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03.02.2013
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Nordkoreas Machthaber

Kim will Streitkräfte stärken

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Nordkoreas Machthaber Kim: Richtlinien für Stärkung der Streitkräfte

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verschärft die Konfrontation mit Südkorea. In einer Rede kündigte er laut Staatsmedien an, die militärischen Kapazitäten auszubauen. Damit heizt er Spekulationen an, dass ein weiterer Atomtest unmittelbar bevorsteht.

Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat nach Berichten der Staatsmedien "Richtlinien" für die Stärkung der Streitkräfte und zur Verteidigung des Landes ausgegeben. Kim habe die Anweisungen in einer "wichtigen" Abschlussrede zu einem erweiterten Treffen der zentralen Militärkommission der Arbeiterpartei getroffen, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Neben organisatorischen Fragen habe der Ausbau der militärischen Kapazitäten im Mittelpunkt gestanden.

Einzelheiten wurden nicht genannt. Doch wurde der Bericht in Südkorea als weiterer Hinweis dafür gesehen, dass das kommunistische Nachbarland jederzeit einen dritten Atomtest unternehmen könnte. Experten und Geheimdienstmitarbeiter erwarten, dass ein solcher Test vor dem koreanischen Neujahrstag am 10. Februar stattfinden wird.

USA und Südkorea bereiten Seemanöver vor

Im Januar hatte Pjöngjang bereits mit einem weiteren Versuch sowie weiteren Raketentests gedroht - aus Protest gegen die Ausweitung von Uno-Sanktionen gegen das Land. Der Weltsicherheitsrat hatte den Sanktionsbeschluss wegen eines umstrittenen nordkoreanischen Raketenstarts im Dezember verabschiedet. Auf die ersten Atomtests in Nordkorea 2006 und 2009 hatte das höchste Uno-Gremium ebenfalls die Sanktionen verschärft.

Die Streitkräfte der USA und Südkoreas bereiteten sich unterdessen auf ein neues gemeinsames Seemanöver vor der Ostküste der koreanischen Halbinsel vor. Die seit längerem geplanten Übungen von Montag bis Mittwoch dienten der Raketen- und U-Boot-Abwehr, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. An der geplanten Übung nehmen unter anderem das Atom-U-Boot "San Francisco" sowie ein Zerstörer mit dem Aegis-Warn- und Feuerleitsystem der amerikanischen Streitkräfte teil. Die USA haben derzeit 28 500 Soldaten als Abschreckung gegen Nordkorea in Südkorea stationiert.

Nordkorea verurteilt die Manöver der beiden Länder als Vorbereitung zu einem Angriff. Die USA und Südkorea bestreiten das.

cte/dpa/AFP

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insgesamt 18 Beiträge
1. Jugendlicher Leichtsinn
kalim.karemi 03.02.2013
Da haben ihn wohl nach seiner 'Aufbruchsrede' einige der Besitzstandswahrer aus Armee und Politik zurückgerufen. Ich fürchte Kim ist nur der Lautspeche der wirklich mächtigen in NK.
Zitat von sysopNordkoreas Machthaber Kim Jong Un verschärft die Konfrontation mit Südkorea. In einer Rede kündigte er laut Staatsmedien an, die militärischen Kapazitäten auszubauen. Damit heizt er Spekulationen an, dass ein weiterer Atomtest unmittelbar bevorsteht. Kim will Streitkräfte stärken - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/kim-will-streitkraefte-staerken-a-881182.html)
Da haben ihn wohl nach seiner 'Aufbruchsrede' einige der Besitzstandswahrer aus Armee und Politik zurückgerufen. Ich fürchte Kim ist nur der Lautspeche der wirklich mächtigen in NK.
2. Hat der...
Jott 03.02.2013
kleine dicke Mann nicht vor ein paar Wochen erklärt, er wolle das Verhältnis zum Nachbarn entspannen und sich um bessere Lebensbedingungen für sein Volk kümmern? Ich dachte, ich hätte sowas gelesen...
kleine dicke Mann nicht vor ein paar Wochen erklärt, er wolle das Verhältnis zum Nachbarn entspannen und sich um bessere Lebensbedingungen für sein Volk kümmern? Ich dachte, ich hätte sowas gelesen...
3. Dieses neurotische System muss beendet werden!
gustav_rach 03.02.2013
Insbesondere China ist hier gefragt. Von innen her lässt sich das System nicht ändern, also bleibt nur, es von außen zu ändern. Da Sanktionen nicht greifen und nur weiteren Terror und Hunger für die Menschen bedeuten, ist ein [...]
Insbesondere China ist hier gefragt. Von innen her lässt sich das System nicht ändern, also bleibt nur, es von außen zu ändern. Da Sanktionen nicht greifen und nur weiteren Terror und Hunger für die Menschen bedeuten, ist ein Krieg gerechtfertigt.
4. Unfug!
reever_de 03.02.2013
Jeder Dollar, Euro, Yen, jeder "Kredit", jede "Hilfslieferung", jeder Sack Reis oder Weizen, wenn das Volk mal wieder Rasen oder Rinde essen muss, stützt und unterhält letztendlich nur das (Über-)Leben von [...]
Jeder Dollar, Euro, Yen, jeder "Kredit", jede "Hilfslieferung", jeder Sack Reis oder Weizen, wenn das Volk mal wieder Rasen oder Rinde essen muss, stützt und unterhält letztendlich nur das (Über-)Leben von Armee und Partei. Das jammerige Warten und Hoffen der westlichen Länder auf ein winziges Stückchen "Entgegenkommen", das dann euphorisch begrüsst und als "Erfolg der Diplomatie" gefeiert wird; das ganze hofieren des Kim-Regimes zeigt diesem doch jedes mal wieder, das die westliche Welt und deren Regierungen sich immer wieder an der Nase herumführen lässt... mit Erfolg. Letztendlich werden alle Spenden und Hilfen nur als Schwäche und Hilflosigkeit ausgelegt, aber gern vom Regime akzeptiert, solange nicht mit echten Gegenleistungen gekontert werden muss.
5. Politische Macht kommt aus Gewehrläufen
MiniDragon 03.02.2013
Der kleine Dicke ist auch nur eine Marionette der wirklich Mächtigen in diesem Land. Und da wir seit Mao wissen, woher die Macht kommt, braucht sich auch niemand über aktuelle Entwicklung zu wundern Auch in Pakistan ist [...]
Zitat von Jottkleine dicke Mann nicht vor ein paar Wochen erklärt, er wolle das Verhältnis zum Nachbarn entspannen und sich um bessere Lebensbedingungen für sein Volk kümmern? Ich dachte, ich hätte sowas gelesen...
Der kleine Dicke ist auch nur eine Marionette der wirklich Mächtigen in diesem Land. Und da wir seit Mao wissen, woher die Macht kommt, braucht sich auch niemand über aktuelle Entwicklung zu wundern Auch in Pakistan ist seit der Staatsgründung die Armee die wahre Macht im Lande Zur Erinnerung: Qiānggǎnzǐ lǐmiàn chū zhèngquán. Politische Macht kommt aus den Gewehrläufen. (Aus der so genannten Mao-Bibel, Kapitel 2. Mao kam früh zu der Einsicht, dass die Kommunisten auf sich gestellt in China im Bürgerkrieg keine Chance hatten.)

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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