03.01.2013
US-Flughafenkontrollen
So viele Schusswaffen im Reisegepäck wie nie
Bilder von Fundstücken an US-Flughäfen: Pistolen statt Zahnpasta im Handgepäck
Washington - Wer mit dem Flugzeug fliegt, darf keine Pistolen, Gewehre oder andere gefährliche Gegenstände im Gepäck tragen. Ein ebenso klares wie bekanntes Verbot - das viele Passagiere in den USA dennoch ignorieren. Die amerikanischen Behörden finden jedes Jahr Hunderte von Schusswaffen. Und 2012 erreichte die Zahl einen neuen Rekord, berichten CNN und NBC übereinstimmend.
Die Beamten der Transportation Security Administration (TSA), die auf Flughäfen für die Kontrolle von Passagieren und Gepäck zuständig ist, hätten im vergangenen Jahr mehr als 1500 Schusswaffen gefunden - mehr als vier entdeckte Waffen pro Tag. Es sei zudem die höchste Zahl, seit die TSA 2001 gegründet wurde. Viele Handfeuerwaffen seien geladen, hieß es.
Weitere Fundstücke an den US-Flughäfen: Handgranaten, Messer- und Rasierklingen, Elektroschocker, Schlagringe, Raketenwerfer - und ein Wanderstock, in den ein Schwert eingelassen war. In ihrem Blog berichtet die TSA wöchentlich, welche gefährlichen Gegenstände Passagiere bei sich tragen.
Von den fünf Flughäfen, an denen 2012 die meisten Schusswaffen gefunden wurden, liegen den Berichten zufolge zwei in Texas. Betroffen sind der Dallas/Fort Worth International Airport mit 75 Feuerwaffen, der George Bush Intercontinental Airport in Houston mit 48. Die Rangliste führt der Hartsfield-Jackson International Airport von Atlanta an mit 80 Funden.
Elf Elektroschocker und zehn Handgranaten in einer Woche
Was passiert nach einer solchen Entdeckung? Die TSA darf die Passagiere nicht festnehmen, sondern muss die Polizei rufen, die dann das weitere Vorgehen bestimmt und die betroffene Person eventuell festnimmt - oder nach Hause schickt. Die Vorschriften in den USA besagen, dass Schusswaffen im aufgegebenen Gepäck erlaubt sind, allerdings müssen sie in speziellen Behältern transportiert werden, vorher bei der Fluggesellschaft angemeldet sein und dürfen nicht geladen sein. Im Handgepäck sind weder Waffen, Munition, Teile von Waffen oder realistische Kopien erlaubt.
Allein in der letzten Dezemberwoche fand die TSA an US-Airports elf Elektroschocker und zehn Handgranaten. Da war gerade eine Debatte um ein schärferes Waffenrecht in den USA entbrannt. Mitte Dezember hatte ein Amokläufer in einer Grundschule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen.
Ausgerechnet im letzten Monat des Jahres ist auch die Zahl der Waffenkäufe offenbar drastisch gestiegen. Das zeigen Daten des FBI, das die Kaufanträge überprüft. Wenn in den USA eine Waffe verkauft wird, führt die Behörde eine gesetzlich vorgeschriebene Zulassungsprüfung durch - den sogenannten Background Check. In diesem Dezember meldet das FBI einen Rekord: Knapp 2,8 Millionen Background Checks seien vorgenommen worden. Dies sei ein Anstieg von 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
kgp