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Politik

Wegen Militärmanöver

Nordkorea droht, Kims Treffen mit Trump abzusagen

Aus Verärgerung über gemeinsame Militärübungen der USA mit Südkorea droht Nordkorea mit Konsequenzen: Gespräche mit dem Süden sind ausgesetzt. Auch das Treffen zwischen Kim und Trump soll gefährdet sein.

Getty Images

Kim Jong Un

Dienstag, 15.05.2018   21:35 Uhr

Nordkorea droht das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump abzusagen. Grund sind Militärübungen der USA mit Südkorea. Das berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Für Mittwoch geplante hochrangige Gespräche mit Südkorea wurden demnach ausgesetzt.

Nordkorea ist laut seiner staatlichen Nachrichtenagentur verärgert, weil die Militärübungen nicht eingestellt wurden. So simulierten die südkoreanische und die US-Luftwaffe mit den sogenannten Max-Thunder-Übungen einen Einmarsch in den Norden - dies sei eine Provokation inmitten der Erwärmung der innerkoreanischen Beziehungen.

Im Video: Südkoreanische und US-Luftwaffe bei Max-Thunder-Übungen

Foto: AP

Die Gespräche auf hoher Ebene sollten auf der südlichen Seite des Waffenstillstandsdorfes Panmunjom stattfinden, um Folgemaßnahmen zu dem Gipfeltreffen der beiden koreanischen Führer im letzten Monat zu diskutieren. Durch die Gespräche wollte Südkorea versuchen, "die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und einen dauerhaften Frieden zu schaffen".

Doch offensichtlich sieht der Norden wichtige Voraussetzungen nicht erfüllt - und wirft den USA eine Mitschuld vor.

Das Treffen zwischen Kim Jong Un und Trump, das erste direkte zwischen den Staatschefs Nordkoreas und den USA , soll in Singapur stattfinden und hatte Hoffnungen auf eine Lösung des Atomkonflikts genährt.

US-Außenministerium reagiert mit Unverständnis

Das US-Außenministerium will die Planungen für das Gipfeltreffen fortsetzen. "Wir machen weiter und treiben die Planungen für das Treffen von Präsident Trump und Kim Jong Un voran", sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert.

Die laut Medienberichten von Nordkorea kritisierten gemeinsamen Militärübungen der Amerikaner mit Südkorea stellten keinesfalls eine Provokation dar. "Das sind Dinge, die wir auf der ganzen Welt machen", sagte Nauert. Kim Jong Un habe zuvor erklärt, er habe Verständnis dafür, dass den USA die Übungen mit Südkorea wichtig sind.

Treffen zwischen Nord- und Südkorea endete mit Aussöhnung

Vorausgegangen war das Gipfeltreffen Nord- und Südkoreas vom 27. April, das mit einer gemeinsamen Erklärung über Frieden und Aussöhnung endete. Kim Jong Un erklärte sich bei seinem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In unter anderem zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit. Wie und bis wann die "komplette Denuklearisierung" erreicht werden soll, blieb unklar.

Der Atomstreit mit Nordkorea gilt als einer der gefährlichsten Konflikte weltweit. Beide Staaten erklärten sich dazu bereit, auf alle Feindseligkeiten zu verzichten und eine neue Friedensordnung für die koreanische Halbinsel anzustreben. Zudem sollen humanitäre Projekte, etwa direkte Kontakte zwischen getrennten Familien, wieder aufgenommen und der Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verstärkt werden.

pad/dpa/AP

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