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28.01.2013
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Mali

Islamisten zerstörten wertvolle Bibliothek in Timbuktu

AP

Französische und malische Soldaten haben die Islamisten aus Timbuktu vertrieben. Vor ihrer Flucht haben die Extremisten jedoch wertvolle Kulturgüter zerstört: Sie zündeten eine Bibliothek mit jahrhundertealten Schriften an. Zudem mehren sich Gerüchte über grausame Racheakte im Land.

Bamako - Die malische Stadt Timbuktu wird "Perle der Wüste" genannt, ihre beeindruckenden jahrhundertealten Moscheen und Mausoleen wurden zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Doch die Islamisten haben viele antike Bauten des Wüstenortes in den vergangenen Monaten verwüstet. Nun hat die Zerstörung einen neuen Höhepunkt erreicht: Auf ihrer Flucht vor französischen und malischen Truppen zündeten die Extremisten eine Bibliothek mit wertvollen arabischen Schriften an.

Mehr als 20.000 Manuskripte befanden sich in dem Gebäude. Einige der Handschriften stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Bürgermeister der Stadt, Halley Ousmane, bestätigte die Meldung: Die Aufständischen hätten das neu gebaute Ahmed-Baba-Institut vor vier Tagen angezündet. Ousmane sprach von einer dramatischen Situation und einem kulturellen Verbrechen. Timbuktu erlebte seine Blütezeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, als die Stadt ein wichtiger Knotenpunkt der Karawanenstraßen und ein Zentrum der islamischen Gelehrsamkeit war.

Monatelang beherrschten die Islamisten den Norden Malis und kontrollierten somit auch Timbuktu - bis jetzt. Am 10. Januar begann die französische Armee, gemeinsam mit den Soldaten der malischen Militärregierung gegen die Extremisten vorzugehen. Den Streitkräften ist ein schneller Vormarsch gelungen, am Sonntag rückten sie in Timbuktu und Gao ein. Auch beim Vordringen nach Gao, der anderen nordmalischen Großstadt, waren die Alliierten kaum auf Rebellen gestoßen.

Die Europäische Union will sich mit 50 Millionen Euro am Militäreinsatz in Mali (Afisma) beteiligen. Offiziell will sich die EU-Kommission bei der für Dienstag geplanten internationalen Geberkonferenz in Äthiopien zu dieser Summe verpflichten. Mit dem Geld würden jedoch keine Waffen gekauft, sondern andere Ausgaben wie die Kosten für Transport und medizinische Hilfe bezahlt.

Der französische Militäreinsatz wird jedoch überschattet von Vorwürfen gegen die verbündete malische Armee: Deren Soldaten sollen brutale Racheakte verübt haben, wie vergangene Woche bekannt wurde. Menschenrechtler und Reporter sprechen von regelrechten Hinrichtungen und sexuellen Übergriffen.

Es gibt weitere Berichte über grausame Racheakte, die Bürger gegen angebliche Kollaborateure der Islamisten verübt haben. Überall im Land tauschen Malier ein fürchterliches Video aus, das die Massakrierung eines Mannes zeigt, der in Gao für die Islamisten Strafen wie die Amputation von Händen durchgeführt haben soll.

Nachdem sich die Kämpfer der Gruppierung Mujao nach den massiven Luftschlägen der Franzosen in der vorvergangenen Woche aus Gao zurückgezogen hatten, so jedenfalls die spärlichen Informationen über das Horrorvideo, hätten Anwohner den jungen Mann aus seiner Wohnung gezerrt. Die verwackelten Bilder zeigen, wie der Mann mit einer Säge durchtrennt wird. Die Menge im Hintergrund jubelt, die Tat sei im Namen Gottes passiert. Bereits zuvor hatte es Berichte vom Lynchmord an einem Islamistenführer in der Stadt gegeben.

