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29.12.2012
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Zentralafrika

Frankreich und Nachbarländer schicken Soldaten

REUTERS

Soldat in Bangui: Rebellen bedrohen die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik

Rebellen haben in der Zentralafrikanischen Republik mehrere Städte eingenommen, Tausende Menschen sind auf der Flucht. Frankreich hat seine Militärpräsenz aufgestockt, auch Nachbarländer wollen Soldaten entsenden. Doch nun gibt es Hoffnung auf eine diplomatische Lösung.

London/Bangui - Nach wochenlangen Kämpfen haben sich Regierung und Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik offenbar auf Verhandlungen geeinigt. Wie die britische BBC in der Nacht zum Samstag berichtete, sollen die Gespräche ohne Vorbedingungen in Libreville, der Hauptstadt von Gabun, stattfinden. Dies hätten Vertreter regionaler Bündnisse, darunter die Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (ECCAS), nach einer zweitägigen Vermittlungsmission bestätigt. Die Verhandlungen sollten "innerhalb der nächsten Tage" beginnen, hieß es.

Noch am Freitag hätten sich Regierungstruppen und bewaffnete Milizen in der Stadt Bambari Kämpfe geliefert. Die Rebellen hatten die drittgrößte Stadt des Landes am vergangenen Sonntag unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatten sie bereits wichtige Bergbaugebiete im Westen des Landes eingenommen.

Der rasche Vormarsch des Rebellenbündnisses Seleka hatte bei vielen Bewohnern Befürchtungen genährt, dass auch die Hauptstadt Bangui binnen Tagen in ihre Hände fallen könnte. Die Rebellen hatten am 10. Dezember zu den Waffen gegriffen, um die Umsetzung mehrerer Abkommen zu fordern. Die zwischen 2007 und 2011 mit der Regierung getroffenen Verträge sehen Programme zur Entwaffnung, Demobilisierung und Wiedereingliederung vor.

US-Botschaft geschlossen

Die Nachbarländer wollen die Regierung der Zentralafrikanischen Republik mit Soldaten vor den Rebellen schützen. Darauf einigten sich die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft ECCAS. Allerdings war nicht klar, wie viele Soldaten entsandt werden sollen und wann sie eintreffen werden. "Wir denken nun über die nötigen Vorbereitungen nach, damit diese Mission so schnell wie möglich beginnen kann", sagte der Außenminister von Gabun, Emmanuel Issoze-Ngondet.

Präsident François Bozizé hatte am Donnerstag die ehemalige Kolonialmacht Frankreich sowie die USA um militärische Hilfe gebeten. Er war damit jedoch auf taube Ohren gestoßen. Dennoch schickte Paris am Freitag weitere 150 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme zum "Schutz französischer und europäischer Staatsbürger", teilte das Verteidigungsministerium in Paris in der Nacht zum Samstag mit. Die Fallschirmjägertruppe verstärke die 250 französischen Soldaten, die bereits auf dem Militärstützpunkt Mpoko beim Flughafen der Hauptstadt Bangui stationiert seien.

Angesichts der instabilen Lage haben die USA ihre Botschaft in Bangui vorübergehend geschlossen. Auch die Vereinten Nationen kündigten an, bis auf eine Notbesetzung alle Mitarbeiter aus dem Land abzuziehen.

