Schrift:
Ansicht Home:
Politik

Australien

IS reklamiert tödlichen Angriff in Melbourne für sich

Ein Mann hat in Melbourne mehrere Menschen verletzt, ein Opfer überlebte den Angriff nicht. Der IS hat die Tat nun für sich beansprucht, ohne Belege für eine Verbindung zum Täter zu liefern.

DPA

Polizisten im Einsatz nach einem möglichen Angriff in Melbourne

Freitag, 09.11.2018   16:45 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den tödlichen Messerangriff in Melbourne für sich reklamiert. In einer am Freitag von dem IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq verbreiteten Erklärung hieß es, der Täter sei ein IS-Kämpfer gewesen und habe auf Staatsbürger der gegen den IS kämpfenden Länder gezielt.

Belege für eine Verbindung des Täters zum IS lieferte die Miliz zunächst nicht. Das Bekennerschreiben konnte zunächst nicht unabhängig auf Echtheit überprüft werden.

Ein Messerangreifer hatte in Melbourne einen Passanten getötet und zwei weitere verletzt, teilte die Polizei mit. Sie hätten zuvor einen Verdächtigen bei einem brennenden Auto im Geschäftsviertel der Stadt festgehalten. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei niedergeschossen. Vermutet wird, dass er zuvor das Auto in Brand gesetzt hatte.

Ermittler gehen von terroristischer Tat aus

Auf einem Handy-Video ist zu sehen, wie der Mann mit einem Messer auf mehrere Polizisten in Uniform losgeht. Die Polizei teilte mit, die Einsatzkräfte seien während des Feierabendverkehrs gegen 16.20 Uhr Ortszeit wegen eines brennenden Autos in die Innenstadt gerufen worden.

Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben der Polizei in "kritischem Zustand" in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag er demnach später seinen Verletzungen. Zudem würden mindestens zwei Menschen wegen Stichverletzungen behandelt, hieß es.

"Die genauen Umstände müssen noch geklärt werden", teilte die Polizei mit. Zunächst hieß es, bislang liege kein Hinweis auf eine "Verbindung zum Terrorismus" vor. Inzwischen gehen die Ermittler jedoch von einer terroristischen Tat aus. Der mutmaßliche Täter sei der Polizei seit Längerem bekannt.

Die Gegend rund um das ausgebrannte Auto wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, den Bereich der Innenstadt zu meiden, auch wenn es derzeit keine Hinweise auf weitere Verdächtige gebe. Das Auto war den Angaben zufolge mit Gasflaschen beladen.

asa/AFP/dpa

Verwandte Artikel

Anzeige

Anzeige

 

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP