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Politik

Brexit-Treffen im Morgengrauen

EU meldet Fortschritte in Gesprächen mit May

Briten und EU-Vertreter kommen sich beim Brexit offenbar näher. Sehr kurzfristig treffen sich Kommissionschef Juncker und die britische Regierungschefin May nun am Freitagmorgen in Brüssel. Finden sie eine erste Lösung?

REUTERS

May mit Juncker in Brüssel (Archivbild)

Freitag, 08.12.2017   06:56 Uhr

Die Brexit-Spannung in Brüssel am Freitagmorgen steigt: Die Europäische Union und Großbritannien versuchen einen neuen Anlauf zur ersten Grundsatzeinigung beim Brexit. Ein Kompromiss könne bis Freitagmorgen stehen, hatte die EU-Kommission noch am Vorabend mitgeteilt.

Um 7 Uhr morgens wird es nun ein persönliches Treffen zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geben, mit dabei sind die Brexit-Unterhändler Großbritanniens und der EU, David Davis und Michel Barnier.

Um kurz vor 8 Uhr soll dann EU-Ratspräsident Donald Tusk eine Erklärung zum Brexit abgeben. Das hatte am späten Donnerstagabend Spekulationen über eine nahende Einigung ausgelöst.

Kommissionschef Juncker hatte zuvor mit dem irischen Regierungschef Leo Varadkar und anschließend mit der britischen Premierministerin Theresa May gesprochen, sagte Kommissionssprecherin Margaritis Schinas. Auch Mays Büro bestätigte Gespräche der Regierungschefin mit Varadkar und Juncker.

Bereits um 8.15 Uhr soll EU-Ratspräsident Tusk zu einer Preisverleihung nach Ungarn aufbrechen, verlautete zudem aus EU-Kreisen. Demnach wird der ehemalige polnische Regierungschef vor dem Brüsseler EU-Gipfel am 14. und 15. Dezember über den aktuellen Stand der Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens informieren.

Die EU und Großbritannien verhandeln seit Juni über die Bedingungen des für 2019 geplanten britischen EU-Austritts. Am Montag scheiterte der Versuch, erste Kompromisse festzuzurren. Wichtigster Streitpunkt ist die Frage, wie Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland vermieden werden können. Mays Partner im Parlament, die nordirische Partei DUP, hatte eine von Brüssel und London vereinbarte Kompromissformel abgelehnt.

Die EU hat May bis Sonntag Zeit für eine erste Abmachung gegeben. Gelingt dies, könnte der EU-Gipfel Ende nächster Woche die zweite Verhandlungsphase einläuten. Dann soll es um die künftige Partnerschaft beider Seiten gehen. Ein solcher Fortschritt wäre vor allem ein wichtiges Zeichen an die Wirtschaft, die schwere Turbulenzen durch einen ungeordneten Brexit fürchtet.

aar/cht/dpa

insgesamt 2 Beiträge
herbert 08.12.2017
1. Alles was Juncker anpackt
wenn er mal was macht, ist Murks ! Der geht in 2 Jahren in Rente und die Rechnung fuer den Rest der EU wird riesig sein in Sachen Brexit.
wenn er mal was macht, ist Murks ! Der geht in 2 Jahren in Rente und die Rechnung fuer den Rest der EU wird riesig sein in Sachen Brexit.
basic11 08.12.2017
2. Man kann es nur schwer ertragen..
wie unwürdig sich die EU verhält. Die Selbstdemontage nach der 3000ten Erfolgsmeldung über die Brexitverhandlungen geht weiter. Diese so wichtige Union wird von denen zerstört, die immer vor ihrer Zerstörung warnen.
wie unwürdig sich die EU verhält. Die Selbstdemontage nach der 3000ten Erfolgsmeldung über die Brexitverhandlungen geht weiter. Diese so wichtige Union wird von denen zerstört, die immer vor ihrer Zerstörung warnen.

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