newtown nicht vorkamen, dass also nicht der private Waffenbesitz dafür die Ursache sein kann, sondern der Verfall der Moral. Gestern wurde ebenfalls ein Amoklauf in China bekannt, dem 22 Kinder zum Opfer fielen - und der erfolgte mit einem Messer. In der chinesischen Diktatur gibt es wohl kaum Schusswaffen, weder bei Kriminellen noch bei Gesetzestreuen, aber gemordet wird trotzdem, sogar trotz vierstelliger Todesurteile. Und solche Verbrechen wie das von Aurora und Newton passieren auch anderswo. In China geschahen zehn, alle ohne Schusswaffen. Mit Schusswaffen geschahen in Deutschland drei, in Finnland zwei, dreizehn andere Länder erlebten je einen Fall. In Norwegen erschoss ein kürzlich verurteilter Fanatiker über 60 Menschen, obgleich das Land eines der striktesten Waffengesetze hat.
5.
alexbln 15.12.2012
ich habe diesen waffenwahn lange nie verstanden. aber das verhältnis vieler amerikaner zu dem "staat " ist nunmal ein völlig anderes.
ich habe diesen waffenwahn lange nie verstanden. aber das verhältnis vieler amerikaner zu dem "staat " ist nunmal ein völlig anderes.

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

MEHR IM INTERNET

VIDEO

VIDEO

VIDEO

Die verheerendsten Amokläufe

Amok
Der Begriff Amok kommt von dem malaysischen Wort "amuk" und bedeutet so viel wie "wütend" oder "rasend". Mehr auf der Themenseite...
20. Juli 2012: Aurora, USA
In einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado eröffnet ein Mann während der Premiere des neues "Batman"-Films das Feuer. Zwölf Menschen sterben, 58 weitere werden verletzt. Der Amokläufer wird festgenommen.
2. April 2012: Oakland, USA
Ein 43-Jähriger tötet am christlichen College von Oikos in Oakland, Kalifornien, sieben Menschen und verletzt drei weitere. Anschließend stellt er sich der Polizei. Die Opfer mussten sich in einer Reihe vor einer Mauer aufstellen, bevor sie hingerichtet wurden.
12. Oktober 2011: Seal Beach, USA
Im kalifornischen Badeort Seal Beach schießt ein Mann wegen eines Sorgerechtsstreits mit seiner Ex-Frau in einem Friseurladen um sich. Er tötet acht Menschen, darunter die Mutter seines Kindes.
5. November 2009: Fort Hood
Ein Militärpsychiater eröffnet in der US-Militärbasis Ford Hood in Texas das Feuer und löst die bislang größte Schießerei auf amerikanischem Armeegelände aus. Der Mann tötet 13 Menschen und verletzt 42 weitere, bevor er überwältigt werden kann.
17. September 2009: Ansbach
Der Abiturient Georg R. verletzt bei einem Anschlag am humanistischen Gymnasium Carolinum in Ansbach acht Mitschüler und einen Lehrer. Die Tat wurde offenbar lange im Voraus geplant.

Einer Schülerin fügt er eine lebensgefährliche Kopfverletzung zu, eine andere erleidet schwere Brandwunden. Der 18-Jährige selbst wird bei seiner Festnahme durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Mehr auf der Themenseite...
3. April 2009: Binghamton, USA
Jiverly Wong , ein 41-jähriger Immigrant aus Vietnam erschießt in einem Zentrum für Einwanderer 13 Menschen und begeht anschließend Selbstmord.
11. März 2009: Winnenden
Der 17-jährige Tim K. ermordet in der Albertville-Realschule im schwäbischen Winnenden 15 Menschen. Danach erschießt sich der Täter selbst. Mehr auf der Themenseite...
10. März 2009: Alabama, USA
Ein Amokläufer im US-Bundesstaat Alabama tötet mindestens neun Menschen und erschießt sich dann selbst. Das Blutbad ereignet sich in Geneva County im Südosten Alabamas nahe der Grenze zu Florida.
23. Januar 2009: Dendermonde, Belgien
Ein 20-jähriger Belgier ersticht in einer Kindertagesstätte im ostflämischen Dendermonde zwei Kleinkinder und eine Betreuerin. Zehn weitere Kleinkinder und zwei weitere Betreuerinnen werden zum Teil schwer verletzt.
23. September 2008: Kauhajoki, Finnland
Der 22-jährige Berufsschüler Matti-Juhani Saari tötet in der westfinnischen Kleinstadt Kauhajoki zehn Menschen. Anschließend begeht er Selbstmord. Mehr auf der Themenseite...
7. November 2007: Jokela, Finnland
Der 18-jährige Schüler Pekka-Eric Auvinen tötet insgesamt acht Menschen in einem Schulzentrum in Jokela .
16. April 2007: Virginia, USA
An der Technischen Universität von Virginia erschießt ein Student 32 Menschen und verletzt 15 weitere. Das Massaker an der Virginia Tech gilt als eines der folgenschwersten an einer Bildungseinrichtung in den USA. Mehr auf der Themenseite
12. Februar 2007: Amokläufe in Salt Lake City und Philadelphia, USA
Mindestens zehn Menschen sterben bei zwei Amokläufen in Salt Lake City und Philadelphia (USA) . Ein Täter eröffnet in einem Einkaufszentrum in Salt Lake City das Feuer und tötet fünf Menschen. Ein Polizist erschießt den Amokläufer.
In Philadelphia werden drei Teilnehmer einer geschäftlichen Konferenz Opfer eines Amokläufers. Er nimmt sich anschließend das Leben.
20. November 2006: Emsdetten
Der 18-jährige Sebastian B. schießt in seiner ehemaligen Schule im westfälischen Emsdetten um sich. Elf Menschen werden verletzt. Mehr auf der Themenseite...
2. Oktober 2006: Pennsylvania, USA
In Lancaster County im US-Bundesstaat Pennsylvania tötet ein Amokläufer an einer Amish -Schule fünf Mädchen. Dann nimmt er sich das Leben.

