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20.12.2012
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Kampf gegen Islamisten

Sicherheitsrat genehmigt Militäreinsatz in Mali

AP

Kämpfer in Mali: Tausende Menschen sind vor der Gewalt im Norden des Landes geflohen

Unterstützung für Mali im Kampf gegen Milizen und Dschihadisten: Der Uno-Sicherheitsrat hat sich einstimmig für die Entsendung von Friedenstruppen in das krisengeschüttelte Land entschieden. Die Mission gilt als hochriskant.

New York/Bamako - Der Uno-Sicherheitsrat hat am Donnerstag einstimmig eine Militäroperation in Mali genehmigt. Die Resolution zur Entsendung von Friedenstruppen begrenzt den Einsatz auf zunächst ein Jahr.

Die unter afrikanischer Führung stehende Afisma-Mission solle die Regierung in Bamako "mit allen notwendigen Mitteln" im Kampf gegen Terroristen und bewaffnete Rebellengruppen im Norden des Landes unterstützen, heißt es in der Resolution. Der deutsche Uno-Botschafter Peter Wittig bezeichnete die Entscheidung nach der Abstimmung in New York als "bedeutenden Schritt". Die Mission solle die Anstrengungen für eine politische Lösung ergänzen.

Die Resolution erteilt außerdem den 27 EU-Ländern sowie weiteren Uno-Mitgliedstaaten die Befugnis, dem afrikanischen Land beim Wiederaufbau seiner Streitkräfte zu assistieren. Die Friedenstruppe soll unter anderem den Verteidigungs- und Sicherheitskräften der Übergangsregierung des westafrikanischen Landes dabei helfen, den Schutz der Zivilisten zu gewährleisten.

Die Europäische Union will den Kampfeinsatz mit einer militärischen Ausbildungstruppe unterstützen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) stellte eine Beteiligung der Bundeswehr an der Ausbildungstruppe in Aussicht. Diese müsse allerdings klar vom Kampfeinsatz getrennt sein. Experten vermuten, dass die Militäroperation im Norden Malis aus Gründen der Vorbereitungszeit und des Klimas nicht vor Herbst 2013 stattfinden wird.

Zugleich wird die Übergangsregierung in Bamako in der Resolution dazu aufgefordert, politische Gespräche aufzunehmen, "um die verfassungsmäßige Ordnung vollständig wieder herzustellen". Dazu sollten noch vor April 2013 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden. Die Resolution war von Frankreich ausgearbeitet und von den USA, Großbritannien, Marokko und Togo unterstützt worden.

Die Lage gilt als hochriskant, doch Frankreich drängt auf einen Einsatz so früh wie möglich. "In Mali steht unsere eigene Sicherheit auf dem Spiel", sagte jüngst der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. "Wenn wir uns nicht schnell bewegen, dann entsteht dort Schritt für Schritt ein terroristischer Staat."

Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas hatte im Vorfeld um die Autorisierung einer Truppe von 3000 Soldaten verschiedener afrikanischer Staaten gebeten. Nach einem Militärputsch im März hatten radikale Islamisten den Norden des westafrikanischen Wüstenstaats erobert. Sie kontrollieren inzwischen zwei Drittel der Landesfläche.

bos/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 1 Beitrag
1. Die neuerliche Teilnahme an Malis Angelegenheiten ist nicht ohne Grund
edmond_d._berggraf-christ 21.12.2012
So mancher fragt sich ja, woher es kommt, daß man sicher neuerdings derart um die Zustände und Vorgänge in Mali kümmert; zwar könnte dies auch nur dem recht verworrenen Verhältnis zwischen den VSA und ihren Lakaien mit den [...]
So mancher fragt sich ja, woher es kommt, daß man sicher neuerdings derart um die Zustände und Vorgänge in Mali kümmert; zwar könnte dies auch nur dem recht verworrenen Verhältnis zwischen den VSA und ihren Lakaien mit den mohammedanischen Eiferern geschuldet sein, weil diese einmal in Baktrien unterstützt werden, dann in Mesopotamien, dem Jemen oder eben Baktrien wieder bekämpft werden, um dann wieder in Libyen an die Macht gebombt zu werden. Doch gehört Mali auch zum verdeckten Kolonialreich der Welschen in Afrika, welches diese mittels Marionettenherrschern und ihres afrikanischen CFA-Frankens beherrschen; und so wie sie jüngst erst den widerspenstigen Potentaten der Elfenbeinküste mit dem Segen der so genannten Vereinten Nationen abgesetzt haben, so dürften sie nun auch in Mali einfallen, um ihren dortigen Günstlingen zu helfen; schließlich gibt es dort so nützliche und wertvolle Dinge wie Uran, Gold oder Phospate. Deutschland sollte sich aus diesem Bubenstück heraushalten.

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