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Politik

Anschlag auf Istanbuler Flughafen

Angeklagten drohen insgesamt 3342 Jahre Haft

Bei dem Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen starben 45 Menschen. Dutzenden Verdächtigen wird nun der Prozess gemacht - sie müssen mit Rekordstrafen rechnen.

REUTERS

Polizist vor dem Atatürk-Flughafen (Archivbild)

Montag, 13.11.2017   17:06 Uhr

Fast anderthalb Jahre nach dem Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen hat der Prozess gegen 46 Verdächtige begonnen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, droht den Angeklagten bei einer Verurteilung eine Rekordstrafe von insgesamt bis zu 3342 Jahren. Demnach befinden sich unter den Verdächtigten neben 16 russischen Staatsbürgern auch Tschetschenen, Tunesier, Ägypter und Türken.

Nach Angaben von Anadolu erschienen 42 Angeklagte, die sich in Haft im Hochsicherheitsgefängnis Silivri bei Istanbul befinden, zu der mindestens viertägigen Anhörung. Vier weitere Angeklagte sind demnach auf freiem Fuß. Die Anklage laute unter anderem auf Mord und Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation.

In den vergangenen zwei Jahren wurden in der Türkei mehrere schwere Anschläge verübt, für die die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verantwortlich gemacht wird. Bei dem Anschlag auf den Atatürk-Flughafen waren am Abend des 28. Juni 2016 45 Menschen getötet worden. Zu der Tat, die von drei Selbstmordattentätern verübt wurde, hatte sich niemand bekannt. Die türkischen Behörden wiesen die Verantwortung dem IS zu.

Um die Nationalität der Attentäter gab es zunächst Verwirrung. Kurz nach dem Anschlag hatte es aus türkischen Regierungskreisen geheißen, die Attentäter seien aus Usbekistan, Kirgistan und der russischen Region Dagestan. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete jedoch unter Berufung auf die Anklageschrift, bei den Selbstmordattentätern habe es sich um die russischen Staatsbürger Rakim Bulgarov, Vadim Osmanov und eine nicht identifizierte Person gehandelt.

cte/AFP/dpa

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