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22.12.2012
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Darfur

Blauhelmsoldat tötet drei Kameraden

Im Sudan hat ein Uno-Soldat drei Kameraden und dann sich selbst erschossen. Laut einer Sprecherin ereignete sich der Vorfall auf dem Stützpunkt Mukjar im Westen der Region Darfur. Im Südsudan starben vier Menschen beim Absturz eines Uno-Helikopters.

Khartum/ New York - Ein Blauhelmsoldat hat im Westen der Region Darfur drei Angehörige der Uno-Truppen und dann sich selbst getötet. Außerdem wurde bei der Schießerei ein Soldat verletzt, wie eine Sprecherin des Uno-Einsatzes in Sudan (UNAMID) am Freitag mitteilte. Der Vorfall ereignete sich demnach am Donnerstag auf dem Stützpunkt Mukjar. Zur Nationalität der Beteiligten konnte die Sprecherin zunächst keine Angaben machen. Ermittlungen seien im Gange.

Im Oktober waren bei Angriffen im Norden und Westen Darfurs fünf Blauhelmsoldaten getötet worden. Die Zahl der getöteten UNAMID-Soldaten stieg nach dem Vorfall vom Donnerstag auf 47 innerhalb von fünf Jahren. Die 23.500 Mann starke Uno-Truppe, an der auch Bundeswehrsoldaten und deutsche Polizisten beteiligt sind, soll in Darfur den Konflikt zwischen Aufständischen und regierungstreuen Milizen befrieden.

Südsudanesische Armee schießt Uno-Hubschrauber ab

Ein weiterer Zwischenfall mit Uno-Truppen ereignete sich am Freitag in der Region Jonglei im Südsudan. Die südsudanesische Armee hat einen Hubschrauber der Vereinten Nationen abgeschossen und alle vier Insassen an Bord getötet. Bei den Toten soll es sich um Russen handeln. Das Militär des Landes habe den Abschuss des MI-8-Hubschraubers zugegeben, sagte Uno-Vizesprecher Eduardo del Buey. Angaben über den Hintergrund des Vorfalls wurden zunächst nicht gemacht.

Die Besatzung des Hubschraubers war auf einem Aufklärungsflug in der umkämpften Region Jonglei unterwegs. Ersten Berichten zufolge ging die Maschine in Flammen auf. Ein Suchtrupp habe das Wrack erreicht und die Todesopfer bestätigt, sagte del Buey.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Attacke scharf verurteilt. Der Hubschrauber sei eindeutig markiert gewesen. Er forderte die Regierung auf, eine Untersuchung durchzuführen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Im Bundesstaat Jonglei kämpfen Rebellen gegen die südsudanesische Armee, zudem bekriegen sich dort verfeindete Stämme. Die Regierung hatte Jonglei Anfang des Jahres zum Notstandsgebiet erklärt und Tausende zusätzliche Sicherheitskräfte mobilisiert. Jonglei gehört zu den Gebieten, die am stärksten von dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg im ehemaligen Sudan betroffen waren.

usp/AFP/Reuters

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