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Politik

Nach Aussagen zu Russlandkontakten

Trump fordert Haft für Cohen

In der Russlandaffäre arbeitet Michael Cohen, Ex-Anwalt von Donald Trump, mit dem FBI zusammen. Aus Sicht des US-Präsidenten soll er deshalb für eigene Verbrechen allerdings keine mildere Strafe erhalten.

REUTERS

Michael Cohen, Donald Trump

Montag, 03.12.2018   18:51 Uhr

Michael Cohen hat sich in den vergangenen Monaten gleich zweimal schuldig bekannt. Erst gestand er im August unter anderem Steuerbetrug und illegale Wahlkampffinanzierung, vor wenigen Tagen gab er zu, den Kongress in der Russlandaffäre belogen zu haben - aus Loyalität zu Donald Trump. Der US-Präsident fordert nun, dass sein Ex-Anwalt eine Gefängnisstrafe verbüßen solle.

Der Hintergrund ist eine Forderung von Cohens Anwälten, die vor einem Gericht in New York argumentierten, dass ihr Mandant nicht ins Gefängnis gehen sollte. Schließlich habe er mit FBI-Sonderermittler Robert Mueller in der Russlandaffäre kooperiert. Müller untersucht, ob es bei der mutmaßlich russischen Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf Absprachen zwischen Trumps Lager und Vertretern aus Moskau gab.

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Michael Cohen

Trump, der die Untersuchung wiederholt als "Hexenjagd" bezeichnet hat, hält eine mögliche Strafbefreiung Cohens für falsch. Auf Twitter schrieb er: "Das heißt, er kann alle diese SCHRECKLICHEN Dinge tun, die nicht mit Trump in Zusammenhang stehen, sondern mit Betrug, großen Krediten, Taxis etc. zusammenhängen und braucht keine lange Gefängnisstrafe absitzen?" Seiner Meinung nach müsse Cohen eine Strafe in vollem Maße verbüßen, fügte er hinzu.

Trump erklärte in einer weiteren Twitternachricht, Mueller gehe es nicht darum, die Wahrheit zu finden. Er sei nur an Lügen interessiert.

Dass Cohen seine Falschaussagen eingeräumt hat, setzt Trump weiter unter Druck. Cohen hatte vor dem Gericht in New York zugegeben, den Kongress über einen geplanten Immobiliendeal Trumps in Moskau angelogen zu haben.

Zunächst hatte er ausgesagt, die Verhandlungen für das Projekt in der russischen Hauptstadt seien im Januar 2016 bereits beendet gewesen. Mittlerweile sagte er aber aus, dass die Gespräche bis Juni 2016 fortgesetzt wurden. Zu diesem Zeitpunkt steckte Trump schon im Wahlkampf. Der Präsident verteidigt die Pläne als sauber.

aev/dpa

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