Lade Daten...
25.01.2013
Schrift:
-
+

Geheimdienstaffäre

Ehemaliger CIA-Agent zu Gefängnisstrafe verurteilt

AP

John Kiriakou (Archivbild von 2012): verurteilt wegen Agenten-Enttarnung

In den USA ist ein ehemaliger Mitarbeiter der CIA zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Agent soll einen Geheimdienstkollegen verraten haben. Es ist das erste Mal seit fast 30 Jahren, dass jemand in den Staaten wegen Agenten-Enttarnung ins Gefängnis muss. 

Washington - Ein früherer Mitarbeiter der CIA ist zu 30 Monaten Haft verurteilt worden, weil er einen Kollegen enttarnt hat. Das gab das Justizministerium am Freitag in Washington bekannt. Die relativ milde Strafe für Ex-Agent John Kiriakou ist Teil einer Prozessabsprache. Er ist der erste Angeklagte seit 27 Jahren, der für ein solches Vergehen verurteilt wird.

Der Prozess gegen den 48-jährigen Kiriakou wurde vor dem Bundesgerichtshof in Alexandria geführt, teilte das Justizministerium mit. Der Angeklagte habe sich im Oktober in der Sache schuldig bekannt.

Kiriakou hatte den Namen des Agenten im Jahr 2008 in einer E-Mail an einen Journalisten verraten. Er hatte mehrfach Reportern bei der Aufdeckung der umstrittenen Folterpraktik des sogenannten Waterboardings geholfen - besonders im Zusammenhang mit der Festnahme des mutmaßlichen Qaida-Mitglieds Abu Subeida.

Subeida galt als enger Vertrauter des inzwischen getöteten al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden. Er wurde 83 Mal dem Waterboarding unterzogen, einer Foltermethode, bei der Gefangene glauben zu ertrinken. Kritiker des Waterboardings führten seinen Fall als Beispiel an, wenn es um ein Verbot der Verhörmethode ging.

Der Agent hatte seinen Teil zur Debatte beigetragen: Er hatte mit einem Interview die Praxis des Waterboardings öffentlich gemacht. Dem Fernsehsender ABC gegenüber rechtfertigte er 2007 die umstrittene Methode. Sie sei notwendig und führe zu wichtigen Informationen.

Nach seinem Dienstende bei der CIA, dem berühmtesten Geheimdienst der Welt, war Kiriakou unter anderem als Blogger und Autor tätig. 2010 erschien sein Buch "Der widerwillige Spion - Mein geheimes Leben im CIA-Krieg gegen den Terror".

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
1. der weg ist nicht das ziel, aber unvermeindlich
imri 26.01.2013
zweifelsohne ist es fraglich ob es den zulässig ist Menschenrecht zu verletzen um Menschenleben vorbeugend zu retten bzw. daß Töten unschuldiger Dritter zu vermeiden. Im Alten Testament steht, daß wenn jemand dich töten will, [...]
zweifelsohne ist es fraglich ob es den zulässig ist Menschenrecht zu verletzen um Menschenleben vorbeugend zu retten bzw. daß Töten unschuldiger Dritter zu vermeiden. Im Alten Testament steht, daß wenn jemand dich töten will, dann solltest ihm zuvorkommen. Rechtlich gesehen wird und kann das oft als eine Selbstverteidigung verstanden werden. So könnte man auch Folter zur Erlangung der Absicht einer weiteren Tötung verstehen. In besonders, wenn der zu folternde bereits schon vorher getötet hat und man gesichert weiß, daß er es wieder tun will und würde, wenn er könnte.
2. das ist doch krank,
viceman 27.01.2013
erstens hat die us-folter gegen mögliche terroristen kein einziges leben gerettet , noch hat man damit bin laden gefangen. wer foltert stellt sich außerhalb der zivilisierten welt, egal für welchen ( meist vorgeschobenen ) [...]
Zitat von imrizweifelsohne ist es fraglich ob es den zulässig ist Menschenrecht zu verletzen um Menschenleben vorbeugend zu retten bzw. daß Töten unschuldiger Dritter zu vermeiden. Im Alten Testament steht, daß wenn jemand dich töten will, dann solltest ihm zuvorkommen. Rechtlich gesehen wird und kann das oft als eine Selbstverteidigung verstanden werden. So könnte man auch Folter zur Erlangung der Absicht einer weiteren Tötung verstehen. In besonders, wenn der zu folternde bereits schon vorher getötet hat und man gesichert weiß, daß er es wieder tun will und würde, wenn er könnte.
erstens hat die us-folter gegen mögliche terroristen kein einziges leben gerettet , noch hat man damit bin laden gefangen. wer foltert stellt sich außerhalb der zivilisierten welt, egal für welchen ( meist vorgeschobenen ) höheren zweck. folter ist unmenschlich und ein schlimmes verbrechen. wer foltert wird damit selbst zum verbrecher. wer das nicht begreift hat ein echtes moralisches problem.

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter RSS
alles zum Thema CIA
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten