04.02.2013
Attentat im Irak
Selbstmordanschlag auf Malikis Milizionäre - viele Tote
Bagdad - Bei einem Selbstmordanschlag auf die sunnitische Sahwa-Miliz im Irak sind am Montag nach Angaben von Polizei und Krankenhausmitarbeitern mindestens 22 Menschen getötet worden. Mehr als 40 Menschen seien bei dem Attentat in der Stadt Tadschi nördlich von Bagdad verletzt worden.
Der Attentäter sprengte sich demnach mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft, als die Milizionäre gerade ihren Lohn abholen wollten. Die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki hatte diesen erst kürzlich von umgerechnet rund 183 Euro auf 305 Euro pro Monat erhöht. Damit wollte sie offenbar unzufriedenen Sunniten entgegenkommen, die seit Monaten seinen Rücktritt fordern. Die Sahwa-Miliz bekämpft al-Qaida.
In jüngster Zeit kam es immer wieder zu Anschlägen gegen die von Schiiten geführte Regierung Malikis. Erst am Sonntag riss ein Selbstmordattentäter bei einem Angriff auf das Polizeihauptquartier in der nordirakischen Stadt Kirkuk mindestens 33 Menschen mit in den Tod.
Hintergrund der Gewaltwelle sind die wachsenden Spannungen zwischen den Schiiten sowie den Minderheiten der Sunniten und Kurden. Ein Jahr nach dem Abzug der US-Truppen versuchen mit al-Qaida verbündete sunnitische Extremistengruppen einen Religionskonflikt zu entfachen. Während der Herrschaft Saddam Husseins dominierten die Sunniten den Irak und unterdrückten die Schiiten.
als/AFP/Reuters
