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06.01.2013
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Einigung

Südsudan darf Öl durch Sudans Pipelines leiten

Südsudan und Sudan haben sich auf mehr Kooperation verständigt. So darf Südsudan Öl durch Pipelines im Norden leiten. Zudem wird die gemeinsame Grenze demilitarisiert und für den Handel geöffnet. Ein großer Streitpunkt bleibt jedoch.

Addis Abeba - Die Regierungen Sudans und Südsudans haben sich auf die zügige Umsetzung eines Ölabkommens verständigt. Bei den Verhandlungen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba hätten sich der sudanesische Präsident Umar al-Baschir und sein südsudanesischer Kollege Salva Kiir auf die "schnelle, bedingungslose und koordinierte" Umsetzung des Abkommens geeinigt, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union und frühere südafrikanische Präsident, Thabo Mbeki. Bereits im August war eine prinzipielle Einigung erzielt worden. Bislang war der Vertrag allerdings noch nicht umgesetzt.

Die Abkommen sehen außer der Wiederaufnahme von Ölexporten aus dem Süden durch Pipelines im Norden die Öffnung von Grenzübergängen für den Handel vor. Zudem ist die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone an der Grenze geplant. Die Afrikanische Union werde bis zum 13. Januar konkrete Zeitpläne für die Umsetzung aller bestehenden Abkommen festlegen, kündigte Mbeki an.

Keinen Durchbruch gab es allerdings hinsichtlich der umstrittenen Grenzregion Abyei. Der Konflikt um die Gegend ist ein zentraler Streitpunkt zwischen den Nachbarstaaten. Sudanesische Truppen hatten sich im Mai nach langjähriger Besatzung von dort zurückgezogen. Der Konflikt hatte in den Jahren zuvor 100.000 Flüchtlinge in den Südsudan getrieben. Derzeit wird das Gebiet von der Größe des Libanon von äthiopischen Uno-Blauhelmsoldaten kontrolliert.

Der Sudan und der Südsudan leiden unter wirtschaftlichen Problemen, seit die Regierung in Juba vor einem Jahr wegen eines Streits um Gebühren die Ölexporte durch den Norden gestoppt hatte. Die Ölproduktion wurde eingestellt, weil der Rohstoff für den Export durch die Leitungen im Norden fließen muss.

Die Beziehungen zwischen Khartum im Norden und Juba im Süden sind seit der Unabhängigkeitserklärung des Südens im Juli 2011 angespannt. Ihr war ein erbitterter Bürgerkrieg vorausgegangen, in dem von 1983 und bis zu einem Friedensabkommen 2005 nach amtlichen Angaben zwei Millionen Menschen getötet wurden.

ulz/dapd/AFP

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