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Politik

Flucht

2018 schon mehr als 1000 Menschen im Mittelmeer ertrunken

Weniger Menschen wagen die Flucht nach Europa über das Mittelmeer - dennoch kommen immer noch viele dabei ums Leben. Experten sprechen von einem "alarmierenden Anstieg von Todesfällen" vor der Küste Libyens.

DPA

Mitglieder der libyschen Küstenwache tragen die Leichen zweier ertrunkener Kleinkinder aus dem Wasser

Montag, 02.07.2018   15:48 Uhr

Die Zahl der Migranten, die von Nordafrika auf dem Seeweg in die EU gelangen wollen, hat sich seit dem Höhepunkt im Jahr 2015 verringert. Statt Hunderttausenden sind es nur noch Zehntausende. Dennoch sind im ersten Halbjahr 2018 bereits mehr als 1000 Menschen bei dem Versuch ertrunken, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Allein in den vergangenen Tagen seien rund 200 Menschen ums Leben gekommen, weil Schlepper sie in seeuntauglichen Booten transportiert hätten, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. "Es gibt einen alarmierenden Anstieg von Todesfällen im Meer vor der Küste Libyens", erklärte der IOM-Chef für das nordafrikanische Land, Othman Belbeisi. "Die Schlepper nutzen die Verzweiflung der Migranten aus, die fliehen wollen, bevor Europa weitere Maßnahmen ergreift, um die Überfahrten über das Mittelmeer zu unterbinden."

Die libysche Küstenwache hat allein von Freitag bis Sonntag fast 1000 Migranten auf See aufgebracht,zurück an Land transportiert und in Auffanglagern festgehalten. In diesem Jahr waren es bislang rund 10.000 Menschen. Libyen ist der wichtigste Ausgangspunkt für Migranten aus den Ländern südlich der Sahara, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte Ende Juni gemeldet, dass binnen wenigen Tagen vor der Küste Libyens etwa 220 Menschen ums Leben gekommen seien. Retter hätten die Zahlen nach Angaben von Überlebenden von mehreren Unglücken zusammengetragen. Mehrere Leichen seien geborgen worden.

Video: Flucht übers Mittelmeer - Unterwegs mit libyschen Sicherheitskräften

Foto: SPIEGEL TV

vks/Reuters

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