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25.12.2012
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Morde in Nigeria

Sechs Christen sterben bei Anschlag auf Messe

Sie gingen zur Kirche, um während des Gottesdienstes an Heiligabend ein Blutbad anzurichten: Unbekannte drangen im Nordosten Nigerias in ein Gotteshaus ein und töteten sechs Christen. Unter den Opfern befand sich auch der Pfarrer.

Kaduna - Es war Mitternacht als eine Gruppe unbekannter Männer nach Peri gekommen war. In dem Dorf, im Nordosten Nigerias, erschossen die Täter während der Messe an Heiligabend sechs Menschen in einer Kirche - und zündeten das Gotteshaus anschließend an.

Die Milizen hätten die Kirche im Bundesstaat Yobe attackiert, nachdem sie in der nahegelegenen Stadt Potiskum von Sicherheitskräften zurückgedrängt worden seien, erklärte ein Militärsprecher.

Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpft die radikalislamische Sekte Boko Haram seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Die Gruppe wird für zahlreiche Anschläge auf Behörden, Polizei und Kirchen verantwortlich gemacht. Die Bevölkerung von Yobe ist mehrheitlich muslimisch. Allerdings lebt in der Handelsstadt Potiskum eine bedeutende christliche Minderheit. Peri liegt etwa zwei Kilometer von Potiskum entfernt.

In seinem traditionellen Weihnachtssegen hatte sich Papst Benedikt XVI. am Dienstag unter anderem besorgt über die Lage in Nigeria geäußert, wo "grausame terroristische Attentate weiter Opfer fordern, besonders unter den Christen".

Seit Jahren werden Christen in Nigeria Opfer von Angriffen. Rund 1400 Menschen fielen der Sekte bereits zum Opfer.

Erst Anfang Dezember starben zehn Christen bei blutigen Überfällen im Norden des Landes. Ende November hatten zwei Selbstmordattentäter in einer nigerianischen Militärkirche mindestens neun Menschen getötet und Dutzende Christen verletzt.

Auch im vergangenen Jahr attackierte Boko Haram zu Weihnachten Menschen.

kha/Reuters/AFP

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