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27.01.2013
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Libyen

Al-Qaida plant offenbar Entführung von Deutschen

Der Ableger von al-Qaida im Maghreb plant offenbar die Entführung von Deutschen in Libyen. Nach SPIEGEL-Informationen hat der BND Kenntnis davon, dass die Terroristen in der Region um Bengasi gezielte Überfälle vorbereiten.

Hamburg - Die Terrorgruppe al-Qaida im islamischen Maghreb plant offenbar die Entführung von Deutschen in Libyen. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) hervor. Demnach bereiten al-Qaida und andere militante Gruppen in der Region um die libysche Hafenstadt Bengasi gezielt Überfälle auf Deutsche sowie Briten vor.

Laut BND sollen Qaida-Kämpfer nach dem spektakulären Überfall auf das algerische Gasfeld Ain Amenas nach Libyen gegangen sein, um dort neue Anschläge durchzuführen. Die Bundesregierung fordere "alle deutschen Staatsangehörigen dringend dazu auf, die Stadt und Region Bengasi unmittelbar zu verlassen", heißt es in einer Reisewarnung des Auswärtigen Amts; Außenminister Guido Westerwelle spricht von einer "ernsten und delikaten Lage".

Die britische Regierung hatte ihre Bürger ebenfalls gewarnt. Aufgrund ähnlicher Hinweise riefen auch die Regierungen von Kanada, Australien und den Niederlanden ihre Landsleute auf, Bengasi zu meiden. Die libysche Regierung hält die Warnungen dagegen für überzogen und sieht keine Gefahr.

London erlässt auch Reisewarnung für Somaliland

Erst vor gut zwei Wochen hatten Unbekannte einen italienischen Konsul überfallen. Im vergangenen September war der amerikanische Botschafter Christopher Stevens bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi getötet worden.

Das britische Außenministerium hat seine Landsleute außerdem aufgefordert, die somalische Provinz Somaliland sofort zu verlassen. Es gebe eine "spezifische und unmittelbare Bedrohung" westlicher Staatsbürger, hieß es in einer Reisewarnung vom Sonntag. Die Gefahr möglicher Terroranschläge oder Entführungen sei groß. Wer sich entgegen aller Anweisungen weiter in der Region im Nordwesten des Landes aufhalte, solle sofort abreisen.