son/AFP/dapd/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
1.
Rido 29.12.2012
Singen dann am Ende die Franzosen wieder "Je ne regrette rien"?
Singen dann am Ende die Franzosen wieder "Je ne regrette rien"?
2. Unqualifizierter Artikel
seine-et-marnais 29.12.2012
Den Artikel hat wohl jemand aus Agenturmeldungen zusammengestellt der keine Ahnung hat. Die Überschrift sagt 'Rebellenvormarsch: Frankreich und Nachbarländer schicken Soldaten nach Zentralafrika', stimmt Frankreich und der [...]
Zitat von sysopREUTERSRebellen haben in der Zentralafrikanischen Republik mehrere Städte eingenommen, Tausende Menschen sind auf der Flucht. Frankreich hat seine Militärpräsenz aufgestockt, auch Nachbarländer wollen Soldaten entsenden. Doch nun gibt es Hoffnung auf eine diplomatische Lösung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/unruhen-in-der-zentralafrikanischen-republik-a-875054.html
Den Artikel hat wohl jemand aus Agenturmeldungen zusammengestellt der keine Ahnung hat. Die Überschrift sagt 'Rebellenvormarsch: Frankreich und Nachbarländer schicken Soldaten nach Zentralafrika', stimmt Frankreich und der Tschad schicken Soldaten nach Bangui. Nur der Unterschied ist, Frankreich schickt nur Soldaten zum Schutz seiner Bürger, während der Tschad durch Abkommen aktiv an dem innerzentralafrikanischen Konflikt teilnimmt. Ein kleiner aber sehr feiner Unterschied. Im Übrigen sollte Frankreich schon mal seine postkolonialistische Politik in Afrika (Gendarme Afrikas, Francafrique) mit den milit¨rischen, politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Interventionen überdenken.
3. Sowas von einem Missverstaendnis,
HappyPrimateIdiot 29.12.2012
daran kann man ja langsam irre werden : Das sind Freiheitskaempfer, Helden ! Die Regierung hingegen kaempft gegen ihre eigene Bevoelkerung und besteht aus entmenschten Despobarbaren. Aus gewoehnlich zuverlaessigen Kreisen [...]
daran kann man ja langsam irre werden : Das sind Freiheitskaempfer, Helden ! Die Regierung hingegen kaempft gegen ihre eigene Bevoelkerung und besteht aus entmenschten Despobarbaren. Aus gewoehnlich zuverlaessigen Kreisen (Exilanten in Paris und London) verlautet, dass diese Schergen demnaechst Masenvernichtungswaffen gegen den zart keimenden zentralafrikanischen Fruehling einsetzen koennten ! Frauen und Kinder sind womoeglich in Gefahr ! Die Franzosen sind wohl auch schon so verwirrt, dass sie jetzt womoeglich die *falschen* Leute vaporisieren - eine humanitaere Katastrophe.
4. SPON und Afrika...
jimi eiscreme 29.12.2012
Wieder mal ein Afrikaartikel der dem debilen Leser einfach mal so vor die Füße geworfen wird, nach dem Motto: Hier, mach was drauß... Warum? Woher? Seit wann? Der Artikel hinterlässt mehr Fragen als Antworten.
Wieder mal ein Afrikaartikel der dem debilen Leser einfach mal so vor die Füße geworfen wird, nach dem Motto: Hier, mach was drauß... Warum? Woher? Seit wann? Der Artikel hinterlässt mehr Fragen als Antworten.
5.
tpro 29.12.2012
Schon seltsam. Bei SPON ist jeder Turnschuhträger mit einer Kalaschnikov in der Hand ein Rebell und Freiheitskämpfer. Würde ich unsere Regierung mit einer Knarre bekämpfen (weil mir deren Handeln nicht gefällt), [...]
Zitat von sysopREUTERSRebellen haben in der Zentralafrikanischen Republik mehrere Städte eingenommen, Tausende Menschen sind auf der Flucht. Frankreich hat seine Militärpräsenz aufgestockt, auch Nachbarländer wollen Soldaten entsenden. Doch nun gibt es Hoffnung auf eine diplomatische Lösung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/unruhen-in-der-zentralafrikanischen-republik-a-875054.html
Schon seltsam. Bei SPON ist jeder Turnschuhträger mit einer Kalaschnikov in der Hand ein Rebell und Freiheitskämpfer. Würde ich unsere Regierung mit einer Knarre bekämpfen (weil mir deren Handeln nicht gefällt), wäre ich ein Terrorist oder Amokläufer. Außerdem: mit Sicherheit haben auch demokratisch gewählte Regierungen einen Plan in der Schublade, wie sie bei einem Volksaufstand gegen die Aufständigen vorgeht. Und das geschieht sicherlich nicht nur durch Wattebauschwerfen.

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