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Politik

Nach Hurrikan "Maria"

Trump zweifelt Opferzahl in Puerto Rico an

Erst hieß es, auf Puerto Rico wären 64 Menschen infolge des Hurrikans "Maria" gestorben. Dann wurde die Zahl deutlich erhöht - auf 2975. Nun hat US-Präsident Trump dies infrage gestellt - und wurde dafür gerügt.

David Santiago/Miami Herald/AP

Hurrikan-Schäden in San Juan, Puerto Rico

Freitag, 14.09.2018   10:32 Uhr

US-Präsident Donald Trump zweifelt die Ergebnisse einer Studie an, die von bis zu 3000 Todesfällen infolge des Hurrikans "Maria" ausgeht, der im vergangenen Jahr über Puerto Rico gewütet hatte. Die Regionalregierung des US-Außengebietes hatte die Zahl der Toten zunächst nur mit 64 angegeben. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der George-Washington-Universität in Zusammenhang mit der Regierung von Puerto Rico angefertigt.

Er habe Milliarden von Dollar lockergemacht, um Puerto Rico zu helfen, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. "Wenn ein Mensch aus irgendeinem Grund stirbt, etwa an Altersschwäche, dann wird er einfach mit auf die Liste genommen", schrieb Trump. Die oppositionellen Demokraten steckten hinter dieser Masche, um ihn schlecht aussehen zu lassen.

Einige bekannte Republikaner waren sich mit Trump bei dem Thema uneinig. Darüber hinaus waren einige Vertreter des Weißen Hauses verärgert, weil sich der Präsident auf Puerto Rico konzentrierte, während "Florence" die Ostküste der USA bedroht.

Der oberste Republikaner im Kongress und Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sagte, er habe keinen Grund, die offizielle Todesrate zu bestreiten, während der republikanische Senator Marco Rubio warnte, dass die Tragödie nicht politisiert werden sollte.

Auch der Gouverneur von Florida, Rick Scott, widersprach dem Präsidenten auf Twitter. Der Republikaner, der für den Senat kandidiert gegen einen langjährigen demokratischen Amtsinhaber, schrieb: "Ich war sieben Mal in Puerto Rico und sah die Verwüstung aus erster Hand. Der Verlust eines jeden Lebens ist tragisch; das Ausmaß der Leben, die durch Maria verloren gegangen sind, ist herzzerreißend."

Die von der Regionalregierung des spanischsprachigen Gebietes in Auftrag gegebene Untersuchung hatte die Zahl der Toten über einen Zeitraum von sechs Monaten in Jahren ohne Hurrikan mit der Sterblichkeit in den sechs Monaten nach "Maria" verglichen und war zu einer deutlich erhöhten Zahl gekommen. Allerdings wurde nicht die genaue Todesursache untersucht.

Tatsächlich hatte das finanziell stark angeschlagene Puerto Rico bereits vor der Ankunft des Sturms große Probleme. Der Wiederaufbau ging dann im Vergleich zu US-Bundesstaaten wie Florida und Texas extrem langsam voran. Einige Gegenden sind auch zwölf Monate nachher noch immer ohne Strom und fließendes Wasser. Medizinisch dürfte es kaum exakt nachvollziehbar sein, wie viele Todesfälle tatsächlich auf diese Missstände zurückzuführen sind.

lie/dpa

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