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07.08.2013
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Satellitenbilder aus Syrien

Aleppo in Trümmern

Der Krieg ruiniert Syriens historische Perle Aleppo. Ganze Viertel sind zerstört, wer auf die Straße geht, riskiert sein Leben. Satellitenbilder von Amnesty International zeigen das ganze Ausmaß der Verwüstung, eine untergehende Metropole im Vorher-Nachher-Vergleich.

Aleppo war einst die größte Stadt Syriens. Für ihre Kulturschätze wie den liebevoll restaurierten historischen Markt oder die Zitadelle war sie weltberühmt. Ihre Einwohner galten als geschickte Händler und Musikliebhaber.

Ein Jahr nachdem der syrische Bürgerkrieg auch in Aleppo angekommen ist, ist nicht mehr viel von der Stadt übrig. Kaum jemand zählt noch die Einschläge der Raketen, die komplette Straßenzüge zerstören und die Menschen am Boden unter den Trümmern begraben. Fast jedes Mal sind es Dutzende Tote und Hunderte Verletzte.

Das Ausmaß der Zerstörung lässt sich auf Satellitenbildern erahnen, die Amnesty International am Mittwoch veröffentlicht hat. Sie zeigen mehrere Stadtteile - Wohnviertel, in denen Menschen ihr Zuhause hatten -, wie sie 2012 und 2013 von oben aussehen. Bombardierungen ohne Rücksicht auf Zivilisten widersprechen jeglichen internationalen Konventionen, dies sei ein Kriegsverbrechen, schreibt Amnesty International.

Nicht nur aus der Luft, in Form von Raketen, kommt der Tod für die Menschen von Aleppo. Lebensgefährlich sind für sie auch die Heckenschützen und die Milizen am Boden. Auf der einen Seite, im Westen, sind es die Kämpfer, die sich zu Baschar al-Assad bekennen. Auf der anderen Seite, im Osten, sind es die Kämpfer, die gegen Assad sind. Unter ihnen sind auch Ausländer, Dschihadisten, die den Syrern vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben. An manchen Stellen sind die Positionen der Kontrahenten nur wenige Meter Luftlinie voneinander entfernt.

Mobilnutzer bitte hier klicken, um die Satellitenbilder anzuschauen!

Die Menschen von Aleppo stehen hilflos dazwischen. Sie müssen schauen, wie sie überleben trotz der Bombardierungen, der Scharfschützen, der Schikanen der Milizen, Assad-treuen wie Assad-feindlichen, und der immer wieder willkürlichen Exekutionen. Und wie sie in all dem Chaos an Brot, Öl oder Tomaten kommen, Dinge, die sie zum Überleben brauchen.

Die Hilfe der großen internationalen Organisationen kommt bei den Menschen in Aleppo nicht an - zum einen, weil es zu gefährlich ist, zum anderen, weil Milizen den Weg versperren oder weil Damaskus nicht will, dass Gebiete beliefert werden, die nicht mehr der Kontrolle des Regimes unterstehen.

"Aleppo ist völlig zerstört", sagt Donatella Rovera von Amnesty International, die im Juli dort war. "Viele Einwohner fliehen in großer Zahl vor den Bombardierungen, und viele andere sind gefangen in einer Stadt unter Beschuss und Belagerung unter extremen humanitären Bedingungen."

ras

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Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 97 Beiträge
1. optional
TMS90 07.08.2013
Man sollte immer beachten, dass es die Rebellen sind, welche den Krieg in die Städte brachten, indem sie sich in Stadteilen eingraben... . In Aleppo z.B. waren es die Rebellen, die eine Offensive im Spätsommer 2012 in das [...]
Man sollte immer beachten, dass es die Rebellen sind, welche den Krieg in die Städte brachten, indem sie sich in Stadteilen eingraben... . In Aleppo z.B. waren es die Rebellen, die eine Offensive im Spätsommer 2012 in das Stadtgebiet begonnen hatten und sich nun im Straßenkrieg verzettelt haben.
2. Da fehlt etwas
austromir 07.08.2013
Lustig. AI USA veröffentlicht Satellitenbilder (woher hat AI die Bilder? Welche Gegenleistung hat AI für die Veröffentlichung erhalten? Warum veröffentlichen Pentagon und Weißes Haus die Bilder nicht selber?) und der [...]
Zitat von sysopAmnesty InternationalDer Krieg ruiniert Syriens historische Perle Aleppo. Ganze Viertel sind zerstört, wer auf die Straße geht, riskiert sein Leben. Satellitenbilder von Amnesty International zeigen das ganze Ausmaß der Verwüstung, eine untergehende Metropole im Vorher-Nachher-Vergleich. Amnesty International: Satellitenbilder zeigen Zerstörung in Aleppo - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/amnesty-international-satellitenbilder-zeigen-zerstoerung-in-aleppo-a-915121.html)
Lustig. AI USA veröffentlicht Satellitenbilder (woher hat AI die Bilder? Welche Gegenleistung hat AI für die Veröffentlichung erhalten? Warum veröffentlichen Pentagon und Weißes Haus die Bilder nicht selber?) und der Spiegel "vergisst" zu erwähnen dass es nicht AI (Sitz: London) ist sondern AI USA, die hier "veröffentlicht".
3. Ein trauriges Bild
Beobachter123 07.08.2013
Das war sicher weder der Wille Assads, noch des Syrischen Volkes.
Das war sicher weder der Wille Assads, noch des Syrischen Volkes.
4.
bammy 07.08.2013
Selbstverständlich sind die Rebellen Schuld und haben dien Krieg in die Stadt gebracht. Assad und seine Truppen trifft da gar keine Schuld. Es ist ganz normal seine eigene Bevölkerung zu bombardieren.
Zitat von TMS90Man sollte immer beachten, dass es die Rebellen sind, welche den Krieg in die Städte brachten, indem sie sich in Stadteilen eingraben... . In Aleppo z.B. waren es die Rebellen, die eine Offensive im Spätsommer 2012 in das Stadtgebiet begonnen hatten und sich nun im Straßenkrieg verzettelt haben.
Selbstverständlich sind die Rebellen Schuld und haben dien Krieg in die Stadt gebracht. Assad und seine Truppen trifft da gar keine Schuld. Es ist ganz normal seine eigene Bevölkerung zu bombardieren.
5. Assad...
yellowsnake 07.08.2013
...ist kein Verbrechen zu schade, es geht ausschließlich um die Macht seines Clans. Er und seine Leute sind die wahren Terroristen, die vor 2 Jahren anfingen, auf friendliche Demonstranten mit Scharfschützen schießen zu [...]
Zitat von sysopAmnesty InternationalDer Krieg ruiniert Syriens historische Perle Aleppo. Ganze Viertel sind zerstört, wer auf die Straße geht, riskiert sein Leben. Satellitenbilder von Amnesty International zeigen das ganze Ausmaß der Verwüstung, eine untergehende Metropole im Vorher-Nachher-Vergleich. Amnesty International: Satellitenbilder zeigen Zerstörung in Aleppo - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/amnesty-international-satellitenbilder-zeigen-zerstoerung-in-aleppo-a-915121.html)
...ist kein Verbrechen zu schade, es geht ausschließlich um die Macht seines Clans. Er und seine Leute sind die wahren Terroristen, die vor 2 Jahren anfingen, auf friendliche Demonstranten mit Scharfschützen schießen zu lassen. Und wie alle derartigen Mafapaten hat er keine Überlebenschance. Man kann heute nicht mehr das eigene Volk mit Granaten und der Luftwaffe niederhalten.
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