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17.01.2013
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Geiseldrama in Algerien, Krieg in Mali

Todeszone Sahara

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Foto: AP

Bei einem Geisel-Befreiungsversuch der algerischen Armee sind auf einem Gasfeld Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Tat der Entführer zeigt, wie brutal und entschlossen militante Islamisten in Nordafrika vorgehen. Zwei Flugstunden von Europa entfernt entsteht ein neuer Kriegsschauplatz.

Algier - Die algerische Armee kam mit Hubschraubern. Sie beschoss das Gasfeld, als die islamistischen Terroristen ihre Geiseln an einen anderen Ort verschleppen wollten, die sie einen Tag zuvor entführt hatten. Bei dem Befreiungsversuch sind zahlreiche Menschen getötet worden. Die genauen Opferzahlen gehen noch weit auseinander, aber der Anschlag unterstreicht die prekäre Sicherheitslage in dem Gebiet, das nur zwei Flugstunden von Europa entfernt liegt und das nicht nur wegen seiner Rohstoffe für die EU von großer Bedeutung ist.

Es ist ein Gebiet, das größer ist als Westeuropa. Eine unwirtliche Wüstengegend, extrem dünn besiedelt und jeglicher staatlicher Kontrolle fast vollständig entzogen. In den vergangenen Jahren ist im Nordwesten Afrikas ein riesiger Raum entstanden, in dem sich islamistische Terroristen und Drogenschmuggler nahezu unbehelligt bewegen können. Vor Staatsgrenzen machen diese Wüstenkrieger keinen Halt, mal operieren sie in Mauretanien oder Mali, nur um wenige Tage später in Niger oder Libyen aufzutauchen.

Der Angriff auf das Gasfeld im Osten Algeriens unterstreicht, dass das Sicherheitsproblem in der Region weit über die Grenzen Malis hinausreicht. Dort will Frankreichs Armee mit ihrer in der vergangenen Woche gestarteten "Opération Serval" den Einfluss der Islamisten zurückdrängen, die mittlerweile mehr als die Hälfte des Landes kontrollieren. Die Bundesrepublik und andere westliche Bündnispartner unterstützen die französische Militärintervention logistisch.

Hollande gibt ambitionierte Ziele aus

Die Ziele der Mission gab Frankreichs Präsident François Hollande am Dienstag aus: "Bevor wir wieder gehen und die Mission beenden, muss Mali sicher sein, eine legitime Ordnung und einen Wahlprozess haben, und die Terroristen dürfen die Integrität des Territoriums nicht mehr gefährden." Dieses Vorhaben klingt extrem ambitioniert und erscheint mittelfristig schlicht unrealistisch.

Und selbst wenn das französische Militär die Islamisten tatsächlich vertreiben sollte: Sie verfügen über ein riesiges Rückzugsgebiet in den Nachbarstaaten Mauretanien, Algerien oder Niger. Dort können sie die Intervention einfach aussitzen und den Rückzug der Europäer abwarten. Denn in diesen Saharaländern ist die Sicherheitslage fast genauso prekär wie in Mali.

SPIEGEL ONLINE
In der riesigen Wüstenregion zwischen Mauretanien und Niger tummelt sich eine Vielzahl von Milizen. Diese schließen zeitweise strategische Allianzen, konkurrieren aber auch um Macht und Einnahmen aus dem Schmuggel von Menschen, Drogen und Zigaretten.

Diesen Fundamentalisten hat Frankreich den Kampf angesagt. Doch die Gefahren des militanten Islamismus in Nordafrika werden ganz Europa in den kommenden Jahren begleiten.

