21.12.2012
US-Außenminister
Obama nominiert Kerry
US-Senator John Kerry: Rückkehr auf die große Bühne
Washington - US-Präsident Barack Obama hat seinen neuen Außenminister benannt. Der demokratische Senator und frühere Präsidentschaftskandidat John Kerry wird Nachfolger von Außenministerin Hillary Clinton. Es gilt als sicher, dass der Senat die Ernennung des 69-Jährigen bestätigt.
Kerry sei außerordentlich für das Amt qualifiziert, sagte Obama am Freitag im Weißen Haus. "Er hat seit 30 Jahren bei allen wichtigen außenpolitischen Entscheidungen eine größere Rolle gespielt." Führende Politiker in aller Welt respektierten Kerry.
Nach drei Jahrzehnten als Senator zählt Kerry zu den profiliertesten Außenpolitikern. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses genießt nicht nur das Vertrauen der Obama-Regierung. Er hat auch viele Freunde unter den republikanischen Senatoren. Dazu zählt John McCain aus Arizona.
Ursprünglich galt Uno-Botschafterin Susan Rice als Obamas Favoritin für die Nachfolge Clintons. Die 48-Jährige hatte jedoch kürzlich ihre Kandidatur zurückgezogen. Dem Schritt war ein wochenlanges Gerangel mit den Republikanern um ihre Informationspolitik nach einer Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi vorausgegangen.
Kerry war im Jahr 2004 der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterlag aber dem damaligen Amtsinhaber George W. Bush.
Clinton hatte bereits vor der Präsidentschaftswahl im November angekündigt, dass sie im Falle einer Wiederwahl Obamas nicht erneut als Außenministerin antreten wolle. Der Frau von Ex-Präsident Bill Clinton werden eigene Ambitionen für das Amt des Präsidenten bei der Wahl 2016 nachgesagt.
Die Besetzung des Außenamts ist eine der wichtigsten Personalentscheidungen für Obama nach seiner Wiederwahl im November. Er braucht außerdem einen neuen Verteidigungsminister und muss sich auch nach einem Finanzminister und einem Chef des Geheimdienstes CIA umsehen. Als Kandidat für die Nachfolge des derzeitigen Pentagonchefs Leon Panetta gilt derzeit der frühere republikanische Senator Chuck Hagel.
ler/dapd/Reuters/dpa