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insgesamt 15 Beiträge
1. ...
Paul Max 27.01.2013
und das in der Heldenstadt der "lybischen Befreiungsbewegung" Wann merkt Ihr eigentlich, was, wie und worüber Ihr berichtet. Lest mal Karl Kraus: "Die letzten Tage der Menschheit" da könnt Ihr finden [...]
Zitat von sysopDer Ableger von al-Qaida im Maghreb plant offenbar die Entführung von Deutschen in Libyen. Nach SPIEGEL-Informationen hat der BND Kenntnis davon, dass die Terroristen in der Region um Bengasi gezielte Überfälle vorbereiten. Al-Qaida plant offenbar Entführung von Deutschen in Libyen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/al-qaida-plant-offenbar-entfuehrung-von-deutschen-in-libyen-a-879889.html)
und das in der Heldenstadt der "lybischen Befreiungsbewegung" Wann merkt Ihr eigentlich, was, wie und worüber Ihr berichtet. Lest mal Karl Kraus: "Die letzten Tage der Menschheit" da könnt Ihr finden was für ein Schmierenjournalismus derzeit die deutschen Medien (Zeitung, Funk und TV) in fast einhelliger Simplizität beherrscht (und wohin das führt). Auch wenns im Orginal um den WK eins ging. Geändert hat sich in der Berichterstattung nicht viel. Und die Ergebnisse der Unterstützung für die tollen "Freiheitskämpfer" kann man überall - Afghanistan, Irak, Lybien, jetzt Mali usw. - an allen fünf Fingern absehen: Chaos, Tod, Terrorismus und Bürgerkrieg. Irgendwann schlägt das auf uns zurück. Viel Spass
2.
biobanane 27.01.2013
Und was schlagen Sie vor? Sollen wir allen Despoten dieser Welt vor den eingenen Völker beschützen, damit es in postrevolutionären Zeiten für uns vermeindlich sicherer ist. Das wäre die Fortführung der Politik der letzten 50 [...]
Zitat von Paul Maxund das in der Heldenstadt der "lybischen Befreiungsbewegung" Wann merkt Ihr eigentlich, was, wie und worüber Ihr berichtet. Lest mal Karl Kraus: "Die letzten Tage der Menschheit" da könnt Ihr finden was für ein Schmierenjournalismus derzeit die deutschen Medien (Zeitung, Funk und TV) in fast einhelliger Simplizität beherrscht (und wohin das führt). Auch wenns im Orginal um den WK eins ging. Geändert hat sich in der Berichterstattung nicht viel. Und die Ergebnisse der Unterstützung für die tollen "Freiheitskämpfer" kann man überall - Afghanistan, Irak, Lybien, jetzt Mali usw. - an allen fünf Fingern absehen: Chaos, Tod, Terrorismus und Bürgerkrieg. Irgendwann schlägt das auf uns zurück. Viel Spass
Und was schlagen Sie vor? Sollen wir allen Despoten dieser Welt vor den eingenen Völker beschützen, damit es in postrevolutionären Zeiten für uns vermeindlich sicherer ist. Das wäre die Fortführung der Politik der letzten 50 Jahre, egal wie schlimm ein Diktator auch herrscht, hauptsache er ist gegen die Hauptfeinde des Westens. Gerade eine solche Politik hat ja mit zu dem Aufkommen des Islamismus geführt, da weder der Westen noch die kommunistischen Staaten um die Freiheit der Menschen in Afrika und Asien besorgt waren, und nun plötzlich ein vermeindlicher dritter Weg sexy erscheint. Meiner Meinung nach ist der richtige Weg die kompromisslose Unterstützung aller Freiheitsbewegungen und gleichzeitig genügend Geduld mit den dann möglichen chaotischen Verhältnissen.
3. Mit Mali wenig am Hut
caty24 27.01.2013
Die Bengasi-Jihadisten sind reine Libysche Alkaida, die grunsätzlich jeden Einfluss des Westens in Libyen ablehnen. Die haben mit Mali wenig am Hut. Ausser,dass die denen Waffen verkaufen,um an Geld zu kommen. Dass es [...]
Die Bengasi-Jihadisten sind reine Libysche Alkaida, die grunsätzlich jeden Einfluss des Westens in Libyen ablehnen. Die haben mit Mali wenig am Hut. Ausser,dass die denen Waffen verkaufen,um an Geld zu kommen. Dass es Killer und Entführer sind,ist nicht zu bestreiten.
4. ...
JDR 27.01.2013
Die gute Nachricht dahinter ist, dass die westlichen Nachrichtendienste offensichtlich über ausreichend gute Quellen verfügen, um solche Warnungen rechtzeitig herausgeben zu können. Die Kommunikationsdisziplin bzw. [...]
Zitat von sysopDer Ableger von al-Qaida im Maghreb plant offenbar die Entführung von Deutschen in Libyen. Nach SPIEGEL-Informationen hat der BND Kenntnis davon, dass die Terroristen in der Region um Bengasi gezielte Überfälle vorbereiten. Al-Qaida plant offenbar Entführung von Deutschen in Libyen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/al-qaida-plant-offenbar-entfuehrung-von-deutschen-in-libyen-a-879889.html)
Die gute Nachricht dahinter ist, dass die westlichen Nachrichtendienste offensichtlich über ausreichend gute Quellen verfügen, um solche Warnungen rechtzeitig herausgeben zu können. Die Kommunikationsdisziplin bzw. Abschottung gegen Infiltration scheint in dieser Region nicht annähernd so dicht zu sein, wie sie es bei al Qaeda lange Zeit während der vergangenen Dekade gewesen sind. Überraschen kann die Nachricht wohl niemanden. Schon der Angriff auf das Gasfeld hat gezeigt, dass der Fokus der Terroristen auf Ausländern liegt. Der Krieg gegen den Terror hat viele Facetten - und er wird nie vorbei sein.
5. ...
JDR 27.01.2013
Nun, fairerweise muss man sagen, dass wir Außenstehenden dies nicht sicher wissen können. Tuareg haben Gaddafi gegen die Rebellen unterstützt und kämpfen heute in Mali. Waren sie damals noch die Feinde der Islamisten, können [...]
Zitat von caty24Die Bengasi-Jihadisten sind reine Libysche Alkaida, die grunsätzlich jeden Einfluss des Westens in Libyen ablehnen. Die haben mit Mali wenig am Hut. Ausser,dass die denen Waffen verkaufen,um an Geld zu kommen. Dass es Killer und Entführer sind,ist nicht zu bestreiten.
Nun, fairerweise muss man sagen, dass wir Außenstehenden dies nicht sicher wissen können. Tuareg haben Gaddafi gegen die Rebellen unterstützt und kämpfen heute in Mali. Waren sie damals noch die Feinde der Islamisten, können sich heute neue Verbindungen gebildet haben. Andererseits ist es durchaus möglich, dass der "Erfolg", welchen al Qaeda im Angriff auf das Gasfeld gesehen hat, rivalisierende Gruppen inspirierte, zu beweisen, dass sie ebenso erfolgreich sein können. Dementgegen war das eigentliche Ziel des Angriffes auf das Gasfeld, eine Geiselnahme von Ausländern. Der Auftraggeber könnte demnach den Verlauf - durchaus korrekt - als Fehlschlag interpretieren und einen neuen Anlauf an anderer Stelle mit dem selben Plan versuchen. Ohne weitere Informationen werden wir das nicht wissen. Diese "Beweglichkeit" der Gruppen in Afrika formt zwar neue Risiken, bietet aber auch Möglichkeiten zur Einflussnahme. Auch, wenn die Nachrichten erst einmal beunruhigend sind, seien wir doch froh, dass wir diesmal vor dem Angriff bescheid gewusst haben.

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