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Politik

Provinz Kandahar

Tote und Verletzte bei hochrangigem Sicherheitstreffen in Afghanistan

Mord im Gouverneurspalast von Kandahar: Ein afghanischer Elitesoldat hat offenbar den Polizeichef der Unruheregion ermordet. Dieser hatte sich mit dem Nato-Oberbefehlshaber getroffen, der unverletzt überlebte.

DPA

Afghanische Soldaten

Donnerstag, 18.10.2018   15:16 Uhr

Am Wochenende wählen die Afghanen ein neues Parlament. Die Sicherheitslage am Hindukusch ist schlecht. Und nun erschüttert ein neues Attentat die Südprovinz Kandahar.

Bei einem hochrangig besetzten Sicherheitstreffen in der gleichnamigen Provinzhauptstadt sind zwei US-Soldaten verwundet worden. Sie seien bei einem "innerafghanischen Zwischenfall" im Gouverneurspalast ins Kreuzfeuer geraten, sagte der Sprecher der Nato-Ausbildungsmission "Resolute Support", Knut Peters. Die beiden verwundeten Soldaten seien medizinisch versorgt und evakuiert worden.

An dem Treffen hatte auch der neue Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, General Scott Austin Miller, teilgenommen. Laut Peters blieb er unverletzt. Lokale Medien berichteten zudem, bei dem Zwischenfall sei der einflussreiche Polizeichef Kandahars, General Abdul Rasik Atschiksai, getötet worden. Der Täter war demnach Mitglied der persönlichen Sicherheitstruppe von Atschiksai.

Unbestätigten Berichten zufolge wurde bei dem Zwischenfall auch der Geheimdienstchef von Kandahar, Abdul Momin, getötet. Zudem soll der Gouverneur von Kandahar, Sulmai Wesa, verletzt worden sein. Ersten Informationen zufolge wurde der Angreifer getötet. Von offizieller Seite gab es auf Anfrage noch keine Erklärung.

Die radikalislamischen Taliban reklamierten den Angriff über den Messenger-Dienst WhatsApp für sich. Ziel seien der Polizeichef Atschiksai sowie General Miller gewesen.

dop/dpa/AP

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