03.01.2013
Angst vor Radioaktivität
Timoschenko bekommt Strahlenmesser in Zelle
Ex-Regierungschefin Timoschenko: Furcht vor tödlicher Strahlendosis
Kiew - Immer wieder hatte es Beschwerden über angeblich hohe Radioaktivitätswerte in der Zelle von Julija Timoschenko gegeben. Deshalb darf die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin ab sofort ein Strahlenmessgerät nutzen. Damit sollen "Spekulationen" der 52-Jährigen und ihrer Anwälte verhindert werden, begründete der Gefängnisdienst der Ex-Sowjetrepublik am Donnerstag die Entscheidung.
Die Behörde teilte außerdem mit, dass in der Klinik in der Stadt Charkow, in der Timoschenko wegen eines Bandscheibenleidens behandelt wird, regelmäßig die Radioaktivität gemessen werde. Zuletzt sei dies am 20. Dezember geschehen. Dabei seien keine überhöhten Werte festgestellt worden.
Die Ex-Regierungschefin fürchtet sich nach Angaben ihrer Rechtsvertreter davor, mit radioaktivem Gift getötet zu werden. Aufseher hatten im September 2012 zwei Strahlenmessgeräte in Timoschenkos Zelle beschlagnahmt.
Die Oppositionsführerin sitzt wegen Amtsmissbrauchs eine umstrittene siebenjährige Haftstrafe ab. Timoschenko war im vergangenen Herbst für schuldig befunden worden, 2009 als Regierungschefin ein Gasabkommen mit Russland zum Nachteil der Ukraine abgeschlossen zu haben. Gegen Timoschenko läuft zudem ein weiteres Verfahren wegen Steuervergehen. Sie hat die Vorwürfe, nationalen Interessen geschadet zu haben, stets zurückgewiesen.
Erst Ende August hatte ein Gericht die Strafe gegen die Ex-Politikerin bestätigt. Die Oppositionsführerin sei zu Recht wegen Amtsmissbrauchs zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden, teilte Richter Alexander Jelfimow mit. Damit wurde ein Berufungsantrag von Timoschenkos Verteidigung abgelehnt.
jok/dpa