Forum

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insgesamt 93 Beiträge
1. Wo sind wir denn hier gelandet?
genosse_74 17.01.2013
Dieser Artikel strotzt ja vor Vorurteilen und Diskriminierung einer gesamten Glaubensgemeinschaft. Da frage ich mich fast, ob er ironisch gemeint ist? Da ist es doch kein Wunder, dass MENSCHEN muslimischen Glaubens nur noch [...]
Dieser Artikel strotzt ja vor Vorurteilen und Diskriminierung einer gesamten Glaubensgemeinschaft. Da frage ich mich fast, ob er ironisch gemeint ist? Da ist es doch kein Wunder, dass MENSCHEN muslimischen Glaubens nur noch Verachtung für den Westen verspüren. Das diese Einmischung in die Belange der Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung auch noch von unserer Regierung toleriert wird, zeigt doch nur, wo wir schon angekommen sind. Die hier lebenden Menschen muslimischen Glaubens können dies doch nur als Schlag in Gesicht empfinden. Es ist einfach nur noch traurig.
2. optional
Desobediencia_Civil 17.01.2013
Der Islam sei eine Friedensreligion. Deshalb haben die größten Konflikte zwischen Indien und den afrikanischen Tropen Islamisten als Auslöser. Wie paradox.
Der Islam sei eine Friedensreligion. Deshalb haben die größten Konflikte zwischen Indien und den afrikanischen Tropen Islamisten als Auslöser. Wie paradox.
3. Es wäre eine gute Gelegenheit
tthomas 17.01.2013
für Deutschland gewesen, Frankreich schnell, unbürokratisch und effektiv zu unterstützen, statt mit zwei Transall "auszuhelfen". So hätten wir mit einem Schlag wieder Frankreichs und Deutschlands Führungsrolle in [...]
für Deutschland gewesen, Frankreich schnell, unbürokratisch und effektiv zu unterstützen, statt mit zwei Transall "auszuhelfen". So hätten wir mit einem Schlag wieder Frankreichs und Deutschlands Führungsrolle in Europa unterstrichen und das Verhältnis zwischen den Ländern erheblich gefestigt. So wieder mal nur Lamentiererei wie in Libyen etc. Es scheint im Moment die deutsche Politik zu sein, möglichst nicht aufzufallen, wegzuducken bei schwierigen Fragen, abzuwarten und unauffällig zu bleiben - dieses Konzept von Frau Merkel sichert ihr vielleicht die Wiederwahl, schadet aber in der Außen- und Europapolitik enorm.
4.
Vergil 17.01.2013
Das wird noch ein großes Problem in den nächsten Jahren. Heute kann sich niemand vorstellen, dass es wieder Krieg geben könnte...
Zitat von sysopAPBei einem Befreiungsversuch der algerischen Armee sind auf einem Gasfeld Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Geiselnahme zeigt, wie brutal und entschlossen militante Islamisten in Nordafrika vorgehen. Zwei Flugstunden von Europa entfernt entsteht ein neuer Kriegsschauplatz. http://www.spiegel.de/politik/ausland/militante-islamisten-in-mali-algerien-mauretanien-und-niger-a-878226.html
Das wird noch ein großes Problem in den nächsten Jahren. Heute kann sich niemand vorstellen, dass es wieder Krieg geben könnte...
5. Konsequenzen
harti1978 17.01.2013
Ich staune immer wieder, wie verwundert viele jetzt plötzlich sind. Mubarrak und Gadaffi und Konsorten waren doch ein Stabilitätsgarant, gerade für Nicht-Moselms. Political Correct, wie wir sind, mussten wir diese Leute, [...]
Zitat von sysopAPBei einem Befreiungsversuch der algerischen Armee sind auf einem Gasfeld Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Geiselnahme zeigt, wie brutal und entschlossen militante Islamisten in Nordafrika vorgehen. Zwei Flugstunden von Europa entfernt entsteht ein neuer Kriegsschauplatz. http://www.spiegel.de/politik/ausland/militante-islamisten-in-mali-algerien-mauretanien-und-niger-a-878226.html
Ich staune immer wieder, wie verwundert viele jetzt plötzlich sind. Mubarrak und Gadaffi und Konsorten waren doch ein Stabilitätsgarant, gerade für Nicht-Moselms. Political Correct, wie wir sind, mussten wir diese Leute, da sie ja Diktatoren waren, absetzen. Welche Angst die Rest-Christen und andere Minderheiten damals schon hatten und in Syrien immer noch haben; darüber wird so gut wie garnicht berichtet. Jetzt ist das Geschreihe groß. Der Mali- Einsatz ist der erste militärische Einsatz, den ich seit langem voll unterstütze.

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