Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Fall Andrew Brunson

US-Präsident bedankt sich bei Erdogan

Lange war US-Pastor Brunson in der Türkei inhaftiert, das belastete das Verhältnis der zwei Staaten. Nach seiner Entlassung reagierte Donald Trump per Dankes-Tweet an Präsident Erdogan. Heute wird Brunson im Weißen Haus erwartet.

AFP

Donald Trump

Samstag, 13.10.2018   18:00 Uhr

Immer wieder hatte US-Präsident Donald Trump die Freilassung des in der Türkei inhaftierten US-Pastors Andrew Brunson gefordert. Am Freitag hatte schließlich ein Gericht in Izmir den Hausarrest und die Ausreisesperre gegen den Mann aufgehoben. Als Reaktion sendete Trump via Twitter eine kurze Botschaft nach Ankara.

"Ich möchte mich bei Präsident Erdogan für seine Hilfe bedanken", heißt es in dem Post des US-Präsident. Noch am Samstag werde er den US-Pastor im Oval Office empfangen. "Es wird wunderbar sein ihn zu sehen. Er ist ein guter Christ und hat eine schwere Zeit hinter sich", schrieb Trump weiter.

In einem zweiten Tweet betonte Trump, er habe keinen Deal mit der Türkei gemacht. "Ich mache keine Deals für Geiseln", schrieb er. Dennoch wüssten die USA die Entscheidung sehr zu schätzen. Und das werde zu "guten, vielleicht sogar großartigen Beziehungen zwischen den USA und der Türkei führen", so Trump. Brunson ist mittlerweile gemeinsam mit seiner Frau in Washington gelandet. Zuvor wurde der Pastor auf einem Zwischenstopp in Deutschland im US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein ärztlich untersucht.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan twitterte wenig später eine Antwort. Darin hieß es: "Lieber Herr Präsident Donald Trump. Wie ich immer betone, hat die türkische Justiz ihr Urteil auf unabhängige Weise gefällt. Ich hoffe, dass die USA und die Türkei ihre Zusammenarbeit fortsetzen, so wie es sich für zwei Alliierte gehört."

Der Fall Brunson hatte ein schweres Zerwürfnis zwischen Washington und Ankara ausgelöst. Die Türkei warf Brunson unter anderem Spionage und die Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Um die Freilassung des Pastors zu erreichen, verhängte Trump im August Sanktionen und Strafzölle. Die türkische Lira brach daraufhin stark ein. Die Währungskrise dauert auch Wochen später an und wirkt sich zusammen mit der Inflation auf die gesamte Wirtschaft aus. Auf die Entscheidung des Gerichts reagierte die Lira sofort mit einem Ausschlag nach oben.

Der 50-jährige Brunson hat mehr als 20 Jahren lang in der Türkei gelebt. Er war Pastor an einer evangelikalen Kirche in der Küstenmetropole Izmir, als er wenige Monate nach dem Putschversuch vom Juli 2016 in der Türkei festgenommen wurde und im Dezember desselben Jahres in Untersuchungshaft kam. Ende Juli wurde er wegen Gesundheitsproblemen in den Hausarrest entlassen.

asc/Reuters/AP

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP