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Politik

Protest gegen Polizeigewalt

Ausschreitungen bei Demonstrationen in Griechenland

Der 15-jährige Alexandros Grigoropoulos wurde vor zehn Jahren in Athen durch eine Polizeikugel getötet. Am Jahrestag der Tat kam es in Griechenland zu Ausschreitungen. Drei Menschen wurden verletzt.

Getty Images

Polizist in Athen

Freitag, 07.12.2018   07:02 Uhr

Jedes Jahr wird in Griechenland an den Tod des 15-jährige Alexandros Grigoropoulos erinnert und gegen Polizeiwillkür demonstriert. In diesem Jahr jährt sich der Vorfall zum zehnten Mal. In der Nacht zum Freitag ist es zu Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen in Athen und anderen Städten Griechenlands gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden dabei mindestens drei Menschen leicht verletzt. 13 Randalierer seien festgenommen worden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT).

Die schwersten Ausschreitungen gab es im Autonomenviertel Exarchia von Athen. Autonome schleuderten Hunderte Brandflaschen auf die Polizei. Zudem errichteten sie Barrikaden mit Müllcontainern und anderen Gegenständen. Die Polizei setzte massiv Tränengas, Blendgranaten und Wasserwerfer ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben, wie Reporter vor Ort berichteten. Vorangegangen waren friedliche Demonstrationen von Jugendlichen.

Zu Krawallen kam es auch in den Hafenstädten Thessaloniki, Volos und Patras, wie das Fernsehen weiter zeigte. Die Lage beruhigte sich am frühen Freitagmorgen, berichteten Reporter vor Ort.

Nach den tödlichen Schüssen auf Alexandros Grigoropoulos im Dezember 2008 war Athen von einer beispiellosen Welle der Gewalt erfasst worden. Die Schäden gingen nach Schätzungen der Regierung damals in die dreistellige Millionenhöhe. Im Oktober 2010 wurde der Schütze zu lebenslanger Haft verurteilt.

vks/dpa

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