24.01.2013
Unklare Rechtslage
Uno untersucht Drohnen-Angriffe
Rechtlich heikel: Der Einsatz von Drohnen im Kampf gegen den Terror
London - Die Vereinten Nationen haben eine Untersuchung gegen Drohnen-Einsätze der USA und anderer Nationen eingeleitet. Die Uno will feststellen, ob einige der tödlichen Angriffe gegen Völkerrecht verstoßen. Das berichtet der Sender Al-Dschasira auf seiner englischsprachigen Website.
Der Uno-Sonderberichterstatter Ben Emmerson hat die Überprüfung von insgesamt 25 Drohnen-Angriffen in Pakistan, Jemen, Somalia, Afghanistan und dem Westjordanland angekündigt. "Der exponentielle Anstieg beim Einsatz von Drohnen-Technologie stellt eine große Herausforderung für internationales Völkerrecht dar," sagte Emmerson auf einer Pressekonferenz in London. Es sei deshalb wichtig, einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz von Drohnen zu schaffen und Staaten beim Missbrauch der Technik völkerrechtlich für ihre Fehler verantwortlich zu machen. Laut dem US-Blog "The Long War Journal" sind seit 2006 allein in Pakistan mehr als 150 Zivilisten bei US-Drohnenangriffen ums Leben gekommen.
Die Vereinigten Staaten haben seit der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama den Drohnen-Einsatz in ihrem Kampf gegen den Terror massiv ausgeweitet. Auch Großbritannien und Israel nutzen die unbemannten Flieger, um gezielt Staatsfeinde töten zu lassen.
Emmerson sagte, die britische Regierung habe bereits ihre Kooperation angekündigt. Er sei "optimistisch", dass die USA dem Beispiel der Briten folgen würden, zitiert Al-Dschasira den Uno-Sonderberichterstatter.
Am Wochenende hatte die "Washington Post" berichtet, dass Obama kurz davorstehe, einen detaillierten Leitfaden zur Terrorismusbekämpfung fertigzustellen. Der Zeitung zufolge hat der Auslandsgeheimdienst CIA jedoch erreicht, dass Drohnenangriffe in Pakistan für ein Jahr oder länger von den Regeln ausgenommen bleiben.
lab/Reuters