28.01.2013
Nigeria
Boko Haram bietet Regierung Waffenruhe an
Beschlagnahmte Gewehre, Munition und Elektronik von Boko-Haram-Mitgliedern
Abuja - Nach eineinhalb Jahren blutiger Gewalt hat die radikalislamische Gruppe Boko Haram der Regierung eine Unterbrechung der Kämpfe in Aussicht gestellt. Ein Sprecher der Sekte, Sheikh Muhammed Abdulaziz, nach eigenen Angaben Nummer zwei der islamischen Gruppierung, sagte am Montag, es werde in Kürze eine Waffenruhe geben.
Boko Haram reagiere damit auf die Ankündigung der örtlichen Regierung, einige Mitglieder freizulassen. "Wir haben beschlossen, diese Krise zu einem Ende zu bringen", sagte Abdulaziz. "Wir rufen daher alle auf, die sich mit uns und unserer Sache identifizieren, von heute an die Waffen niederzulegen."
Erst am Sonntag waren im nahegelegenen Dorf Gajiganna nach Angaben eines Bewohners acht Menschen tot aufgefunden worden, einige von ihnen enthauptet.
Außerdem erschossen Boko-Haram-Mitglieder vor einer Woche 18 Menschen. Die Attacke richtete sich gegen Jäger und Fleischhändler. Das Fleisch von Buschtieren gilt Muslimen als unrein. Auch im Dezember vergangenen Jahres war es in vielen Gebieten zu Anschlägen, vor allem gegen Christen, gekommen.
Mitglieder von Boko Haram, die westliche Bildung als Gotteslästerung betrachten, haben immer wieder Regierungsgebäude und Sicherheitskräfte im Nordosten von Nigeria angegriffen. Dabei wurden im vergangenen Jahr nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mindestens 792 Menschen getötet.
kha/AP/Reuters