07.02.2013
Krieg in Mali
Frankreich fordert Uno-Blauhelme an
Präsident Hollande bei Truppenbesuch in Mali: Übergabe an Uno schon im April?
Paris/New York - Frankreich hat den Uno-Sicherheitsrat offiziell um die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe für die Zeit nach dem französischen Militäreinsatz in Mali gebeten. "Französische Truppen werden nicht in Mali bleiben und es sollte eine Übergangszeit in den kommenden Wochen geben, bevor Blauhelme entsandt werden", sagte der französische Uno-Botschafter Gérard Araud in New York.
Zudem forderte Frankreich den Sicherheitsrat auf, die Entsendung von Menschenrechtsbeobachtern nach Mali zu beschleunigen. Der Sicherheitsrat habe zugestimmt, die Bitte zu prüfen. Araud sagte nach nach Beratungen des Gremiums, es werde wohl "einige Wochen" dauern, bis eingeschätzt werden könne, ob und wann die in Mali stationierten französischen Truppen die Verantwortung an eine Blauhelm-Friedenstruppe übergeben könnten.
Außenminister Laurent Fabius deutete einen konkreteren Termin an. Er antwortete in Paris auf die Frage von Journalisten, on die Uno bereits im April die Federführung der Mali-Mission übernehmen könne: "Ja, viele unserer Fachleute und Partner arbeiten auf diese Perspektive hin." Die Mali-Mission der Westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS solle den Einsatz in Mali übernehmen, die Federführung solle aber bei den Vereinten Nationen liegen.
Uno-Resolution schon im März möglich
Allerdings muss auch noch die Regierung in Mali offiziell um die Entsendung der Friedenstruppe bitten, bevor der Rat einen Entschluss fassen kann. Dann könnte es nach Ansicht des Uno-Untergeneralsekretärs Hervé Ladsous ziemlich schnell gehen: "Es gibt einen Konsens darüber, dass es eine Friedenstruppe geben muss, wenn es die Umstände zulassen, und das könnte sehr schnell passieren." Uno-Diplomaten zufolge wird eine Resolution im Sicherheitsrat bis Anfang März angestrebt.
Frankreich will im März mit dem Abzug seiner Soldaten in dem afrikanischen Land beginnen. Französische Truppen hatte am 11. Januar militärisch in Mali eingegriffen und zusammen mit malischen Soldaten den Vormarsch der Islamisten gestoppt, die den Norden des Landes kontrollierten. Dem Verteidigungsministerium in Paris zufolge sind derzeit 4000 französische Soldaten in Mali im Einsatz - und damit fast doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Seit dem Beginn des Einsatzes wurden laut dem Verteidigungsministerium "mehrere hundert Islamisten" getötet. Auch ein französischer Soldat starb zu Beginn des Einsatzes.
Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sprach am Mittwoch im Sender Europe 1 von einem "richtigen Krieg". Demnach gab es rund um Gao Zusammenstöße zwischen Soldaten und Islamisten.
fdi/AFP/dpa/Reuters