kgp/mgb/dpa/Reuters/AFP

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 174 Beiträge
1. Strafmaß
Meckermann 28.01.2013
Der arme Mann. Zwei Jahre auf Bewährung hätten doch gereicht, schließlich hat er keine Urheberrechte verletzt oder Webseiten von Finanzdienstleistern blockiert...
Zitat von sysopÜberall im Land tauschen Malier ein fürchterliches Video aus, das die Massakrierung eines Mannes zeigt, der in Gao für die Islamisten Strafen wie die Amputation von Händen durchgeführt haben soll.
Der arme Mann. Zwei Jahre auf Bewährung hätten doch gereicht, schließlich hat er keine Urheberrechte verletzt oder Webseiten von Finanzdienstleistern blockiert...
2. .
kein Ideologe 28.01.2013
Ich wage es ja nicht, unsere abendländisch-aufgeklärte Zivilisation überlegen zu nennen. Darf ich wenigstens anmerken, daß ich gern in Europa im Jahre 2013 lebe?
Zitat von sysopFranzösische und malische Soldaten haben die Islamisten aus Timbuktu vertrieben. Vor ihrer Flucht haben die Extremisten jedoch wertvolle Kulturgüter zerstört: Sie zündeten eine Bibliothek mit jahrhundertealten Schriften an. Zudem mehren sich Gerüchte über grausame Racheakte im Land. Timbuktu in Mali: Zerstörung und Racheakte - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/timbuktu-in-mali-zerstoerung-und-racheakte-a-880093.html)
Ich wage es ja nicht, unsere abendländisch-aufgeklärte Zivilisation überlegen zu nennen. Darf ich wenigstens anmerken, daß ich gern in Europa im Jahre 2013 lebe?
3.
Vergil 28.01.2013
Racheakte sind weiß Gott nicht richtig, sondern grundfalsch. Man sollte die Vergeltung - nicht Rache dem Staat überlassen. In dem Maße aber, in dem die Bevölkerung den Eindruck erhält, der Staat funktioniere ohnehin nicht [...]
Zitat von sysopFranzösische und malische Soldaten haben die Islamisten aus Timbuktu vertrieben. Vor ihrer Flucht haben die Extremisten jedoch wertvolle Kulturgüter zerstört: Sie zündeten eine Bibliothek mit jahrhundertealten Schriften an. Zudem mehren sich Gerüchte über grausame Racheakte im Land. Timbuktu in Mali: Zerstörung und Racheakte - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/timbuktu-in-mali-zerstoerung-und-racheakte-a-880093.html)
Racheakte sind weiß Gott nicht richtig, sondern grundfalsch. Man sollte die Vergeltung - nicht Rache dem Staat überlassen. In dem Maße aber, in dem die Bevölkerung den Eindruck erhält, der Staat funktioniere ohnehin nicht richtig, werden auch Racheakte - Selbstjustiz - zunehmen. Festhalten muss man, dass Racheakte eine Folge begangenen Unrechts sind. Wenn der Mann, der an anderen grausame Verstümmelungen verübt hat, selbst verstümmelt und getötet wird, ist das falsch; er wäre aber gleichwohl nicht getötet worden, wenn er nicht selbst fürchterliche Dinge getan hätte. Wären die Islamisten nicht jetzt vertrieben worden, sondern erst in fünf Monaten oder in zehn oder in 2 Jahren, hätte es ebenfalls Akte der Rache und Vergeltung gegeben, ja vermutlich sogar weit mehr.
4. Jetzt soll mir bitte noch jemand erzählen....
emir27 28.01.2013
...das diese Terroristen IRGENDWAS mit dem Muslimischen Glauben zutun haben. NIEMAND der wirklich streng religiös ist würde SOETWAS tun...
...das diese Terroristen IRGENDWAS mit dem Muslimischen Glauben zutun haben. NIEMAND der wirklich streng religiös ist würde SOETWAS tun...
5. Barbaren
Strai 28.01.2013
Der pakistanische Wissenschaftler Pervez Hoodbhoy hat es in einem Interview mit dem Spiegel treffend gesagt: Der Islam hat kaum wissenschaftliche oder kulturelle Werte geschaffen. Und jetzt zeigt sich, dass das Wenige auch noch [...]
Der pakistanische Wissenschaftler Pervez Hoodbhoy hat es in einem Interview mit dem Spiegel treffend gesagt: Der Islam hat kaum wissenschaftliche oder kulturelle Werte geschaffen. Und jetzt zeigt sich, dass das Wenige auch noch mutwillig zerstört wird. Hier sind Barbaren am Werk.
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