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17.12.2012
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Staatstrauer für Kim Jong Il

Nordkoreas Führung feiert sich selbst

Foto: AP/ KRT

Die pompösen Trauerfeiern für Nordkoreas verstorbenen Despoten Kim Jong Il haben am Montag den Höhepunkt erreicht: Zehntausende kamen zum Gedenken in Pjöngjang zusammen. Bald könnte es Grund zum Massenjubel geben: Die Frau des obersten Führers Kim Jong Un scheint hochschwanger zu sein.

Pjöngjang - Eine gigantische Trauerfeier in eisiger Kälte: Zehntausende Nordkoreaner haben in der Hauptstadt Pjöngjang am Montag des ersten Todestags des früheren Machthabers Kim Jong Il gedacht. Der Personenkult für den verstorbenen "Geliebten Führer" ist ungebrochen. Mit blumigen Worten begleitete das Staatsfernsehen des kommunistischen Landes die Gedenkfeier, die live übertragen wurde. "Unser Volk und das Militär sehnen sich tränenreich nach dem sonnigen Lächeln unseres lieben Vaters."

Die nordkoreanische Führung hat dem Land Staatstrauer verordnet. Soldaten und Zivilisten versammelten sich vor dem Mausoleum in Pjöngjang, wo die einbalsamierten sterblichen Überreste Kim Jong Ils am Montag feierlich aufgebahrt werden sollten. Einige Berichte sprechen gar von Hunderttausenden Teilnehmern der Zeremonien. Viele waren wegen der Kälte in dicke schwarze Mäntel gehüllt.

Kim war am 17. Dezember 2011 nach 17 Jahren an der Spitze Nordkoreas an einem Herzinfarkt gestorben. Eine erste große Gedenkfeier fand am Sonntag statt. Kurz nach Kims Tod wurde sein Sohn Kim Jong Un zum obersten Führer des Landes ausgerufen.

"Ein glänzender Sieg"

Kim Jong Un verfolgte die Trauerfeier von einem Balkon aus. Das Staatsfernsehen zeigte auch Bilder, wie er sich vor überlebensgroßen Statuen seines Vaters und Großvaters verbeugte. An seiner Seite standen seine Gattin sowie Vertreter der Regierung, Partei und der Armee.

Auf den Bildern ist die Ehefrau von Kim Jong Un in einem schwarzen Mantel zu sehen, sie scheint hochschwanger zu sein. Eine Bestätigung hierfür steht noch aus, staatliche Medien erwähnten eine Schwangerschaft ebenfalls nicht.

In Pjöngjang war neben der Trauer um den langjährigen Staatschef Beobachtern zufolge noch immer die Euphorie nach dem erfolgreichen Raketenstart in der vergangenen Woche zu spüren. Der Uno-Sicherheitsrat und mehrere Staaten verurteilten den Start - solche Tests sind dem Regime in Pjöngjang durch Uno-Sanktionen untersagt. Nordkorea hält dagegen, dass es lediglich einen Beobachtungssatelliten ins All habe bringen wollen, der friedlichen Zwecken diene.

In einer Rede sagte der ranghohe Militärbeamte Choe Ryong Hae am Montag, sein Land solle stolz auf den Satelliten sein. Als einen "glänzenden Sieg" pries der Vorsitzende des Präsidiums der Obersten Vollversammlung, Kim Yong Nam, den Raketenstart. So konnte Kim Jong Un die Gedenkfeier für seinen Vater auch nutzen, um sich und seine Politik feiern zu lassen.

Fotostrecke

Staatstrauer in Nordkorea: Massenaufmarsch für den "Geliebten Führer"

kgp/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
1. Furchtbar !!
pleuran 17.12.2012
Sowas ist unfassbar wie kann man sich mit Gott vegleichen einfach nur ekelhaft ! Den Menschen in nord korea hat man wohl gehirnwäsche verpasst !! die Menschen hungern und feiern oppulente Feste sowas gehört meiner Meinung nach [...]
Sowas ist unfassbar wie kann man sich mit Gott vegleichen einfach nur ekelhaft ! Den Menschen in nord korea hat man wohl gehirnwäsche verpasst !! die Menschen hungern und feiern oppulente Feste sowas gehört meiner Meinung nach in die Irrenanstalt !!
2. wo ist der Unterschied
hallo_welt 17.12.2012
Also wenn man sich mit der Geschichte vom Vatikan oder anderen Götten beschäftigt, sehe ich jetzt nicht so die großen Unterschiede. Und wie es sich in Nordkorea lebt, kann man auch nur nach den spärlichen Medienberichten [...]
Zitat von pleuranSowas ist unfassbar wie kann man sich mit Gott vegleichen einfach nur ekelhaft ! Den Menschen in nord korea hat man wohl gehirnwäsche verpasst !! die Menschen hungern und feiern oppulente Feste sowas gehört meiner Meinung nach in die Irrenanstalt !!
Also wenn man sich mit der Geschichte vom Vatikan oder anderen Götten beschäftigt, sehe ich jetzt nicht so die großen Unterschiede. Und wie es sich in Nordkorea lebt, kann man auch nur nach den spärlichen Medienberichten sagen. Wenn das Volk anders leben möchte dann sollen sie es von "Innen" herraus beginnen.
3. @pleuran
Großinquisitior 17.12.2012
Wenn Sie die wahl haben würden "angemessen" zu trauern oder hingerichtet zu werden was würden Sie tun?
Wenn Sie die wahl haben würden "angemessen" zu trauern oder hingerichtet zu werden was würden Sie tun?
4.
meinmein 17.12.2012
Bilder aus Nordkorea sehe ich mir gerne an, sie sind an Exotik kaum zu überbieten. Sohnemann sieht auf allen Bildern ziemlich gelangweilt aus. Könnte es sein, dass er gar keinen Bock auf das ganze Operettentheater hat und am [...]
Bilder aus Nordkorea sehe ich mir gerne an, sie sind an Exotik kaum zu überbieten. Sohnemann sieht auf allen Bildern ziemlich gelangweilt aus. Könnte es sein, dass er gar keinen Bock auf das ganze Operettentheater hat und am liebsten nach Hause möchte zu seiner geliebten Playstation? Er zieht noch nicht mal den Mantel aus, weil er sowieso gleich wieder weg will, schiebt sich 'ne Fluppe zwischen die Zähne und verflucht seinen Vater dafür, dass er 'nen Abgang gemacht hat. Die Frage ist, wer der wirkliche Machthaber ist.
5. Man kennt nichts anderes
horsteddy 17.12.2012
Vergleiche mit Religionen anzustellen ist niederträchtig. Ansonsten ist zu konstatieren, dass die Menschen in der Volksrepublik nichts anderes kennen. Für sie ist es normal, ihre "Führer" anzubeten. Im übrigen [...]
Vergleiche mit Religionen anzustellen ist niederträchtig. Ansonsten ist zu konstatieren, dass die Menschen in der Volksrepublik nichts anderes kennen. Für sie ist es normal, ihre "Führer" anzubeten. Im übrigen erinnert mich das Pseudonym "Vater der Rakete" an Planet der Affen, an den Teil, in dem menschl. Mutanten die Atombombe anbeten.

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