21. März 2005: Red Lake/Minnesota, USA
In Red Lake im US-Bundesstaat Minnesota erschießt ein 16-Jähriger eine Lehrerin und fünf Schüler. Zuvor hatte er schon einen Schulwärter, seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin getötet. Im Internet outet sich der Täter als Anhänger nationalsozialistischer Rassenlehren .
26. April 2002: Erfurt
Bei einem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt tötet der 19-jährige Schüler Robert Steinhäuser binnen zehn Minuten 16 Menschen und sich selbst. Unter den Toten sind zwölf Lehrer, die Schulsekretärin, zwei Schüler und ein Polizist. Steinhäuser war ein Jahr vor der Tat von der Schule verwiesen worden. Mehr auf der Themenseite...
27. März 2002: Nanterre, Frankreich
Im Pariser Vorort Nanterre erschießt ein Amokläufer acht Menschen. Anschließend springt er aus dem vierten Stock eines Polizeigebäudes in den Tod.
26. September 2001: Zug, Schweiz
Ein Amokläufer dringt in das Kantonsparlament im schweizerischen Zug ein und tötet 14 Menschen. Anschließend tötet er sich selbst.

8. Juni 2001: Osaka, Japan
Ein 37-jähriger Japaner ersticht in einer Grundschule in der japanischen Stadt Osaka acht Kinder und verletzt 20 weitere zum Teil schwer.
20. April 1999: Littleton/Colorado, USA
Beim Schulmassaker von Littleton stürmen die beiden Schüler Eric Harris und Dylan Klebold die Columbine Highschool in Littleton im US-Staat Colorado und ermorden dort zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. 24 weitere Menschen werden verletzt, bevor sich die beiden Amokläufer selbst das Leben nehmen. Mehr auf der Themenseite...
24. März 1998: Jonesboro/Arkansas, USA
Ein elf- und ein 13-jähriger Schüler lösen an ihrer Schule in Jonesboro im US-Staat Arkansas falschen Feueralarm aus und richten aus dem Hinterhalt ein Blutbad an. Im Kugelhagel sterben vier Mädchen und eine Lehrerin.
22. Mai 1997: Brasilien
Im Nordosten Brasiliens bringt ein ehemaliger Soldat 17 Menschen um. Erst tötet er seine Frau und seine Schwiegermutter, dann geht der Amoklauf auf der Straße weiter. Grund der Tat: Gerüchte über seine angebliche Homosexualität .

28./29. April 1996: Tasmanien
35 Menschen fallen dem Amokläufer Martin Bryant auf der australischen Insel Tasmanien zum Opfer, darunter mehrere Kinder. In einem Café der ehemaligen Strafkolonie in Port Arthur schießt der geistig verwirrte Täter mit einem automatischen Schnellfeuergewehr auf die Gäste. Danach setzt er seinen Amoklauf auf der anderen Straßenseite fort.
13. März 1996: Dunblane, Schottland
Ein 43-jähriger Mann erschießt in der Turnhalle der Grundschule im schottischen Dunblane 16 Erstklässler und deren Lehrerin. Der Todesschütze begeht nach der Tat Selbstmord.
23./24. September 1995: Toulon, Frankreich
Ein 16-jähriger Schüler bringt nahe dem französischen Toulon insgesamt 13 Menschen um und tötet sich anschließend selbst. Erste Opfer am Abend des 23. September sind sein Stiefvater, sein Halbbruder und seine Mutter. Am nächsten Morgen setzt der Täter im Nachbarort seiner Heimatstadt den Amoklauf fort.
16. Oktober 1991: Killeen/Texas, USA
Im texanischen Killeen tötet ein Mann in einer Cafeteria 23 Menschen. Anschließend begeht er Selbstmord.
Dezember 1989: Montréal , Kanada
An der Polytechnischen Hochschule von Montréal kommt es zum schwersten Schulmassaker der kanadischen Geschichte. Der 25-jährige Marc Lépine erschießt 14 Frauen und verletzt 13 weitere Personen, bevor er sich selbst das Leben nimmt. In einem Schreiben nennt der Mann Hass auf Feministinnen als Motiv.
18. Juli 1984: Kalifornien, USA
In einem Schnellrestaurant in San Diego erschießt ein 41-Jähriger wahllos 21 Menschen. Er wird von einem Polizisten erschossen.
1. August 1966: Universität von Texas, USA
An der Universität von Texas schießt der Amokläufer Charles Whitman mehr als eine Stunde lang von einem Turm der Universität auf Passanten. Mindestens 17 Menschen werden getötet.
11. Juni 1964: Volkhoven bei Köln
Beim Attentat von Volkhoven bei Köln stürmt ein Wehrmachtsveteran eine Volksschule. Er fügt acht Kindern tödliche Verletzungen zu und ersticht zwei Lehrerinnen.

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter RSS
alles zum Thema Amoklauf von Newtown
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten