02.02.2013
Militäreinsatz in Mali
Hollande kündigt weitere Kämpfe an
Timbuktu - Drei Wochen nach Beginn des französischen Militäreinsatzes in Mali hat Präsident François Hollande dem Land langfristige Unterstützung zugesagt. "Der Kampf ist nicht vorbei", sagte Hollande am Samstag in Timbuktu bei seinem von der dortigen Bevölkerung umjubelten eintägigen Besuch. Frankreich werde Mali zur Seite stehen, bis das Land seine vollständige Souveränität zurückgewonnen habe.
Gleichzeitig wies Hollande darauf hin, dass Frankreich die Verantwortung für die Sicherheit in dem westafrikanischen Land so bald wie möglich an lokale Streitkräfte übergeben wolle: "Jetzt ist es an den Maliern, die Verantwortung für den Übergang und vor allem für die Sicherheit ihres Landes zu übernehmen", sagte Hollande. In der kürzlich zurückeroberten Wüstenstadt Timbuktu stehe die Übergabe "schon bald" an.
Den Franzosen ist es in den drei Wochen gelungen, die Islamisten aus den drei größten Städten im Norden zu verdrängen. Die Rebellen haben sich in die Berge zurückgezogen. Laut Hollande soll der französisch-malische Einsatz in eine breiter angelegte Uno-Militäraktion unter afrikanischer Führung übergehen. Übergangspräsident Dioncounda Traoré, der die ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Kampf gegen die Rebellen um Hilfe gebeten hatte, versicherte: "Zusammen werden wir die Terroristen bis in ihr letztes Versteck jagen." Bisher befinden sich etwa 3500 französische Soldaten in Mali.
Deutschland kündigte an, rund 40 Militärausbilder nach Mali zu schicken. Am 19. Februar entscheidet das Bundeskabinett über die Entsendung. Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank Walter Steinmeier, wies Befürchtungen zurück, Deutschland könne Stück für Stück in Mali in einen weiteren Krieg hineingezogen werden. Mali sei nicht mit Afghanistan vergleichbar, sagte Steinmeier dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Ich sehe nicht, dass wir in Mali vor einem erneuten Einsatz von Kampftruppen stehen."
Timbuktu feiert den Militäreinsatz
In Timbuktu wurde Hollande von Tausenden Menschen gefeiert. "Es lebe Frankreich, es lebe Hollande", riefen sie, um für den schnellen Militäreinsatz gegen die Islamisten zu danken. Die Einwohner der Stadt tanzten zu den Rhythmen von Trommeln, die unter den Islamisten verboten waren. "Wir freuen uns, ihn zu treffen, denn er ist unser Befreier, er hat uns von diesen bewaffneten Banditen befreit", sagte ein Händler. "Wir, die Frauen von Timbuktu, wir danken François Hollande unendlich", rief eine 53-jährige Frau, die sich in eine französische Flagge gehüllt hatte.
Timbuktu war erst vor etwa einer Woche von französischen und malischen Streitkräften aus den Händen von Islamisten zurückerobert worden. Hollande sah sich unter dem Schutz von Soldaten eine Moschee an, die zum Weltkulturerbe gehört. Begleitet wird Hollande bei seinem Truppenbesuch von Außenminister Laurent Fabius, Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und Entwicklungsminister Pascal Canfin.
Hollande sucht auch den Dialog mit malischen Politikern. Zum Abschluss der Reise war ein Arbeitsessen in der Hauptstadt Bamako geplant. "Ich reise auch nach Mali, damit es einen politischen Dialog gibt, der es erlaubt, dass Mali nach der Vertreibung der Terroristen, Stabilität und den Geist der Einheit wiederfinden kann", sagte der Staatschef am Freitag bei einem Besuch in Ermont-Eaubonne in der Region Paris.
Auch die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa ist in der Delegation Hollandes. Sie will nach Angaben der für Kultur zuständigen Organisation der Vereinten Nationen den malischen Behörden in Bamako und Timbuktu Unterstützung signalisieren. "Wir müssen jetzt schnell handeln, um das Land wieder aufzubauen und das einzigartige kulturellen Erbe zu bewahren", sagte Bokowa laut Unesco. Dies sei ein wesentliches Element der nationalen Versöhnung in Mali und Grundlage für den Frieden.
ore/fln/dpa/AFP/Reuters