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Politik

Nach Belästigungsvorwürfen

US-Senator Al Franken kündigt Rücktritt an

Der US-Politiker Al Franken wird sein Amt als Senator der demokratischen Partei niederlegen. Dem Rücktritt vorausgegangen waren Belästigungsvorwürfe gegen den 66-Jährigen. Er sprach vom "schlimmsten Tag seines politischen Lebens".

REUTERS

Al Franken

Donnerstag, 07.12.2017   18:53 Uhr

Der demokratische US-Senator Al Franken hat seinen Rücktritt angekündigt. Mehrere Frauen werfen dem 66-Jährigen vor, sie sexuell belästigt zu haben. Einige Parteikollegen hatten ihn zuvor bereits dazu aufgefordert, sein Amt niederzulegen.

Dies sei der schlimmste Tag seines politischen Lebens, sagte Franken im Senat in Washington. "Tief im Herzen weiß ich, dass ich nichts als Senator getan habe, das Schande über diese Institution gebracht hat", sagte er. Dennoch werde er in den kommenden Wochen sein Amt als Mitglied des Senats der Vereinigten Staaten aufgeben.

Franken sagte weiter, sein Rücktritt entbehre nicht einer gewissen Ironie, sitze doch im Weißen Haus jemand, der auf Tonband mit sexuellen Übergriffen geprahlt habe. Franken spielte damit auf frühere Äußerungen Donald Trumps an. Dieser hatte gesagt, als Berühmtheit könne man sich Frauen gegenüber alles erlauben und ihnen auch in den Schritt fassen.

Franken ist seit 2008 Senator. Vor seiner Karriere in der Politik war er unter anderem Radiomoderator, er trat auch in der populären Sendung "Saturday Night Live" auf.

Die Vorwürfe gegen Franken hatten im November mit der Schauspielerin und Musikerin Leeann Tweeden begonnen: Sie hatte ihn beschuldigt, ihr vor einem gemeinsamen Auftritt vor Soldaten in Afghanistan zu nahe gekommen zu sein. Auf dem Heimflug von Afghanistan soll er ihr zudem - für ein Foto posierend - an die Brüste gefasst haben, als sie geschlafen habe. Auf dem Foto trug die Frau eine schussfeste Weste.

bbr/dpa/AP/Reuters

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