Lade Daten...
22.02.2013
Schrift:
-
+

Mali

16 Islamisten sterben bei blutigen Kämpfen um Gao

Foto: AFP

Malis Städte sind befreit, doch von Frieden ist keine Rede. In Gao beendeten malische und französische Truppen einen Überfall der Islamisten blutig, 16 Angreifer starben. Die Rebellen attackieren blitzschnell aus ihren Wüstenverstecken, setzen sogar Raketen ein.

Bamako - Eigentlich sollen die französischen Truppen schon im März aus Mali abziehen. So will es Präsident François Hollande. Doch ein rascher Abschied der Einheiten aus dem Krisengebiet erscheint immer unwahrscheinlicher - die Islamisten leisten gerade im Norden des Landes heftigen Widerstand. Bei Kämpfen in der Wüstenstadt Gao starben am Donnerstag mindestens 16 Rebellen.

Sechs malische Soldaten seien bei den Gefechten verletzt worden, berichtete das nationale Radio des westafrikanischen Landes am Freitag. Die Kämpfe, bei denen die malische Armee von Truppen aus Frankreich und Niger unterstützt wurde, waren am Mittwoch ausgebrochen.

Die Islamisten hätten für kurze Zeit das Rathaus der Stadt und die Residenz des Gouverneurs besetzt, seien dann aber wieder vertrieben worden. Gao liegt 1200 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako.

Dabei beschränkte sich die Gegenwehr der Islamisten nicht mehr "nur" auf Gewehrfeuer. In Gao schossen sie zwei Raketen auf Posten des Militärs. Der Angriff geht nach Angaben der französischen Armee vermutlich auf das Konto der "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (Mujao). Einheiten dieser islamistischen Gruppe seien auch in der Vergangenheit für Attacken verantwortlich gewesen.

Fotostrecke

Mali: Heftige Kämpfe in Gao
Die Regierungstruppen hatten Gao - eine ehemalige Islamistenhochburg - im vergangenen Monat eingenommen. Dabei waren sie zunächst auf wenig Gegenwehr gestoßen. Die Islamisten hatten, ähnlich wie auch in der legendären Wüstenstadt Timbuktu, ihre Posten kampflos geräumt und sich rasch zurückgezogen. Besonders mit Blick auf die technische Übermacht des französischen Militärs wollten sie größere militärische Konfrontationen vermeiden.

Ideale Verstecke in der Wildnis

Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Islamisten in den extrem unwegsamen Gebieten im Norden des Landes ein ideales Rückzugsgebiet vorgefunden haben. Verfolger haben kaum eine Chance, die ortskundigen Kämpfer in der Sahara-Region aufzuspüren. In Gegenden wie dem Ifoghas-Gebirge im äußersten Nordosten des Landes haben diese in Höhlen und Gängen Lager eingerichtet und können lange ausharren. Dort starb am Dienstag ein französischer Soldat bei einem Gefecht.

Aus der Wildnis heraus können sie nun ihre Taktik der Nadelstich-Angriffe ausspielen. Immer wieder schlagen sie schnell zu - und flüchten wieder in die Wüste. So waren die rund 40 Rebellen vor wenigen Tagen offenbar über den Fluss Niger erneut in die Stadt Gao eingedrungen. Immer mehr verlegen sie sich dabei auch auf Terroraktionen. In der Stadt Kidal explodierte am Donnerstag eine Autobombe, mindestens zwei Zivilisten wurden verletzt.

Seit Freitag ist die Region offiziell wieder unter Kontrolle der von den Franzosen angeführten Militäroffensive zur Befreiung von Nord-Mali. Diese hatte vor sechs Wochen begonnen. Seither konnten die internationalen Truppen große Erfolge verbuchen.

jok/AFP/dpa

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
1.
querulant1892 22.02.2013
Man darf die Fehler des 3. Irakkrieges nicht wiederholen. Man muss in Mali für Wohlstand sorgen, denn nur so kann man verhindern, dass nach dem militärischen Erfolgen neue Kämpfer heranwachsen. Auch eine stärkere Einbindung [...]
Man darf die Fehler des 3. Irakkrieges nicht wiederholen. Man muss in Mali für Wohlstand sorgen, denn nur so kann man verhindern, dass nach dem militärischen Erfolgen neue Kämpfer heranwachsen. Auch eine stärkere Einbindung der Bevölkerung in den Friedensprozess ist notwendig.
2. Gut gemacht!
hxk 22.02.2013
Angriff mit miminalen eigenen Verlusten abgewehrt und dem Gegner schwere Verluste beigebracht. :)
Angriff mit miminalen eigenen Verlusten abgewehrt und dem Gegner schwere Verluste beigebracht. :)
3. Frankreich wird wohl noch lange in Mali...
Centurio X 22.02.2013
...militärisch präsent bleiben müssen. Denn wer jemals beim Militär war, kann an dem Video-Clip erkennen, daß es mit Kampfkraft der Malischen Truppen nicht weit her ist. Unkoordiniertes, hysterisches in die Luft Geballere [...]
Zitat von sysopMalis Städte sind befreit, doch von Frieden ist keine Rede. In Gao beendeten malische und französische Truppen einen Überfall der Islamisten blutig, 16 Angreifer starben. Die Rebellen attackieren blitzschnell aus ihren Wüstenverstecken, setzen sogar Raketen ein. Erbitterter Widerstand: Franzosen töten 16 Islamisten in Nordmali - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/erbitterter-widerstand-franzosen-toeten-16-islamisten-in-nordmali-a-884989.html)
...militärisch präsent bleiben müssen. Denn wer jemals beim Militär war, kann an dem Video-Clip erkennen, daß es mit Kampfkraft der Malischen Truppen nicht weit her ist. Unkoordiniertes, hysterisches in die Luft Geballere bestimmt das Kampfgeschehen der Afrikanischen Truppen. Als französischer Soldat möchte ich bei einem Gefecht solche Kameraden nicht hinter oder neben mir haben; denn vor denen hätte ich mehr Angst als vor den gegnerischen Islamisten.
4. Irak, Afghanistan,...
Airkraft 22.02.2013
Irak, Afghanistan, u.s.w. lassen schön grüßen ;-)
Zitat von sysopMalis Städte sind befreit, doch von Frieden ist keine Rede. In Gao beendeten malische und französische Truppen einen Überfall der Islamisten blutig, 16 Angreifer starben. Die Rebellen attackieren blitzschnell aus ihren Wüstenverstecken, setzen sogar Raketen ein. Erbitterter Widerstand: Franzosen töten 16 Islamisten in Nordmali - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/erbitterter-widerstand-franzosen-toeten-16-islamisten-in-nordmali-a-884989.html)
Irak, Afghanistan, u.s.w. lassen schön grüßen ;-)
5. Wann endlich...
haviii 22.02.2013
... wird bei SPON mal ein Mindestmaß an Kompetenz bzgl. der korrekten Bezeichnung von Waffensystemen Einzug halten? Eine Maschinenkanone ist kein Maschinengewehr. Kein Artikel über sicherheitspolitische Themen ohne Fehler.
... wird bei SPON mal ein Mindestmaß an Kompetenz bzgl. der korrekten Bezeichnung von Waffensystemen Einzug halten? Eine Maschinenkanone ist kein Maschinengewehr. Kein Artikel über sicherheitspolitische Themen ohne Fehler.

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Fotostrecke

VIDEO

Fotostrecke

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter RSS
alles zum Thema Mali
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten